Energieeffizientes Design aller Komponenten Facebooks Open Compute als Modell für effiziente Datacenter

Redakteur: Ulrich Roderer

Facebook entwickelt im Rahmen seines energieeffizientes Open Compute Project Hardware-Designs, die für alle Unternehmen interessant sein könnten.

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Facebook entwickelte sein energieeffizientes RZ in Prineville von Grund auf nach eigenen Spezifikationen.
Facebook entwickelte sein energieeffizientes RZ in Prineville von Grund auf nach eigenen Spezifikationen.

Energiebewußte Rechenzentren nutzen immer häufiger Freie Kühlung und verändern schrittweise ihre Infrastruktur, um den Stromverbrauch zu senken. Dennoch erreichen sie nur schwer die angestrebte Energieeffizienz.

Das Open Compute Project (OCP) wurde von Facebook ins Leben gerufen, nachdem das Start-up sein eigenes Rechenzentrum 20010 in Prineville gebaut hatte. Um die Design-Vorgabe von 1.06 Power Usage Efficiency (PUE) für die Site zu erreichen, nutzte das Social Network unkonventionelle Server-Hardware-, Rack- und Stromversorgungs-Designs.

Die Servers sind nach einer 1.5U-Spezifikation designed, die sich in ein Rack einbauen lassen, das Facebook Open Rack nennt. Bisher sind Open Compute-Designs verfügbar für Storage Server, Managementsoftware, Motherboards, Serverchassis und Sttromversorgungen. Die Spezifikationen sind einsehbar auf GitHub, einem Onlineprojekt, das Git, eine freie SCM-Lösung, hostet.

Immer mehr Hersteller dränglen sich, um am Open Compute Project mitzumachen und dessen Designs zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Hewlett-Packard, AMD, Fidelity Investments, Salesforce.com, VMware, Supermicro Computer.

Rechenzentrum ohne Altlasten

Auch wenn Unterrnehmen ihr bestehendes Equipment durch Equipment ersetzen würden, das Facebook einsetzt, würden sie dennoch nicht die Stromeffizienz des Social media-Giganten erzielen.

Denn Facebook hatte den großen Vorteil, ein Rechenzentrum auf der grünen Wiese bauen zu können, mit vollständiger Kontrolle über alle Aspekte des Gebäudedesigns, vom Einsatz freier Kühlung bis hin zur Limitierung der Anzahl der Stromtransformationen zwischen Stromnetz und Server.

“Open Compute ist das Größte und eine Mehrheit der Unternehmen wird keinen Nutzen daraus ziehen können”, sagt Jeffrey Papen, Gründer Peak Web Hosting Inc. “Das ist für ein Prozent der IT.”

Ein anderer Experte vergleicht Open Compute mit der NASA Anfang 1960. “Sie gaben eine Menge Geld aus für drei Männer, die für ein paar Tage im All waren”, sagt Mark Thiele, Executive Vice President of Datacenter Technologies, Switch Las Vegas. “Keine dieser Entwicklungen waren von Bedeutung für 99.99 Prozent der Bevölkerung. Aber Jahre danach kamen neue Materialien oder beispielsweise Klettverschlüsse auf den Markt.”

Ähnlich könnte auch aus dem Open Compute Project Technologie ins Unternehmen einfließen. Bisher ist Open Compute nur ein Experiment, und da es keinen Vertrieb dafür gibt, müssen IT-Abteilungen oder Rechenzentren selbst ihr Management vom Nutzen dieser Entwicklungen überzeugen. Aber es wird sicherlich auf die etablierten IT-Hersteller Druck ausüben.

AMD Roadrunner

AMD hat angekündigt, sein Roadrunner-Design eines reduzierten Motherboards sowohl für Open Compute-Server bereitzustellen sowie für konventionelle 1U-, 2U- und 3U-Formfaktoren.

Das Roadrunner-Design reduziert die Anzahl der Komponenten, um Energie zu sparen. Das Design ist für drei Anwendungsfälle spezifiziert: High Performance Computing (HPC), Virtualisierung und Storage.

Intel Corp arbeitet an einem ähnlichen Design, Codenam Decathlete.

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