Grundlagen des System-Managements, Teil 5 Flexible Server-Verwaltung mit Open Source

Ein Gastbeitrag von Peter Dümig*

Bei der Verwaltung und Überwachung entfernter Systeme erfreuen sich quelloffene Tools wachsender Beliebtheit. Mit regelmäßigen Updates und umfangreichen Integrationen laufen sie großen, proprietären Management-Frameworks zunehmend den Rang ab.

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Kein Hardware-Hersteller kann es sich erlauben, der neben eigenen System-Management-Tool auch Open-Source-Werkzeuge zu unterstützen.
Kein Hardware-Hersteller kann es sich erlauben, der neben eigenen System-Management-Tool auch Open-Source-Werkzeuge zu unterstützen.
(Bild: Dell Technologies)

Viele IT-Infrastrukturen sind über Jahre gewachsen und sehr heterogen. Unternehmen benötigen deshalb leistungsstarke und flexible Tools, um alle Systeme remote aufzusetzen, zu verwalten und zu überwachen. Neben kommerziellen Lösungen gibt es für diese System-Management-Aufgaben inzwischen auch eine große Zahl an Open-Source-Anwendungen.

Dise sind insbesondere geschätzt wegen ihrer Anpassungsfähigkeit, den kurzen Update-Zyklen und den umfangreichen Integrationsmöglichkeiten. Statt auf mächtige Management-Frameworks wie „CA Unicenter“ oder „IBM Tivoli“ zu setzen, die für nahezu jeden erdenklichen Anwendungsfall gerüstet sind, greifen Unternehmen oft zu verschiedenen quelloffenen Spezialwerkzeugen, die genau zu ihren individuellen Anforderungen passen.

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Für das agentenbasierte und agentenlose Monitoring von Systemen und Anwendungen wird beispielsweise gerne „Nagios“ verwendet, das schon einige kommerzielle Forks und Erweiterungen hervorgebracht hat. Zu den bekanntesten zählen „Nagios XI“, „Icinga“ und „Checkmk“, die sich etwa hinsichtlich der Discovery-Funktionen, Konfigurationsmöglichkeiten und Bedienoberflächen unterscheiden. Sie alle bieten umfangreiche Reportings und Visualisierungen und natürlich granular anpassbare Alarme.

System-Management mit Playbooks und Kochbüchern

Die Installation und Konfiguration von entfernten Systemen erfolgt wiederum häufig mit „Ansible“, „Chef“ oder „Puppet“. Diese Tools helfen, Server mit einem Betriebssystem und einer Standardkonfiguration auszustatten, kontinuierlich mit Updates zu versorgen sowie Sicherheitsrichtlinien, Benutzerrechte und andere Einstellungen bei Bedarf anzupassen. Dabei lassen sich Aktualisierungen jeweils an einzelne Maschinen, aber auch an eine Gruppe von Maschinen ausrollen.

Obwohl die drei Tools ähnliche Aufgaben übernehmen, unterscheiden sie sich teilweise recht stark. Während Chef und Puppet beispielsweise einen Agenten auf dem zu verwaltenden System benötigen, genügt für Ansible ein SSH-Zugang. Chef setzt Ruby-Kenntnisse voraus, wohingegen Ansible das vergleichsweise leicht zu erlernende YAML nutzt und Puppet eine eigene, auf Ruby basierende Skriptsprache.

Chef ist als ältestes der drei Tools mächtiger als die beiden Konkurrenten, doch in großen, dynamischen Umgebungen ist Ansible gerade wegen seiner Einfachheit beliebt. Schnell und mit wenig Aufwand können Administratoren damit umfangreiche Konfigurationsänderungen vornehmen.

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Sowohl hinter Ansible als auch hinter Chef und Puppet stehen sehr aktive Communities, die nicht nur die Anwendungen selbst intensiv pflegen und weiterentwickeln, sondern überdies eine breite Auswahl an Skriptsammlungen für die unterschiedlichsten Admin-Aufgaben bereitstellen. Bei Ansible heißen diese Playbooks, bei Chef sind es Kochbücher und bei Puppet sogenannte Manifeste. Sie ersparen es Administratoren, alle Skripte mühsam selbst schreiben zu müssen, und nehmen ihnen dadurch viel Arbeit ab.

Server-Hersteller unterstützen mit eigenen Integrationen

Die Open-Source-Angebote profitieren davon, dass die Hersteller von Servern und anderen Infrastrukturkomponenten mittlerweile weitgehend auf standardisierte Schnittstellen und Protokolle wie „Redfish“ setzen (siehe: „Grundlagen des System-Managements, Teil 3; Die Protokollbasis der Server-Fernwartung“. So können sie eine breite Auswahl von Systemen ansprechen, überwachen und verwalten. Server-Hersteller wie Dell Technologies bieten zudem eigene Integrationen an und unterstützen Administratoren unter anderem mit Plug-ins für Nagios XI oder Ansible-Playbooks bei der Verwaltung ihrer Systeme.

Peter Dümig: „Auch in Rechenzentren und komplexen IT-Infrastrukturen hat sich Open-Source-Software für das System-Management etabliert.“
Peter Dümig: „Auch in Rechenzentren und komplexen IT-Infrastrukturen hat sich Open-Source-Software für das System-Management etabliert.“
(Bild: Dell Technologies)

Allerdings kann die große Dynamik im Open-Source-Umfeld durchaus herausfordernd sein. Schnelle Release-Zyklen mit neuen Funktionen, größeren Änderungen am Code oder Veränderungen bei den unterstützten Systemen, Anwendungen und Integrationen machen regelmäßige, manchmal auch kurzfristige Anpassungen notwendig. Dennoch ist es den Herstellern in der Regel wichtig, die Open-Source-Lösungen zu unterstützen, um Unternehmen eine Alternative zu den herstellereigenen Management-Lösungen und den kommerziellen Anwendungen von Drittanbietern zu bieten.

* Peter Dümig ist Senior Product Manager Server bei Dell Technologies Deutschland.

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