Open Source vom Fraunhofer ESK

Ernest findet Fehler im Software-Entwurf für embedded Systeme

| Redakteur: Ulrike Ostler

Ein Ernest-Modell lässt sich in Simulationen wandeln, um Eigenschaften des Systems besser analysieren zu können.
Ein Ernest-Modell lässt sich in Simulationen wandeln, um Eigenschaften des Systems besser analysieren zu können. (Bild Fraunhofer ESK)

Das Fraunhofer ESK stellt eine Basis-Variante des Werkzeugs „Ernest“ als Open Source zur Verfügung. Entwickler, die sich das Framework auf der Plattform „GitHub“ herunterladen, können das Werkzeug kostenfrei nutzen und haben darüber hinaus vollen Zugriff auf den Sourcecode.

Das Framework Ernest richtet sich vor allem an Entwickler, die modellbasierte Software zum Beispiel für Fahrzeuge entwerfen. Das Tool hilft ihnen dabei, bereits in einem frühen Stadium der Modellierung Softwarefehler in der Architektur bezüglich nicht-funktionaler Anforderungen wie Zeitverhalten zu entdecken – und so Zeit und Entwicklungskosten zu sparen.

Ein schwieriges Kapitel bei der Entwicklung von Software für eingebettete, vernetzte Systeme ist die Einhaltung von Anforderungen wie beispielsweise Zeitschranken, da diese oft über mehrere verteilte Komponenten hinweg sichergestellt werden müssen. Ernst erzeugt aus dem Softwaremodell eine Simulation, die das Kommunikationsverhalten nachbildet.

So genannte Timing-Traces erfassen das Zeitverhalten und geben an, an welchem Port zu welchem Zeitpunkt eine Nachricht angelangt ist. Im Anschluss werden die Simulationsdaten an die offene Entwicklungsumgebung Eclipse übergeben und analysiert.

Zu den Besonderheiten der Fraunhofer-ESK-Software gehört, dass das Simulations-Framework durch ein eigens entwickeltes Metamodell unterschiedliche Modellierungssprachen wie UML, EAST-ADL und Artop/Autosar analysiert. So bleibt die Analyse von der Modellierungssprache von der Systemarchitektur unabhängig.

Neues Lizenz-Konzept

Ernest wird beim Fraunhofer ESK schon seit 2010 in Forschungsprojekten eingesetzt. Bisher konnten Entwickler zwar das Framework kostenfrei anwenden, allerdings nicht selbst anpassen. Seit heute liegt der Quellcode in einem Dual License Modell vor, das heißt: Das Basis-Framework steht als quelloffener Code auf GitHub (unter Eclipse Public License, EPL bzw. GNU Public License Version 3, GPLv3) zur Verfügung.

Links wird der Hardware-Entwurf eines Brake-by-Wire-Bremssystems angezeigt undrechts ist die automatische Transformation nach Ernest zu sehen.
Links wird der Hardware-Entwurf eines Brake-by-Wire-Bremssystems angezeigt undrechts ist die automatische Transformation nach Ernest zu sehen. (Bild Fraunhofer ESK)

Das Open Source Release bietet den Vorteil, dass Entwickler eigene Analysen integrieren können. Hier bietet das Fraunhofer ESK seine Unterstützung an.

Die kommerziellen Lizenz vom Fraunhofer ESK für Framework und Zusatzmodule hingegen haben den Vorteil, dass sie geschäftskritische Erweiterungen dritten Nutzern nicht offenlegen müssen, wie es bei Open Source mit so genanntem Copyleft sonst notwendig ist.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43560831 / Anwendungen)