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Intel Data Center Manager hilft beim Geld- und Stromsparen Energie- und Temperaturdaten direkt vom Server

| Redakteur: Ulrike Ostler

Mit „Intel Datacenter Manager“ (DCM) bietet der Chip-Hersteller ein Software Development Kit (SDKs) und Application Programming Interfaces (APIs)an, mit dessen Hilfe sich der Energie-Verbrauch in Rechenzentren kontrollieren und drosseln lässt. Die Software liefert Systemen für das Datacenter Infrastructure Management (DCIM) wichtige Informationen zu.

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Die Aufgaben des Intel-Tool Data Center Manager (DCM)
Die Aufgaben des Intel-Tool Data Center Manager (DCM)
(Bild: Intel)

Bis zum Jahr 2014 werden Rechenzentren rund 1,5 Prozent des weltweiten Energiebedarfs beanspruchen. Das entspricht etwa der Stromproduktion von 50 Kraftwerken, beziehungsweise 210 Tonnen des Treibhausgases CO2 oder dem Schadstoffausstoß von 41 Millionen Autos. Um diesen Strom zu erzeugen, benötigen die Produzenten rund 300 Milliarden Liter Wasser, so viel wie in 250.000 Schwimmbäder nach Olympiamaß benötigten.

Die Kosten für den Strom, der pro Jahr von Servern konsumiert werden, belaufen sich pro Jahr auf 27 Milliarden Dollar. Darüber hinaus sind die Energiekosten die Position auf der RZ-Rechnung, der am schnellsten steigt (siehe: Abbildung 1). Schon heute ist der Stromverbaruch im Rechenzentrum für 23 Prozent der Gesamtkosten verantwortlich. (Die Zahlen stammen von der International Energy Agency (IEA), der US-Umweltschutzbehörde und der Schrift "Growth in data center electricity use 2005 to 2010" von Jonathan Koomey.

Rechenzentren sind Stromfressermonster

Mit diesen Zahlen führt Jeffrey Klaus, Director Data Center Solutions bei der Intel Corp., in die Vorstellung des hauseigenen Datacenter Manager ein. Denn würde das Equipment im Rechenzentrum besser, also ressourcensparender eingesetzt, ließen sich 20 bis 30 Prozent der operativen Kosten einsparen. Dafür ist die Intel-Software gedacht.

„Wir bieten nicht selbst ein DCIM-System“, erläutert Klaus. „wenngleich DCIM die beste Erfolgsgeschichte in Sachen Return on Investment (RoI) ist, die sich heutzutage erzählen lässt. Doch Intel liefere zwei Voraussetzungen für ein effektives Management. Zu einem packt Intel Sensoren für den Energieverbrauch und Temperaturmesser direkt auf das Motherboard.

Die Werte lassen sich somit quasi direkt aus dem Server lesen und in Echtzeit interpretieren und mit weiteren Daten verknüpfen. Damit das erfolgreich sein kann, und Intel-Hardware-Informationen mit solchen von PDUs und Notstromversorgungen verbunden werden können, bildet Intel Data Center Manager eine Mittelschicht aus Web Service APIs, die DCIM-Middleware, die die verschiedenen Hardwareprotokolle versteht (siehe: Abbildung 3). Darüber liegt eine ISV-Management-Konsole.

Der Einsatz von Intel DCM

Den Data Center Manager vermarktet Intel auf drei verschiedene Art. Zum einen findet sich die Software in Lösungen von Independent Software Vendors (ISVs) wie Itracks, Rackwise und jüngst „Struxureware“ von APC by Schneider (ohne Capping), zum anderen in OEM-Lösungen von Dell, SGI, Lenovo beispielsweise und schließlich in Lösungen, die direkt von Endkunden etwa T-Systems oder Rackspace entwickelt wurden. „An die zuletzt genannten Kunden, die ihrerseits die Software nicht weiter vermarkten, lizenzieren wir unser Produkt direkt“, erläutert Klaus.

Die Möglichkeiten, die DCM bietet, teilt er in drei Bereiche: Monitoring, Trends erkennen und Kontrolle. „Viele RZ-Administratoren und –Verantwortliche wissen nicht einmal, viele Server arbeiten, geschweige denn wie viel Strom sie verbrauchen, wie viel Hitze sie erzeugen, wie ausgelastet sie sind, erläutert der Intel-Director. Das führe beispielsweise dazu, dass die Rechenzentren unterkühlt sind, also zu viel Energie für die Kühlung verwandet wird.

Das SCM-Monitoring liefere jedoch für jeden Server Echtzeitdaten über den Stromverbrauch und die Temperatur. Die Daten lassen sich zu Rack- und Row-Informationen aggregieren. Die Anwender können aber auch andere logische Gruppen bilden, etwa bezogen auf Fachbereiche und Anwendungen. Läuft etwas aus dem Ruder, lassen sich entsprechende Benachrichtigungen generieren.

Regeln für den Stromverbrauch und die Auslastung

Filter auf Log- und Temperaturdaten dienen dazu, Trends zu erkennen. Das System hebt historische Daten über ein Jahr auf.

Eine „Group Policy Engine“ erlaubt das Erstellen von Regeln für die definierten Gruppen. Diese lassen sich auch ordnen, etwa in Hierachien und zeitliche Abfolgen. Andere Regeln, etwa vorrangige Workloads lassen sich dabei einbinden. Seit 2007 erlauben Intel-basierte Systeme auch ein „Power Capping“; zum Beispiel lässt sich an der NASDAQ für ausgewählte Rechner-Gruppen während des Nachbetriebs die Energiezufuhr drosseln oder gar abschalten.

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Die Policies werden in der Firmware der Server installiert; das heißt das System benötigt kaum Bandbreite, kein Betriebssystem und es ersetzt intelligente Stromleitungen.

Sensoren sind teurer

Bisher setzen die Anwender bei der Datacenter-Überwachung auf Sensoren. „Deren Installation und Auswertung ist viel teurer, als eine Kontrolle und Regulierung mit unserem DCM“, sagt Intel-Manager Klaus. Zudem ließen sich mit der eigenen Software sehr detaillierte „Server-Maps“ erstellen. Zum Beispiel teilt das System nicht nur mit, welcher Server überlastet, sondern auch welcher nur unzureichend ausgelastet ist.

Selbst wenn die reguläre Stromversorgung ausfällt und die USV anspringt, könne DCM noch Vorteile bringen. Denn weiß das System, welche Maschinen, unter welcher Last, mit wie viel Energie laufen müssen, lässt sich die Laufzeit der Notstromversorgung verlängern.

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