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Terrahes Rechenzentrumsblog Einhausung „Warum denn das?“ (Teil 3)

| Redakteur: Ulrich Roderer

Wie in den vorherigen Blogs besprochen, ist die Grundvoraussetzung für eine Einhausung die konsequente Trennung zwischen dem kalten und dem warmen Gang. In den letzten drei Jahren haben sich mehrere unterschiedliche Klimatisierungslösungen etabliert, die auf anderen Luftführungskonzepten basieren.

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Ulrich Terrahe zu Klimatisierung ohne Doppelboden
Ulrich Terrahe zu Klimatisierung ohne Doppelboden
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei den beiden zuvor geschriebenen Blogs bin ich dabei gedanklich von einer Klimatisierung über einen Doppelboden ausgegangen.

Bei den sogenannten Inrow-, Sidecooler- oder Reihenkühlkonzepten sind die Klimageräte in den Datenschrankreihen integriert. Sie saugen die warme Luft im Warmgang an, kühlen sie über Wärmetauscher (wassergekühlt oder mit Direktverdampfern) und blasen sie in den kalten Gang wieder ein. Bei dieser Lösung ist der Kühlprozess bis an die Racks herangeführt. Hierbei dient ein niedriger Doppelboden als Trasse für die Kühlwasser- oder Kühlmittelleitungen. Alternativ kann auf einen Doppelboden verzichtet werden, wenn die Versorgungsrohre über die Decke an die Klimageräte herangeführt werden. Bedenken sollte man hierbei, dass Wasser oder Kältemittel bis tief in die Rechenzentrumsflächen gezogen werden. Im Rahmen des eigenen Sicherheitskonzeptes muss festgelegt sein, ob dieses Risiko zu akzeptieren ist. Ferner sollten geeignete Maßnahmen getroffen werden, um mögliche Schäden zu verhindern bzw. zu minimieren. Bei dieser Lösung besteht die Möglichkeit, den warmen oder den kalten Gang einzuhausen.

Eine weitere Lösung zur Kalt-Warmgangproblematik stellt die Klimatisierung über eine abgehängte Decke dar. Der warme Gang wird hierbei bis zur abgehängten Decke eingehaust und über Rückluftgitter verbunden. Alternativ kann die warme Luft über einen „Schornstein“ direkt am Rack in die Decke geführt werden. In beiden Fällen handelt es sich somit um eine Warmgangeinhausung.

Ohne Doppelboden

Bei diesen Lösungen kann auf den Doppelboden verzichtet werden. Das von den Servern benötigte Luftvolumen wird über Zuluftgitter oder über Präzisionsklimageräte in den Raum eingeblasen. Eine interessante Anwendung für dieses Verfahren ist das Kyoto Cooling.

Weitere, in Deutschland noch wenig im Einsatz befindliche Lösungen sind Luftkühler im Doppelboden oder oberhalb des warmen oder kalten Ganges. Meines Erachtens handelt es sich hierbei jedoch um Speziallösungen, die keine große Rolle spielen werden.

Abschließend bleibt noch die Frage, ob die Kaltgang- oder die Warmgangeinhausung die bessere Lösung darstellt. Eine pauschale Aussage ist hierbei nicht möglich, da es auf mehrere Rahmenbedingungen ankommt: Zunächst einmal spielt das zur Verfügung stehende Lüftungskonzept eine entscheidende Rolle. Bei einer Luftführung über den Doppelboden ist die Kaltganglösung baulich einfacher umzusetzen, bei der abgehängten Decke die Warmganglösung. Bei den Side- oder Inrowgeräten ist es einerlei.

Es gibt zwei nennenswerte Vorteile der Warmgangeinhausung: Zum einen stellt der RZ-Raum den Kaltgang dar und damit hat das Rechenzentrum beim Betreten die Zulufttemperatur. Zum anderen kann dadurch in diesen Bereich auch andere IT aufgestellt werden.

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