Thema: „7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“

erstellt am: 11.09.2019 16:07

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Diskussion auf dem DataCenter Day 2019 gewünscht
„7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“


Wie planen wir noch größere digitale Infrastrukturen mit weniger und saubererem Strom?Über die Bedeutung von Rechenzentren muss man nicht mehr reden, eben so wenig über den rasant steigenden Bedarf an Rechenleistung. Über alternative Standorte und Abwärmenutzung aber sollte man nachdenken und dabei auch über den Tellerrand blicken. Denn: Mit dem zunehmenden Klima-Aktivismus werden Rechenzentren ihre Klimabilanz nicht mehr ignorieren können.

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Kommentar zu: „7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“
11.09.2019 16:07

Im Prinzip hat Hr. Reveman in vielen Dingen sicherlich Recht. Allerdings finde ich es schade und unverständlich, dass er ausgerechnet einen der wenigen empfehlenswerten Ökostromanbieter in Deutschland (Naturstrom) hier so negativ darstellt.
Naturstrom handelt mitnichten mit rein zertifikatebasiertem Ökostrom aus Norwegen, sondern ist einer der wenigen Anbieter, der die Energiewende in Dtl. aktiv vorantreibt. Siehe hier:
https://www.naturstrom.de/privatkunden/strom/unsere-kraftwerke/
Ferner garantiert der Anbieter die Investition von 1,25 Cent pro verkaufter kWh in die Errichtung neuer Erzeugungsanlagen für erneuerbaren Strom.
Auch sehe ich in der Aussage des Naturstrom-Mitarbeiters in keinster Weise die von Hr. Reveman unterstellte Esoterik.
Schade, dass ein ansonsten so guter Artikel hier nicht differenzierter ist.
Martin Weber
Konseq GmbH
martin.weber@konseq.de

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RE: „7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“
12.09.2019 09:53

Prima Artikel, der zeigt, dass wir in Deutschland mitnichten überall ein Vorreiter der Energiewende sind und da noch viel Luft nach oben ist.

Allerdings muss ich Herrn Weber voll beipflichten, dass die zitierte Aussage eines Naturstrom-Vertreters zu Unrecht als „Esoterik“ bezeichnet wird. Strom ist ein Produkt und ein Produkt wird mit Emotionen beworben (z.B. werden auch Autos zu einem extrem hohen Teil über Emotionen verkauft), deswegen muss es einem Ökostromanbieter auch gestattet sein, Emotionen für sein Produkt zu wecken, das hat mit Esoterik nichts zu tun.

Stefan Schneider
usmcs@gmx.de

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RE: „7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“
12.09.2019 10:24

