Thema: Statusbericht: Rechenzentren auf Grün geschaltet

erstellt am: 10.04.2019 11:58

Antworten: 5

Diskussion zum Artikel


Wie sauber sind eigentlich die Hyperscaler?
Statusbericht: Rechenzentren auf Grün geschaltet


Die digitale Transformation braucht mehr Rechenzentren. Doch das Wachstum treibt den Energiebedarf weiter in die Höhe. Den Kuchen essen und konservieren — geht das? Greenpeace spart nicht mit Kritik.

zum Artikel

Antworten

staffan@reveman.com





dabei seit: 26.03.2012

Beiträge: 23

Kommentar zu: Statusbericht: Rechenzentren auf Grün geschaltet
10.04.2019 11:58

Nicht ohne Grund hat AWS Anfang 2019 drei neue große Rechenzentren um Stockholm in Betrieb genommen. Google hat 109 ha Land nordwest von Stockholm gekauft. Microsoft hat zwei Baugrundstücke in Mittelschweden gerade gekauft und Facebook baut gerade Datacenter #3 in Luleå. Laut IEA ist die Dekarbonisierung der Stromversorgung in Schweden fast abgeschlossen, fossile Anteile bei etwa 1 %.

Antworten

nicht registrierter User


RE: Statusbericht: Rechenzentren auf Grün geschaltet
11.04.2019 10:48

Greenpeace wettert gegen die großen Rechenzentren, weil die noch nicht auf erneuerbare Energie umgestiegen seien. Wäre das real der Fall, hätten die Kunden / Internetanwender allerdings erhebliche Kompromisse in Sachen Verfügbarkeit der IT Power und zugleich enorm höhere Preise hinzunehmen.

Da das Internet allerdings nicht deutsch (oder europäisch) ist, siedeln sich schon heute alle großen, namhaften Rechenzentrumsprojekte in anderen Ländern an und bedienen deutsche Kunden immer öfter aus Nachbarländern. Ungefähr die Hälfte der Betriebskosten eines Rechenzentrumstandortes entfallen schon heute auf Energie. Vor allem große internationale RZ-Betreiber machen längst einen großen Bogen um Schland.

NGOs wie Greenpeace führen sich auf, als hätten sie Anderen irgendwelche Vorschriften zu machen, als seien sie eine staatliche Behörde - eine typische Entwicklung pretenziöser Bessermenschen, die ihre Gewissenshygiene auf Kosten Dritter zu betreiben suchen. Niemand hält Greenpeace und Fans davon ab, konsequent einen Bogen um derlei Produkte zu machen und nur noch Produkte von Anbietern / Herstellern zu akzeptieren, die ihnen vertragsgarantiert / glaubhaft ihre Gewissenshygieneartikel anbieten (oder selbst solche Unternehmen - auf eigenes Risiko - zu gründen).
Und achja: Greenpeace selbst verhält sich - wie inzwischen bekannt - alles andere als umweltfreundlich - nach eigenen Maßstäben wie denen Anderer.

Antworten

nicht registrierter User


RE: Statusbericht: Rechenzentren auf Grün geschaltet
12.04.2019 20:39

Sorry, worüber diskutieren wir hier?
Ein recht guter und aufrüttelnder Artikel um den Energieverbrauch von unserem so selbsterständliche klick im Internet oder auch dem Gebrauch von immer mehr Automatisierungs-Programmen bis hin zu KI. Ja wir werden ohne nicht mehr auskommen.

Aber mahl ganz ehrlich: wird es dem Planeten besser gehen, wenn der Energiehunger der Installationen ausschließlich von Erneuerbaren gespeist wird.
Die Wirklichkeit ist, dass in Norwegen oder auch Schweden kontinuierlich Turbinen laufen und Grüner Strom ins Netz gebracht wird.
In DE hat Einspeisung von Erneuerbarer Energie immer Vorrang.
.....
Warum sollte ich mein Grünes Gewissen durch den direkten Bezug von Grüner Energie oder durch den Erwerb von Zertifikate frei kaufen. Diese Energie wird 24h produziert und durch ein von der Politik getragene Konzept umlagefinanziert.
Eher ist der Erwerb von Erneuerbaren Energien nach meiner Auffassung als asozial zu betrachten, da durch den Anteil, den ich aus dem allg. Strommix herauskaufe, den verbleibenden Stommix dreckiger mache. Unter dem Strich werde ich durch den Erwerb Grüner Energie nur ein Marketing bedienen, eine Änderung eines Strommixes werde ich nicht erreichen (können). Es ist eine zus. Erwerbsquelle von Stromverkäufern; nicht mehr oder weniger.

