Cloud Computing – ein Trend revolutioniert die Geschäftswelt, Teil I

Einführung: Unterschiedliche Spieler mischen den Markt auf – Ein Überblick

12.12.2008 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Andreas Donner

Cloud Computing ist bereits Realität, wie Amazon, eBay, Flickr, Facebook oder YouTube zeigen
Cloud Computing ist bereits Realität, wie Amazon, eBay, Flickr, Facebook oder YouTube zeigen

Das Cloud Computing heute schon Realität ist, zeigen nicht zuletzt Anwendungen wie Amazon, eBay, Flickr, Facebook oder YouTube. Wir kaufen im Internet ein, stellen Bilder und Videos ins Web und tauschen uns aus. Unsere Bankgeschäfte erledigen wir übers Web. Alles ohne langwieriges Training – die Funktionen sind intuitiv und die Plattformen passen sich scheinbar mühelos der Zahl ihrer Nutzer an. Was mit dem Consumer-Web begonnen hat, hält mittlerweile Einzug in die Geschäftswelt. Doch wie nachhaltig ist der Hype tatsächlich?

Beispiel: Google Apps. Businessfähige Office-Anwendungen halten Einzug in den Arbeitsalltag der User und sind von jedem Standort aus einsatzbereit. Dokumente in verschiedensten Versionen via Mail zu verschicken gehört damit der Vergangenheit an. Nach Lesart der Anbieter bringt die Online-Zusammenarbeit vor allem deutlich mehr Effizienz als in der stationären Welt der starren Anwendungen und Dienste.

Und täglich kommen neue Funktionen hinzu, ohne dass der User irgendwelchen Aufwand und Ärger mit Installationen hat. Sind die Anwendungen zukunftsträchtig, finden sie auch unter anderen Anbietern von Cloud Computing neue Anhänger. Beispielsweise hat CRM-Spezialist Slesforce.com Google Apps in seine Lösung Salesforce CRM integriert.

Einer der großen Vorteile von webbasierten Anwendungen ist gerade, dass sie aufgrund ihrer hohen Skalierbarkeit für alle Unternehmensgrößen einsetzbar sind. Bei Salesforce.com rekrutieren sich die rund 50.000 Kunden zu jeweils einem Drittel aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen. „Gleichgültig, ob Ich-AG oder Großkonzern mit mehreren Tausend Nutzern: Der ‚Salesforce-Hut’ passt jedem Kopf“, sagt Joachim Schreiner, Area Vice President Central Europe bei Salesforce.com Deutschland.

Offenbar entbehren die hochgesteckten Erwartungen nicht ganz der Realität. Denn Online-Plattformen wie Google Apps und Zoho verzeichnen massiven Zulauf von Firmenkunden, die nach der Finanzkrise und wirtschaftlichen Rezession mehr denn je Kosten sparen wollen – und dabei in zunehmender Zahl bereit sind, der reinen Desktop-Software den Rücken zu kehren. Entspricht das dennoch nicht eher dem Wunschdenken der Anbieter?

Dass der Trend die IT-Welt nachhaltig verändern wird, davon gehen auch die Marktanalysten wie Gartner aus. Laut den Auguren drängen in den nächsten drei Jahren die „Early Adopters“ darauf, ihre Kapitalausgaben zu reduzieren und stattdessen rund 40 Prozent ihrer IT-Infrastruktur als Service zu beziehen. (Quelle: Gartner‘s Top Predictions for IT Organizations and Users, 2008 and Beyond: Going Green and Self-Healing, Jan. 8, 2008)

  • Bis 2012 werden 80 Prozent der Fortune 1000-Unternehmen Cloud Computing-Dienste nutzen. 30 Prozent davon werden auf Cloud Computing-Infrastruktur entfallen. (Quelle: Gartner Inc., Web Platforms: Doing Business in the Cloud, Gartner Application Architecture, Development & Integration Summit, 9. bis 11. Juni 2008)
  • Cloud Computing wird bis zum Jahr 2015 rund die Hälfte aller neuen Enterprise IT ausmachen und rund 25 Prozent aller Geschäftsprozesse abdecken. (Quelle: Saugatuck Technology, Enterprise-Ready SaaS: Blue Chip Solution in the Business Portfolio? 10. Juli 2008)

Begrifflich sind die einzelnen Marktsegmente irgendwo zwischen Software-as-a-Service (SaaS), Cloud Computing und Virtualisierung anzusiedeln. Sie sind jedoch ebenso schwer voneinander abzugrenzen, wie es gelingt, heute schon die führenden Player in diesem komplexen Umstellungsprozess auf webbasierte Dienste und On-Premise-Anwendungen auszumachen.

„Wir schätzen, dass der SaaS-Markt bis zum Jahr 2012 auf 22 bis 37 Milliarden US-Dollar anwachsen wird“, kalkuliert Joachim Schreiner. Dabei sollen nicht nur bekannte Funktionalitäten bestehender On-Premise-Anwendungen ersetzen werden. Salesforce.com rechnet auch mit vollkommen neuen Anwendungen, die es so in der Welt der fest installierten Software noch gar nicht gibt.

Auch die nicht unbedingt für luftige Prognosen bekannte Unternehmensberatung McKinsey sieht durchaus einen nachhaltigen Trend. Gehe man von den oben genannten Zahlen für den SaaS-Markt aus, so werde der Markt für SaaS-Plattformen – einige Analysten gebrauchen auch den Begriff Platform-as-a-Service – bis 2012 auf rund fünf bis elf Milliarden US-Dollar anwachsen (Quelle: McKinsey and Company, Emerging Platform Wars in Enterprise Software, June 2008).

Trotz dieser grundsätzlich positiven Marktaussichten, fällt es dennoch schwer, den Trend zu greifen. Gerade Entscheider aus Unternehmen sind quasi „in der Wolke“ gefangen, wenn sie damit beginnen, die Wirtschaftlichkeit eines Projektes zu bewerten und daraus einen konkreten Implementierungspfad abzuleiten.

weiter mit: Wie planbar sind IT-Projekte: Vorreiter Salesforce.com?

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