Energie-Effizienz oder Ineffizienz im Rechenzentrum, Teil 2 Energie-Management = Sparen mit Plan

Autor / Redakteur: Jeffrey Klaus/ Andreas Beuthner / Ulrike Ostler

Es gibt viele Trends und Innovationen, die es Data-Center-Teams ermöglichen, auch sehr große Rechenzentren produktiv und effizient zu betreiben. Um aber bei der Energie-Effizienz in der ersten Klasse zu spielen, sind umfassende und ganzheitliche Ansätze im Energie-Management unumgänglich.

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Wie die warme von der kalten Luft getrennt wird und ob die Ströme optimal gelenkt werden, ist im Idealfall für ein DCIM-Tool genauso relevant wie die Informationen, wann wo virtualisiert wird und welche Server aktuell außer Betrieb gehen könnten.
Wie die warme von der kalten Luft getrennt wird und ob die Ströme optimal gelenkt werden, ist im Idealfall für ein DCIM-Tool genauso relevant wie die Informationen, wann wo virtualisiert wird und welche Server aktuell außer Betrieb gehen könnten.
(Bild: Fujitsu)

Damit die Energiebilanz in den grünen Bereich kommt müssen sich RZ-Verantwortliche auf eine pro-aktive Energie-Management-Strategie festlegen. Denn die bekannten Konsolidierungsmaßnahmen wie Hardware-Erweiterung und Server-Virtualisierung steigert die Performance der Infrastruktur, verbessert aber nicht zwangsläufig den Ressourceneinsatz von Strom, Kühlung oder auch die Raum- und Kapazitätsauslastung.

Ursprünglich versprachen Virtualisierungsinitiativen eine Reduzierung der Betriebskosten, die Hand in Hand geht mit einer besseren Leistungserbringung und der Aussicht auf ein skalierbares Rechenzentrum. Aus Sicht des Power-Management erwiesen sich die Virtual Machines (VM) als ein schwieriges Werkzeug. Denn je mehr VMs zum Standardservice einer IT-Umgebung werden, desto höhere VM-Lasten stellen sich in der Regel ein.

Das verstärkt sich vor allem durch die Konsolidierung von IT-Applikationen und die Einführung von Blade-Servern. Solche Maßnahmen erweitern die Server-Kapazitäten und führen schnell zu einer höheren Auslastung. Ergebnis: Der Stromverbrauch pro Rack erhöht sich ebenfalls.

Fragen, die sich stellen

Die höhere Leistungsdichte in den Racks ist in zweierlei Hinsicht problematisch. Einmal können sie die Rechenkapazitäten eines Data Center erweitern, das gar nicht für eine virtualisierte Umgebung entwickelt wurde. Zweitens besteht die Gefahr von Hot Spots im Rechenzentrum, die zu Fehlfunktionen führen, wenn Klima-Anlage und Luftstrom nicht angepasst wurden. Beide Fälle sind potentielle Kostentreiber.

Einmal sollte jeder RZ-Betreiber wissen, wie hoch die Rack-Dichte im Rechenzentrum tatsächlich ist. Frage zwei: Wurde bei der Anschaffung der Blade-Server auf maximalen Return on Investment geachtet oder sind zu viel Racks vorhanden? Viele Legacy-Zentren heute, vor allem in Ländern mit älteren Power-Delivery-Infrastrukturen, fahren das Rechenzentrum mit ausgelasteten Racks und ineffizienter Stromverteilung nur um die Vorteile der Virtualisierung zu nutzen.

Versorgungssicherheit

Nicht an jedem Standort können Versorgungsunternehmen garantieren, dass jederzeit Strom in ausreichendem Maß zur Verfügung steht. Naturkatastrophen wie in Japan oder starke Schwankungen im Echtzeit-Stromverbrauch von Stadt und Region nehmen Einfluss auf die Lieferstabilität durch den regionalen Stromversorger. Solche Überlegungen sind nicht von der Hand zu weisen, da sich Engpässe in der Stromversorgung unmittelbar auf die Betriebssicherheit des Data Center auswirken.

Das Energie-Management sollte deshalb über einen Notfallplan verfügen, der den Rechenbetrieb auch bei einer eingeschränkten Versorgungslage aufrecht hält. Ein sparsamer Umgang mit Energieressourcen bedeutet eben auch Vorsorge für den Notfall.

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