Die Reorientierung internationaler Investoren in Internet-Rechenzentrumsprojekte weg von Deutschland, ist eine absehbare Entwicklung, denn fast nirgends ist Strom schon heute so teuer (und Strom ist bekanntlich mit der wichtigste Kostenfaktor in der Industrie).
Noch können sich einige Rechenzentren mit (über statistische Taschenspielertricks als solche von Stromanbietern deklarierte) grüne Energie am Markt präsentieren - denn bei wenigen Prozent der erneuerbaren als realer Anteil am verbrauchten Strom fallen all die damit verbundenen Probleme noch nicht ins Gewicht. Die Abhängigkeit von ausländischen 8Kernkraft-)anbietern wächst derweil zusehends.
Ginge es ehrlicherweise um CO2 (wie das damit derzeit mal wieder politisch behypte Weltuntergangsszenario) und nicht etwa um eine sukzessive Verplanwirtschaftlichung der (noch nicht staatlichen) Wirtschaft, die große Umfairteilung von privat zum Staat, wäre die rationale Lösung naheliegend: Modernisierung der Kernkraftnutzung, die insgesamt noch weniger CO2 pro kW bilanziert als die üblichen erneuerbaren Produktionsformen.
Währenddessen fragt ausgerechnet hierzulande niemand mehr nach den wissenschaftlichen Grundlagen hinter den Weltuntergangsideen. Als Naturwissenschaftler alter Schule ist Wissenschaft für mich weder Glaube noch demokratisch noch Konsens, sondern Produkt transparenter, rational-evidenter Prozesse, die stetem Zweifel unterliegen. Die vom IPCC selbst noch bis vor kurzem als lediglich Projektionen bezeichneten Modellierungen werden hierzulande als Vorhersagen bezeichnet und die Idee, der Mensch hätte binnen den letzten 100 Jahren durch CO2 Freisetzung nicht nur eine signifikante Klimaerwärmung produziert, sondern könne durch Einsparen von CO2 das künftige Weltklima signifikant verändern, ist bei eingehenderer Betrachtung der sog. wissenschaftlichen Basis / Behauptungen mit naturwissenschaftlichen Mitteln nicht wirklich haltbar. Ebensowenig sind alle bisherigen Weltuntergangsprophezeiungen aus den exakt selben Quellen vollständig ausgeblieben. Da sich an diese viele Ältere noch erinnern könnten, setzen politische Gruppen auf Schulkinder, die weder die Lebenserfahrung noch das wissenschaftliche Rüstzeug mitbringen, gegen ihre eigenen Eltern ein. Ich habe die Erzählung von der menschgemachten Klimaerwärmung selbst lange unkritisch für real gehalten, bis ich einen Kritiker selbst fundiert widerlegen wollte, was für mich nach hinten losging.
Ich halte die gegenwärtige Politik für das Fundament des Endes des in breitem Wohlstand prosperierenden Deutschlands - gelenkt von ewig gestrigen Neo-Marxisten, die Umwelt / Klima als Tool entdeckt haben, ihre Macht totalitär auszuweiten, die Menschen gleichzuschalten und Individuen wie echten, fairen Wettbewerb von solchen auslöschen zu können. Dabei weiß ich - als Ex-Ossi nur zu gut, das echter Umweltschutz nur durch breiten Wohlstand möglich wird, während die größten Umweltschäden (pro Kopf) von armen und rückständigen (vor allem zwangskollektivistischen) Gesellschaften ausgehen.

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Kaj Mertens-Stickel





dabei seit: 21.02.2019

Beiträge: 1

RE: „7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“
12.09.2019 12:14

Es gibt natürlich auch Öko-Strom-Anbieter in Deutschland, die zeitgleichen Strom aus Erneuerbaren Energien aus Deutschland liefern, wie zum Beispiel die Bürgerwerke (https://buergerwerke.de/strom-beziehen/unser-strom/unsere-erzeuger/).
Der erste Schritt wäre allerdings, den Stromverbrauch zu reduzieren. Ein großer Teil des Stroms wird zum Kühlen benötigt. Wenn die Betreiber der Rechenzentren noch zögern, in Effizienz-Maßnahmen zu investieren, sollten sie sich einen Contractor suchen. Zum Beispiel eine regionale Bürgerenergiegenossenschaft. Das ermöglicht den Kunden des Rechenzentrums, sich an den Maßnahmen wirtschaftlich zu beteiligen und entlastet die Rechenzentrumsbetreiber vom Aufwand und von produktfremden Investitionen.
Neue Rechenzentren sollten, um den dennoch anfallenden Wärmeüberschuss sinnvoll zu verwenden, in Wohngebieten oder Industriegebieten, dem Wärmebedarf entsprechend, angesiedelt werden.
Kaj Mertens-Stickel, Solar-Bürger-Genossenschaft eG, Freiburg, www.solargeno.de

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RE: „7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“
13.09.2019 15:12

Ich würde es begrüßen, wenn sich der anonyme Naturwissenschaftler alter Schule, Klimawandelleugner, Atomkraftbefürworter und in seinem Kommentar oben ansonsten noch weiteren Blödsinn Verbreitende zu erkennen geben würde, damit ich ihn in Zukunft sicher als Lieferant, Partner oder Kunde ausschließen kann.
Martin Weber
Konseq GmbH

