Suchen

Server, Storage, Netzwerk und mehr Eine Flut neuer Modelle bei IBM

Redakteur: Wilfried Platten

Ein fettes Paket an Neuheiten und Updates hat IBM da zur Vorstellung in Las Vegas geschnürt - genauer, die Systems & Technologies Group, die sich um die Server, die Speichersysteme und den Netzwerkbereich kümmert. Und ein Jubiläum wurde auch gefeiert.

Firmen zum Thema

IBM integriert Hardware verstärkt in vorkonfigurierte, teilweise branchenspezifische Pakete.
IBM integriert Hardware verstärkt in vorkonfigurierte, teilweise branchenspezifische Pakete.
(Bild: IBM)

Der 25. Geburtstag des IBM i Betriebssystems wurde mit der 25th Anniversary Edition gewürdigt, ging aber angesichts der Flut an Neuvorstellungen fast unter. Zur besseren Übersicht deshalb die wichtigsten Neuvorstellungen vorab in Kurzform:

  • Server der Pure Systems Reihe für Cloud, Mobile, Social und Analytics
  • Branchenspezifische Server-Modelle der Power Systems Reihe
  • Branchenspezifische Technical Computing Pakete
  • Flash-Systeme für die Storwize V7000- und XIV-Familie
  • LTFS Enterprise Edition für das GPFS-Dateisystem
  • Dashboard für den Tivoli Storage Manager (TSM)
  • Fibrechannel SAN-Switch
  • Vertikale Lösungen, unter anderem für die Branchen Automobil, Luftfahrt und Life Sciences.

Ein genereller Trend ist dabei - übrigens nicht nur für die IBM - unübersehbar. Appliances, vorkonfigurierte Server und integrierte (Teil)-Lösungen mit Server, Storage und passender Middleware im Paket werden feiern fröhliche Urstände und werden im Portfolio immer wichtiger. Der Hersteller übernimmt also (wieder) einen Teil der Aufgaben, die bislang von Systemhäusern und Integratoren abgearbeitet wurden. Das soll diesen, offiziell, die Arbeit erleichtern. Fakt ist aber auch, dass ein Teil der Wertschöpfungskette damit (zurück) zum Hersteller wandert.

Technical Computing

Am weitesten gehen dabei die Technical Computing Lösungen. Sie integrieren die Platform-Computing-Software direkt in IBM Power Systems, Flex Systems, System x, iDataPlex und IBM Storage Systeme. Die Application Ready Solutions sind für kleinere und mittelgroße Kunden aus der Automobil-, Luftfahrt-, Öl-/Gas- und Life-Sciences-Branche konzipiert und sollen dort für High-Performance-Cluster, Grids und Remote-3D-Visualisierungs-Clouds eingesetzt werden.

Für die hochintegrierten PureSystems wurden zudem neue Lösungen für Cloud, Mobile, Social und Analytics vorgestellt. Die neuen Angebote umfassen:

  • PureFlex für Cloud Backup und Recovery: Diese neue Lösung enthält spezialisierte Patterns auf Basis von Tivoli Storage Manager, Microsoft Hyper-V und der SAP Business Suite.
  • Mobile Application Platform Pattern: Eine Mobile-Lösung auf Basis des Worklight Servers auf PureSystems sowohl für Power und x86.
  • Connections-Patterns, mit denen Social-Business-Plattformen auf PureSystems bereitgestellet werden können.

Storage

Die neuen Storage-Systeme setzen voll auf Flash. Und das über die Modellreihen hinweg: von Einstiegsmodellen V3700 über die Midrange-Systeme der XIV-Familie bis zum Flaggschiff DS8870.

Ein wichtiges Thema ist in diesem Kontext das Storage Tiering. Die SSDs werden dabei für die Speicherung der "heißen" Daten eingesetzt, während weniger häufig genutzte Informationen auf günstigeren SAS-Platten abgelegt werden. Die Zuweisung erfolgt über entsprechende ausgefeilte Algorithmen, die für ein optimiertes Tiering sorgen. Das soll zu einer intern gesteuerten Selbstoptimierung der Speicher-Performance bereits beim Einstiegsmodell V3700 führen.

In dem Spitzenmodell DS8870 führt IBM eine neue "Top"-Stufe des Storage Tiering ein: Während üblicherweise die heißen Daten auf den schnellsten Flash-Speichern im Storage System gehalten werden, schiebt sie der SSD-Drawer in den Flash eines angeschlossenen Power 7 Servers, ohne dass dabei die Storage Software der DS8870 die Kontrolle darüber abgibt. So bleiben die Daten transparent für die sie nutzenden Applikationen. Da ist es fast schon eine Fußnote, dass für die Storwize V7000- und XIV-Familie jetzt Platten mit 4 Terabyte die Kapazität um 33 Prozent erhöhen.

In dieses Tiering-Konzept passt auch das Linear TapeFile System (LTFS) von IBM. Auch wenn das Tape schon vielfach totgesagt wurde, als quasi unterste oder letzte Speicherebene, auf der selten oder gar nicht mehr genutzte Daten aus Backup- oder Archivierungsvorgängen abgelegt werden, macht es unter Kapazitäts- und Kostengesichtspunkten durchaus immer noch Sinn. Neu ist die Option, Tape Libraries mit LTFS in GPFS-Umgebungen zu integrieren. GPFS ist ein 64-Bit-Dateisystem mit entsprechend großem Adressraum, das auf Servern eingesetzt werden kann.

Server

Womit wir nochmal bei den Servern wären. Von den neun Paketlösungen auf Basis der Power Systems Server sind allein fünf für die vertikalen Branchensegmente Gesundheit und Handel konzipiert. Für das Gesundheitswesen wurden Lösungen entwickelt, um die Patientenversorgung und die Patientenserviceerfahrung zu verbessern, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken und die Ressourcenauslastung zu optimieren. Die Retail-Lösungen können Einzelhändlern helfen, Kunden personalisiertere Einkaufserlebnisse zu vermitteln. Drei weitere Lösungen bieten branchenneutral Funktionen wie Predictive Analytics, Scoring-und Optimierungsverfahren sowie schlüsselfertige Cloud-Angebote.

Netzwerke

Im Netzwerk-Bereich geht IBM, im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern, über einen SDN-zentristischen Ansatz hinaus. Ja, SDN mit OpenFlow als Standard macht für IBM im Umfeld von Cloud und ISVs Sinn. Nein, es ist kein Allheilmittel, denn beispielsweise für Telekommunikationsanbieter ist die Network Functions Virtualization laut IBM der passendere Ansatz. Und dann gibt es da ja auch noch die jüngst immer beliebter werdenden Overlay Netwoks.

IBM spricht daher von Software Defined Environments, die all diese Technologien als Bausteine behandeln, die zu einem sinnvollen Ganzen quasi zusammengesteckt werden. Der Charme dabei: Es kann das bereits vorhandene Netzwerk, die existierende IP-Infrastruktur genutzt werden. Und auch hier findet ein Tiering statt, bei dem Subnetze gebildet werden, etwa um die Zahl der unterstützten Mandaten extrem zu steigern.

Entscheidend sind dabei die entsprechenden Schnittstellen und APIs, die als Connectoren die Bausteine sinnvoll verbinden. IBM positioniert sich hier eindeutig als Unterstützer von OpenStack als offenem Standard.

(ID:40017500)