Thema: Keine neuen Datacenter mehr! Region Amsterdam verfügt Baustopp

erstellt am: 18.07.2019 08:03

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Notbremse oder Schikane?
Keine neuen Datacenter mehr! Region Amsterdam verfügt Baustopp


Das kommt unerwartet: Mit sofortiger Wirkung stoppt die Metropolregion Amsterdam (AMA), zu der Amsterdam und Haarlemmermeer gehören, das Errichten neuer Rechenzentren in dieser Region – zumindest vorläufig. Eine Belebung sähe neue Auflagen für den Umweltschutz vor.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Keine neuen Datacenter mehr! Region Amsterdam verfügt Baustopp
18.07.2019 08:03

Nachdem die Deutschen in ihrem Klimawahn und Atomkraftangst Strom so teuer gemacht haben, daß (mit der kommenden CO2 Steuer sowieso) absehbar keine neuen internationale Rechenzentren mehr errichtet werden, wurden viele Projekte in Nachbarländer verlegt (insbesondere NL). Daß die - gerade in AMS - bald ähnliche Ideen verfolgen, war absehbar. Auflagen wie die kostenlose Abgabe von Abwärme sind dabei nur ein erster Schritt, auf enorme Flexibilität (gerade ökonomisch/strukturell) angewiesene RZ-Projekten den Standort zu versauern. Mit den RZs gehen auch Top-Geeks und Investoren im Internefbereich - aber auch immer kleinere Internet-Gründungen gen Übersee u.a..

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Heiko.Schrader





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RE: Keine neuen Datacenter mehr! Region Amsterdam verfügt Baustopp
19.07.2019 08:53

Sorry, aber der erste (leider anonyme) Kommentar zu diesem Artikel zeugt nicht gerade von Kompetenz. Bislang haben die (aufgrund der EEG-Umlage) hohen Strompreise nicht verhindern können, dass es auch in Deutschland einen RZ-Boom gibt. Faktisch ist das Wachstum z.B. in Frankfurt vergleichbar hoch, wenn nicht sogar höher als in Amsterdam, London oder Paris. Einzig HPC-Anwendungen, die strom-intensiv aber latenz-unkritisch sind, wandern verstärkt in nordische Länder, die günstigen, regenerativen Strom und gute Klimatisierungsbedingungen bieten.
Wenn Amsterdam nun auf die Bremse tritt, weil Grundstück und Strom knapp werden (genauso wie in Frankfurt) und die Wärmeproduktion der Rechenzentren zum Problem werden (wie auch in Frankfurt, wo die Rechenzentren im Westen der Stadt das Mikroklima der Stadt beeinflussen), ist das ja wohl nur verständlich. Dass dabei die Abwärmenutzung Berücksichtigung findet, ist absolut zu begrüßen.
Die Kunden werden aufgrund dessen ihre IT wohl kaum nach Übersee stellen. Dagegen sprechen die begrenzten Kapazitäten der Transatlantik-Leitungen, die Latenzzeit und nicht zuletzt der Datenschutz (Stichwort: Patriot Act bzw. jetzt Cloud Act). Warum sonst bauen Google, Microsoft, Facebook, Apple etc. immer mehr Rechenzentren in Europa?
Alle reden vom Edge Computing als the next big thing, d.h. die IT rückt wieder dichter an die Entstehung der Daten heran. Und dann sollen die Kunden angeblich Ihre IT nach Übersee stellen?
Wohl kaum!
Heiko Schrader

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nicht registrierter User


RE: Keine neuen Datacenter mehr! Region Amsterdam verfügt Baustopp
19.07.2019 09:01

Gerade die RZ-Betreiber werden von einer CO2-Steuer profitieren. Aktuell haben die Betreiber den Nachteil der EEG-Umlage auf dem Strom. Diese soll durch die CO2-Steuer ersetzt werden und führt zu einer Besteuerung der CO2-Emittenten wie Gas, Kohle und fossile Kraftstoffe (Stichwort Quellensteuer). Durch den Einsatz von grünen-Strom kann ein RZ damit CO2-Steuerfrei betrieben werden. Der RZ-Betrieb ist eine saubere Industrie welche durch die CO2-Steuer auch endlich davon profitieren kann.

Ein Startup im IT-Bereich hängt nicht an der Verfügbarkeit von lokalen Rechenzentren ab sondern an einer offenen und toleranten Gesellschaft. Gerade hier hat Deutschland und andere Länder in der EU ein erhebliches Problem was in folge dann auch Top-Geeks und Investoren abschrecken. Umweltauflagen werden von Top-Geeks begrüßt, da sie wissen das wir nur eine Erde haben.

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nicht registrierter User


RE: Keine neuen Datacenter mehr! Region Amsterdam verfügt Baustopp
23.07.2019 08:06

Liebe Güte! Gerade die RZ-Betreiber werden von einer CO2-Steuer profitieren...
Sie müssen sich mal anschauen, wieviel RZ-Leistung in den vergangenen Jahren aufgrund der extrem hohen deutschen Strompreise ins Ausland verlagert wurde. Wer nicht hierbleiben muss (weil er - z. B. als Co-Locator - auf die Nähe zu den Kunden angewiesen ist oder weil er z. B. aus Datenschutzgründen oder anderen Gründen gebunden ist), geht ins Ausland. Entweder mit dem ganzen RZ - oder mit der Computing-Aufgabe. Oder er kommt erst gar nicht hierher. Wo werden z. B. in D die Hyperscaler-RZ gebaut? Die werden alle im (nord)europäischen Ausland errichtet.
Wie RZ-Betreiber vor diesem Hintergrund von einer CO2-Steuer, die den Strom in D noch weiter verteuern wird, profitieren sollen, bleibt das Geheimnis des Kommentators. (Und wer glaubt, dass die Einführung der CO2-Steuer durch eine Minderung oder den Entfall der EEG-Umlage ausgeglichen oder gar überkompensiert wird, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Die EEG-Umlage sollte ursprünglich ja auch nur ein paar Kugeln Eis kosten).
Wir tun so, als leben wir auf einer Insel der Glückseligen. Aber Daten kennen keine Grenzen.
Wollte man wirklich CO2-Emissionen reduzieren, müsste man Wohlstandsverzicht, Konsumverzicht und Komfortverzicht üben. Alles andere ist nur utopisches Geschwätz.

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