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RE: „7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“
13.09.2019 22:02

Respekt Herr Reveman, das hatte ich ihnen bislang, man mmöge es mir verzeihen, nicht zugetraut.
Mit Ihrem ehemaligen Artikel über die Abwärmenutzung von DC durch Koppelung von Fernwärme durch Wärmepumpen in Stockholm war ich nicht einverstanden.
Jedoch mit diesem Artikel liegen Sie exakt gleich mit meiner eigenen Einschätzung.
Eine knallharte Analyse der Problematik.
Ja! und jetzt??
An der Diskussion der Esoterik der Stromtransmission will ich mich nicht beteiligen.
Energieeinsparung am Prozess der IT steht m. E. weiterhin an vorderster Front.
Maximale Virtualisierung, konsequente Außerbetriebnahme von vergessenen Prozessen und Servern durch Regelanfrage der IT-Nutzer...mögen erste Schritte sein.
Energieeinkauf, ----Freikauf durch CO-freie Zertifikate ---- macht den Prozess des Energieverbrauches eines DC nicht besser.
Eine Energie-Auskoppelung an ein Fernwärmenetz steht nicht überall zur Verfügung und bedarf genauester Justage. In Sommermonaten nicht im Einsatz.
Konsequente Trennung der Luftströme in Kalt/ Warmgang ist essenziell und selbstredend.
Anhebung der Kühlluft-/ Einblastemperaturen nach Ashray - much as can.
Das war es dann schon. Ankündigungen von IBM von vor 5 - 7 Jahren über Hot-Temperature Cooling von Prozessoren, 70 - 50°C scheinen auf der Stecke geblieben zu sein.
Das wäre ein annehmbares Temperaturniveau, um im Fernwärmesektor als Auskoppelung etwas energetisch sinnvolles machen zu können.
Mit jedem klick auf social Media, online EKF oder auch Vernetzung von Produktionskomponenten wird der Strombedarf der DC im Allgemeinen höher geschraubt.
Ob es dem Planeten gut tun wird, diese Abwärme-Exposition durch Neuerrichtung von DC in Scandiavien generell in den Norden des Planeten zu verlagern, scheint nicht unbedingt schlüssig.
Was uns angesichts des Themas der CO2 Emission bleiben wird, scheint mir die Notwendigkeit, jede weitere Genehmigung der Errichtung eines DCs nur mit der Bedingung zuzulassen, die entstehende Abwärme in einen bestehenden oder zu errichtenden sinnvollen Prozess der Abwärmenutzung einzubinden.
Hallenbad, Gärntnerei, Aufzucht von ..., und Raumheizung.
Eventuell wäre es hilfreich, die Logik umzukehren. Ein Dc wird nur dort errichtet, wo auch die überwiegende Wiederverwendung der Wärmeabgabe und damit Mehrfachnutzung der Energie stattfinden kann. Also doch wieder Fernwärme!??
Die Anforderungen werden damit nicht geringer.
Thomas
TG-Engineering

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staffan@reveman.com





dabei seit: 26.03.2012

Beiträge: 24

RE: „7 Mio Tonnen CO2! Und wir treffen auf Ignoranz & Betrug, nicht auf Einsicht & Ideen“
15.09.2019 11:34

Wir kommen uns näher: Eventuell wäre es hilfreich, die Logik umzukehren. Ein Dc wird nur dort errichtet, wo auch die überwiegende Wiederverwendung der Wärmeabgabe und damit Mehrfachnutzung der Energie stattfinden kann. Also doch wieder Fernwärme!??
Die Anforderungen werden damit nicht geringer.

Besondere Industriegebiete für Rechenzentren vorbereitet für die Sektorkopplung, JA. Nah- oder Fernwärmenetz für geeignete Abnehmer mit Strom in ausreichende Mengen und Fiber zum abwinken. Wenn es fossilfrei sein soll, dann nur in Skandinavien möglich. Es kann deutsche Industriegebiete sein, die Schweden haben Interesse signalisiert.

/staffan

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