Epsilon und Farice binden isländische DV-Kapazitäten ein

Feuer und Eis für klimaneutrale Rechenzentrums-Power

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Island bietet mit Vulkanen, Eis und Wasserkraft optimale Voraussetzungen für einen umweltfreundlichen Rechenzentrums-Betrieb.
Island bietet mit Vulkanen, Eis und Wasserkraft optimale Voraussetzungen für einen umweltfreundlichen Rechenzentrums-Betrieb. (Bild: René Baldinger, pixelio.de)

Wer weitere RZ-Ressourcen benötigt, bekommt in Kontinentaleuropa gleich mehrere Probleme: Neben hohen Energiekosten schlägt der CO2-Abdruck zu Buche. Alles kein Problem in Island. Zu einem dortigen Rechenzentrum bietet Epsilon schnelle Verbindungen an.

Der Rechenzentrums-Campus von Verne Global in Island genießt einige Vorteile. Die Insel aus Feuer und Eis bietet zur Heizung wie zur Kühlung beste Voraussetzungen und verfügt über unerschöpfliche Mengen hydroelektrischer Energie. Alles erneuerbare, „grüne“ Energie, völlig CO2-neutral und ohne Preisaufschlag. Das können jetzt auch europäische Unternehmen mit Bedarf an hoher Rechenleistung nutzen.

Glasfaser-Seekabel sorgen für schnelle Verbindungen

Das isländische Verne-Rechenzentrum ist über zwei Seekabel mit Europa verbunden. Von Island führt „Farice-1“ nach Großbritannien, „Danice“ nach Dänemark. Diese Kabel betreibt das Unternehmen Farice, das die entsprechenden Netzwerkdienste anbietet. Von den Endpunkten stellt Epsilon, ein Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen die Verbindungen zu so genannten „Points of Presence“ in Kopenhagen, Amsterdam, London und jetzt auch Frankfurt „Wavelenght-Services“ zur Verfügung.

Epsilon kooperiert mit 500 Carriern, darunter Deutsche Telekom, BT, Eircom, KPN Global, Level 3, NTT, Reliance, Tata Communications, Telekom Austria, Vodafone und Zayo. Unternehmen können so bei Epsilon End-to-End-Netzwerklösungen mit einem Service Licence Agreement kaufen.

Kurze Latenzzeiten ermöglichen High-Performance-Computing

Das Angebot könnte besonders für Unternehmen interessant sein, die hohen Datendurchsatz brauchen. Denn die Latenzzeit für die Strecke von Frankfurt nach Island beträgt nur 18 Millisekunden. Damit eignet sich eine Auslagerung von Rechenleistung in das Verne-RZ insbesondere für High-Performance- und Cloud Computing oder für Datenbank-Hosting.

Auch eine weitere Anbindung von Rechenzentren in den USA ist realisierbar. Auf der Strecke zwischen New York und Island beträgt die Latenzzeit 41 Millisekunden. Island zieht Vorteile aus der geografischen Nähe zu Europa wie Nordamerika.

Erste leistungshungrige Anwendungen "auf Eis gelegt"

Nach Angaben von Epsilon nutzen bereits einige Unternehmen die Kombination aus günstiger und nachhaltiger Energieversorgung des isländischen Verne-Rechenzentrums und schnellen Farice-Kabeln. So hat BMW einige Anwendungen aus dem High-Performance-Computing nach Verne Global in Island ausgelagert.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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