Wiederverwendung als größere Thin Clients könnte Kosten einsparen

Ein zweites Leben für ältere PCs

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

"Mein PC daheim ist ja moderner als die Kiste im Büro."
"Mein PC daheim ist ja moderner als die Kiste im Büro." (Bild: Paul-Georg Meister, pixelio.de)

Wären da nicht diese User, die über ihre „alten Kisten“ meckern. Die sind zwar auch nicht ausgelastet, aber es muss ein neues Gerät her, dass für Office und Groupware nicht ein Hundertstel seiner Power braucht. Es geht auch anders.

Der PC-Markt schrumpft. Die privaten Anwender ziehen lieber gleich Tablets vor. Eine Stütze sind noch Unternehmen und Verwaltungen, die sich genötigt sehen, laufend neue PCs anzuschaffen. Schon der eigenen Mitarbeiter wegen, welche Antwortzeiten oder die Ladezeit von webfail.de für ein Zeichen alter Geräte halten. Manchen Organisationen reicht es.

Thin Clients werden in den Büros beliebter

Nicht von ungefähr geht der ITK-Branchenverband Bitkom aufgrund von IDC-Zahlen davon aus, dass die Verkaufszahlen von Thin Clients in Deutschland bis 2018 alljährlich im Schnitt um neun Prozent wachsen werden. Das macht bis 2018 einen Gesamtumsatz von mehr als einer halben Million Thin Clients, etwas genauer: 550.000 Geräte.

Für die kleinen Rechner spricht, dass sie ohne Lüfter leiser arbeiten und mangels Festplatte keine drehenden Teile haben, weshalb sie weitgehend wartungsfrei sind. Vor allem aber verbrauchen sie weniger Strom, Sicherheitsmaßnahmen lassen sich einfacher einsetzen, und der Support-Aufwand ist geringer. Allerdings liegt der Anschaffungspreis von Thin Clients auch schon in der Region durchschnittlicher Office-PCs.

Kostenfrage: Braucht es moderne PC-Power wirklich?

Vielerorts belebt der auf der IT lastende Kostendruck bei jeder Neubeschaffung von PCs alte Diskussionen. „Dies führt dazu, dass Investitionen in neue Hardware häufig möglichst lange hinausgeschoben werden“ erklärt Emanuel Pirker, Geschäftsführer der Stratodesk Software GmbH. „Zum anderen stellt sich auch zunehmend die Sinnfrage: Benötigt ein Mitarbeiter außerhalb spezieller Bereiche wie etwa Grafik oder Videobearbeitung wirklich einen Rechner am Arbeitsplatz, dessen Leistungsfähigkeit bei den typischen Büroanwendungen in der Regel nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft wird?“

Pirker formuliert das freilich nicht ganz wertfrei. Stratodesk bietet zum einen selbst eine Linux-basierende Thin-Client-Umgebung „Liscon“ an. Zum anderen vertreibt die Firma mit „NoTouch Desktop“ eine Lösung, mit der sich ältere PCs wie Thin Clients im größeren Format weiter verwenden lassen. „Repurposing“nennt Stratodesk das.

Die Alternative heißt "Repurposing"

Preislich ist so eine Herangehensweise kaum zu schlagen. Ein paar Probleme mit der Sicherheit könnte man bei der Gelegenheit auch gleich loswerden. Ziemlich viel Strom verbrauchen die umfunktionierten Geräte immer noch. Aber sie haben noch nicht das Ende ihrer Lebenszeit und damit die so genannte „Entsorgung“ erreicht. Solch ein Vorgehen wäre also nachhaltig und unter ökologischen Aspekten von Vorteil. Jetzt müsste man nur noch die Systeme in neue Gehäuse verpacken; mal schauen, ob die User dann noch meckern...

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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