Workshop: Einrichten eines shared Storage, Teil 2

ESX und Hyper-V mit iSCSI-Speicher von HP und D-Link verbinden

14.06.2010 | Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Ulrich Roderer

Die Integration der Speicher-LUNS in vSphere erfolgt unter Konfiguration Speicher und Speicheradapter.
Die Integration der Speicher-LUNS in vSphere erfolgt unter Konfiguration Speicher und Speicheradapter.

Im ersten Teil des Workshops wurde das Einrichten des Targets, die Konfiguration des HP-Speichers sowie das Einrichten des Windows Initiators beschrieben. Der zweite Teil beschäftigt sich mit vSphere und D-Link.

Um den iSCSI-Speicher der HP-Lefthand an vSphere anzubinden wird entweder der Virtual Infrastructure Client oder vCenter benötigt. Beide Tools werden verwendet, um einen ESX-Server zu verwalten. Unter dem Reiter „Configuration“ sind die Einstellungen zur Hardware des ESX-Servers zu finden. Damit der ESX-Server eine Verbindung zum iSCSI-Speicher aufbauen kann, benötigt er ein speziell konfiguriertes Netzwerkinterface (VMkernel). Dieses muss unter Networking angelegt werden. Dabei ist dem VMkernel –Netzwerk eine IP-Adresse zuzuweisen, die im gleichen Subnetz wie jene des iSCSI-Speichers (Lefthand) liegt. Anschließend binden Sie den Speicheradapter ein. Wenn das iSCSI-Gerät aktiv ist, so finden sich unter Storage Adapters bereits der Eintrag für das Gerät. Sollte es nicht sichtbar sein, so sollte ein „Rescan“ (rechts oben in der VMware-Verwaltungskonsole) den iSCSI-Speicher finden.

Im unteren Bereich der Rubrik „Storage Adapters“ werden dann die verfügbaren iSCSI-LUNs eingeblendet. Auch der gewählte iSCSI-Name muss hier wieder zu finden sein. Über diesen Namen baut der Initiator eine Verbindung mit dem Target auf.

Der letzte Schritt ist die Zuweisung der iSCSI-LUN zu den vSphere-Speicherpools. Dies passiert unter der Rubrik „Storage“ in der Verwaltungsmaske. Die Option „Add Storage“ integriert dann die iSCSI-LUN zum vSphere-Speicher und steht dann für die virtuellen Maschinen zur Verfügung.

iSCSI-Speicher von D-Link

Vor wenigen Wochen ist D-Link in den Markt der iSCSI-Speichersystem eingestiegen. Das Unternehmen ist bis dato vor allem aus dem Bereich der Netzwerkbaugruppen bekannt.

D-Link bietet nun eine ganze Familie an Speichersystemen. Dazu gehören die Geräte DSN-1100-10 und DSN-2100-10 mit jeweils vier Gigabit Ethernet (GbE) Ports, das DSN-3200-10 mit acht GbE Anschlüssen sowie das DSN-3400-10 mit einem 10-GbE-Port.

Für unseren Test stellte uns D-Link eine Modell DSN-3200-10 zur Verfügung. Bei dem gewählten Modell handelt es sich um ein 19 Zoll Speichersystem mit 3 Höheneinheiten. D-Link zielt mit dem System vor allem auf den Einsatz in virtuellen Szenarien. Die Appliance ist im Rahmen des VMware Ready-Programms. Die Box hat Platz für bis zu 15 SATA-Platten. Unser Testsystem hat der Hersteller mit drei SATA-Platten bestückt.

Jede der drei Platten weist eine Bruttokapazität von 465 GByte auf. Die erzielbare Nettokapazität hängt vom gewählten RAID-Level ab. Die Zugrifflogik und technische Implementierung der DSN-3200-10 basiert auf ASIC-Baugruppen.

Zur Netzanbindung sind acht frei konfigurierbare Gigabit-Ports vorhanden. Daneben steht ein weiterer Management-Anschluss. Zum Einrichten des Systems wird ein Standard-Windows-Rechner benötigt. Über die IP-Adresse des Managementports (192.168.1.1) erfolgt der Verbindungsaufbau vom Verwaltungsrechner zum Speicher. Um den Zugriff auf das System zu schützen müssen Sie zu Beginn authentisieren.

Die Verwaltungskonsole ist aufgeräumt und klar. Sie orientiert sich an den heute oftmals anzutreffenden Konzepten. Links oben findet sich eine mehrfach geschachtelte Struktur mit den wichtigsten Verwaltungsobjekten: den physischen Speicher, eine Gruppe zur System Verwaltung und die Netzwerke.

Unter der Gruppe des physischen Speichers finden Sie nun alle plattenbezogenen Einstellungen. Unter den System Actions sind wichtige Systemfunktionen und Assistenten zusammengefasst. Der „Volume Creation Wizard“ hilft Ihnen bei der Einrichtung der Volumes (LUNs). Starten Sie den Assistent, er führt Sie durch alle Schritte zur Einrichtung eines Volumes notwendig sind. Der Assistent liefert auch Hinweise zur Auswahl des passenden RAID-Levels. Zu den weiteren Konfigurations eines Volumes gehörten die Größe und der Zugriffsberechtigungen.

Nach der Erstellung eines Volumes erscheint in der Verwaltungskonsole links ein eigener Verwaltungsbereich, der mit „Volume Actions“ überschrieben ist. Darin befinden sich alle Volume-bezogenen Verwaltungsoptionen. In unserem Test haben wir mehrere Volumes erzeugt. Die erzeugten Volumes anschließen den Hypervisoren von VMware (ESX) und Microsoft (Hyper-V) zugewiesen. Es folgt den Regeln der iSCSI-Verknüpfung. Gehen Sie hierbei so vor, wie wir es auch bei der Anbindung der HP Lefthand (siehe oben) vorgenommen haben. Anschließend finden Sie in der Windows Server-Umgebung oder vSphere ihren neuen D-Link-iSCSI-Speicher.

Fazit

Alle fortgeschrittenen Funktionen der Servervirtualisierung wie etwa die dynamische Verteilung der Serverlast durch vMotion oder Live Migration setzen auf einem gemeinsamen zu nutzenden Speicher auf. Aber auch die Konzepte der aufkeimenden Desktopvirtualisierung können so manche Vorzüge erst in Verbindung mit shared Storage entfalten. Fibre Channel-Speicher sind komplex, NAS-Systeme können aufgrund der Dateiorientierung nicht mithalten, DAS-Speicher scheidet von vorneherein aus. Die Ausblicke für shared Storage auf der Grundlage von iSCSI sind damit vielversprechend. Die beiden in unserem Test geprüften System von HP und D-Link machen die Verwaltung einfach und sind schnell in Betreib zu nehmen

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