Der effiziente Energieeinsatz eines Datacenters sollte sich vielmehr im ges. PUE wiederspiegeln; Energieeffizienz ist gefragt, sinnvolle Energieverwendung von Abfallwärme. Prozessoren, die durch Medientemperaturen von 70° gekühlt werden, wie von IBM vor mehr als 5 Jahren als Forschungsobjekt angekündigt, würden uns sehr viel weiter- bringen.
Oder es müßte neben jedem Datacenter eine Gärtnerei oder auch ein Frei-Bad positioniert sein um eine halbwegs sinnvolle Verwendung der Abfall-Wärme mit niederer Temperatur zu gewährleisten.
IT Prozesse sollten im Fokus stehen und in Virtuelle Maschinen laufen um den Recourcen.- und auch Energieverbrauch effizienter gestalten zu können.

Aber all diese Ansätze sind wahrscheinlich angesichts der lfd. Kosten eines Datacenters für Abschreibungen von Einrichtungen und Hardware, Betreiber.- und Sicherheitspersonal, Versicherungen etc. nur von untergeordneter Bedeutung für den Geschäftsprozess selbst.

Ein Datacenter bleibt ein energiefressendes Ungetüm, aber, wie eingangs erwähnt, nicht mehr weg zu denken.

Ob der eingesetzte Strom jetzt Grün oder Braun ist; es wird dem Planeten nicht viel helfen.

Sehr wohl sollten wir uns fragen, ob alle Anwendungen in ein Tier III oder auch Tier IV RZ zu betreiben sind oder ob nicht doch 20 - 40% der IT Prozesse durch bessere eventuell fehlertolerante Programmierung auch mit einer geringeren Verfügbarkeit des Installationsraumes zurechtkommen würden.
Aus meiner Brille wäre das eine Möglichkeit, das immense Wachstum des Energie-Hunges ein wenig eindämmen zu können.


Thomas

Antworten

Heiko.Schrader





dabei seit: 06.05.2009

Beiträge: 1

RE: Statusbericht: Rechenzentren auf Grün geschaltet
15.04.2019 08:50

Mal wieder einer (oder eine), der diese Plattform nutzt, um unter dem Mantel der Anonymität seine offensichtlich ziemlich hasserfüllte Meinung zu publizieren. Klingt sehr nach der selben Person, die zuvor schon auf ähnliche Art und Weise diese Plattform genutzt hat, um gegen die Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken zu wettern. Vielleicht jemand, der für einen RZ-Betreiber arbeitet, der es vorzieht, keinen grünen Strom zu verwenden und lieber anonym bleibt, damit das nicht noch offensichtlich wird?
Egal, was man von Greenpeace als Organisation halten mag: die Mehrheit der deutschen Bevölkerung wünscht sich eine saubere Umwelt und hat nicht die Einstellung Nach mir die Sintflut. Auch ich will meinen Kindern nicht die Umwelt und Gesundheit zerstören. Ich ziehe es vor, ein Bessermensch statt ein Umweltzerstörer zu sein!
Die skandinavischen Länder haben nun mal den Vorteil, dass sie reichlich regenerative Energiequellen zur Verfügung haben. Dass häufig der Strom bei uns nur grün ist, weil jemand Zertifikate z.B. aus Norwegen kauft, ist richtig. Aber es handelt sich um ein notwendiges Konzept, um die Umstellung auf einen immer höheren Anteil echter erneuerbarer Energie in unserem Stromverbrauch durchzusetzen. Dass dieser Ansatz der richtige ist, zeigt, dass mittlerweile rund 1/3 der in Deutschland erzeugten Energie aus erneuerbaren Energiequellen stammt.
Greenpeace hat eine Menge zur Entwicklung eines ökologischen Gewissens auch in Deutschland beigetragen. Was nicht heißt, dass alles, was sie tun, gut und richtig sein muss. Aber deshalb verbal auf allen NGOs herumzudreschen ist wohl auch nicht der richtige Weg. Schon gar nicht anonym!
Heiko Schrader

Antworten

nicht registrierter User


RE: Statusbericht: Rechenzentren auf Grün geschaltet
15.04.2019 13:05

von Roland Trauner, IBM System Z Academic Initiative at IBM

Sehr aufschlussreicher Artikel. „Wir haben ja ein Energieproblem in der IT“ wird zitiert. Dies ist grundsätzlich richtig, weil ohne Energie funktioniert bisher noch kein einzigster Computer. Allerdings gibt es wie überall Stromfresser und Energie-Effiziente Server. Bisher spielt das Thema Energie-Effizienz bei Server Investitionen leider fast niemals eine Rolle.

Antworten

Antwort schreiben

Titel:


Nachricht:

 



Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.

Thema abonnieren:

Email:
*Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Antwort abschicken