Solarwinds IT Trends Report 2016 zur Hybrid-IT

Es fehlen Qualifikationen und Ressourcen für die hybride IT

| Redakteur: Ulrike Ostler

Der Solarwinds-Bericht zeigt die Akzeptanz hybrider IT auf, aber auch die Hindernisse für eine breitere Akzeptanz.
Der Solarwinds-Bericht zeigt die Akzeptanz hybrider IT auf, aber auch die Hindernisse für eine breitere Akzeptanz. (Bild: Solarwinds)

Licht und Schatten: Nach Erkenntnissen aus dem „Solarwinds IT Trends Report 2016 The Hybrid IT Evolution“ haben nur 14 Prozent der deutschen IT-Experten bisher keine Infrastruktur in die Cloud migriert. 70 Prozent sehen Sicherheit als die größte Herausforderung an und drei Fünftel der Befragten sagen, dass Ressourcen und Fertigkeiten fehlen.

Eigentlich bietet Solarwinds IT-Management-Software an. Doch der IT Trends Report erscheint mittlerweile jährlich und besteht aus umfragebasierten Untersuchungen zu signifikanten Trends, Entwicklungen und Bewegungen, die IT und IT-Profis direkt betreffen.

Die Ergebnisse des diesjährigen Berichts beruhen auf einer im Dezember 2015 durchgeführten Umfrage, an der 153 IT-Profis, Manager und Führungskräfte aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen des öffentlichen und privaten Sektors in Deutschland teilgenommen haben. Sie erscheinen im „Solarwinds IT Trends Index“, einer interaktiven Webanwendung, in der sie nach Regionen und mit Diagrammen, Tabellen und zusätzlichen Hintergrundinformationen aufbereitet zu finden sind.

Die Studie belegt dieses Mal, dass die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen von rein lokalen Infrastrukturen zu hybriden IT-Umgebungen übergegangen ist. Das ist nicht nur goldglänzend. Es entstehen neue Bedenken und Belastungen für IT-Experten.

Einordnung der Umfrage-Ergebnisse

Joel Dolisy, CIO bei Solarwinds, erläutert: „Die Ergebnisse der diesjährigen Studie sprechen eine deutliche Sprache: Der Einsatz der Cloud ist fast allgegenwärtig, doch sie wird weder jetzt noch in absehbarer Zukunft für alle Workloads geeignet sein. Selbst wenn es so wäre, würden – wenn überhaupt – nur sehr wenige Unternehmen sämtliche bestehenden Anwendungen in die Cloud migrieren.“

Die entstehende Verbindung zwischen kritischen lokalen Diensten und weiteren, die sich in der Cloud befinden –sei die hybride IT. Mitten im Zentrum dieser Entwicklung stehe der IT-Experte, der die ständige Verfügbarkeit und Leistung von Anwendungen, Geräten, Netzwerken und Systemen sicherstellen müsse – egal, wo diese sich befinden.

Dolisy folgert: „IT-Experten müssen die nötige Unterstützung erhalten, um sich die Fertigkeiten und Tools anzueignen, die für eine ordnungsgemäße Verwaltung hybrider IT-Umgebungen erforderlich sind. Erst dann können sich Unternehmen das ganze Potential der Cloud zunutze machen.“

Hier eine Übersicht über die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

IT-Infrastrukturen haben sich von herkömmlichen, rein lokalen Systemen hin zu hybriden Systemen entwickelt, die interne und externe IT-Dienste durch die Cloud miteinander verbinden. Eine große Mehrheit (85 Prozent) der befragten IT-Experten gibt an, dass der Einsatz von Cloud-Technologien für den langfristigen Geschäftserfolg ihrer Unternehmen wichtig ist und ein Fünftel (20 Prozent) empfindet ihn als extrem wichtig.

  • Nur 29 Prozent nehmen an, dass innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre die Hälfte oder mehr als die Hälfte der gesamten IT-Infrastruktur ihrer Organisation in die Cloud migriert sein wird.
  • 80 Prozent geben an, es sei unwahrscheinlich, dass jemals die gesamte Infrastruktur ihrer Organisation in die Cloud migriert wird.
  • Insgesamt geben nur 14 Prozent an, dass ihre Organisation keinerlei Infrastruktur in die Cloud migriert hat.
  • Die Anzahl der mittelgroßen Unternehmen, in denen keine Migration in die Cloud erfolgte, ist von 20 Prozent in 2015 auf nur 8 Prozent in 2016 gesunken.

Diese Vorteile sehen die Befragten der Solarwinds-Studie.
Diese Vorteile sehen die Befragten der Solarwinds-Studie. (Bild: Solarwinds)

Vorteile und Hindernisse

IT-Experten haben die schwierige Aufgabe, gleichzeitig durch Cloud-Dienste die Effizienz zu steigern und zu gewährleisten, dass kritische Systeme, Datenbanken und Anwendungen sicher sind.

  • Die drei größten Vorteile der hybriden IT sind nach Gewichtung eine erhöhte Flexibilität und Agilität der Infrastruktur, die Reduktion der Infrastrukturkosten und mehr skalierbare Service-Optionen.
  • 70 Prozent nennen die Sicherheit als die größte Herausforderung im Zusammenhang mit der Verwaltung hybrider IT-Umgebungen.
  • Die drei größten Hindernisse für einen stärkeren Einsatz von Cloud-Technologien sind nach Gewichtung Sicherheits- und Compliance-Bedenken, die Notwendigkeit der Unterstützung veralteter Systeme und die Schwierigkeit, Entscheidungsträger des Unternehmens vom Nutzen und/oder von Vorteilen zu überzeugen
  • Anwendungen wurden bereits von 70 Prozent der Befragten und somit am häufigsten in die Cloud migriert, gefolgt von Speicher (46 Prozent) und Datenbanken (30 Prozent).
  • Die drei wichtigsten Bereiche mit der höchsten Priorität für eine fortlaufende oder zukünftige Migration sind nach Gewichtung Anwendungen, Datenbanken und Sicherheit (Testing-as-a-Service).

Wie wahrscheinlich ist es, dass Ihr Unternehmen irgendwann in der Zukunft die gesamte IT- Infrastruktur in die Cloud migrieren wird?
Wie wahrscheinlich ist es, dass Ihr Unternehmen irgendwann in der Zukunft die gesamte IT- Infrastruktur in die Cloud migrieren wird? (Bild: Solarwinds)

Die fehlende Expertise

IT-Experten benötigen neue Fertigkeiten, Tools und Ressourcen, um die Migration zur hybriden IT erfolgreich voranzutreiben und auf die Geschäftsziele ihrer Unternehmen hinzuarbeiten.

  • Nur 38 Prozent sind davon überzeugt, dass ihre IT-Organisationen derzeit über ausreichende Ressourcen zur Verwaltung einer hybriden IT-Umgebung verfügen.
  • Die fünf wichtigsten Kompetenzen zur besseren Verwaltung hybrider IT-Umgebungen sind Tools und Messdaten zur hybriden IT-Überwachung und Verwaltung (48 Prozent), Automatisierung (42 Prozent), verteilte Architekturen (41 Prozent), Anwendungsmigration und API (jeweils 32 Prozent).
  • 49 Prozent der Befragten gaben an, von der Geschäftsführung und der gesamten Organisation die Unterstützung zu erhalten, die sie benötigen, um die Kompetenzen zum besseren Verwalten einer hybriden IT-Umgebung zu entwickeln oder zu verbessern.
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