Was ist Software Defined Storage?- eine Ergänzung

Ein Hypervisor ist nicht alles!?

| Autor / Redakteur: Siegfried Betke* / Ulrike Ostler

Block-Storage spielt bei der Speichervirtualisierung eine wichtige Rolle.
Block-Storage spielt bei der Speichervirtualisierung eine wichtige Rolle. (Bild: © vege - stock. adobe.com)

So soll es sein. Siegfried Betke, ein offenbar sehr aufmerksamer Leser von DataCenter-Insider, hat unseren Basiswissen-Artikel über Software Defined Storage (SDS) gelesen, und fand ihn unzureichend. Doch nicht nur das: Er hat sich auch hingesetzt und eine Erweiterung verfasst:

Heute ist man schnell versucht Speichervirtualisierung, Storage Hypervisor und Software defined Storage (SDS) als im Prinzip gleichbedeutend darzustellen. Jetzt gibt es hier kleine aber doch feine Unterschiede.

Die Speichervirtualisierung hat es ermöglicht, nicht nur eine Festplatte oder Speichersysteme zu unterteilen (zu partitionieren), sondern Speichersysteme und auch Festplatten zu poolen und diese zu unterteilen. Zur besseren Verwaltung hat man jetzt den Storage Hypervisor eingesetzt, dieser hat die Kontrolle über die einzelnen Speicherpartitionen ähnlich dem Hypervisor bei der Server-Virtualisierung.

Mit einem Hypervisor werden die virtuellen Hardware-Partitionen verwaltet. Damit hatte man erreicht das man mit einem ähnlichen Feature-Satz wie gängige Speichersysteme, diese Features unabhängig von den Möglichkeiten der Speichersysteme gleichbleibend darüberlegen konnte.

Das ging der Entwicklung voraus

Daraus ergaben sich Vorteile für Hochverfügbarkeit und Beschleunigung von einzelnen Anwendungen zusätzlich zu den Marketing-Messages der Hersteller. Das Marketing der Hersteller ist sehr stark auf die Themen, Silovermeidung, Kostenersparnis, Vendor Lockin, ausgerichtet.

Wenn man nun die letzten Jahre betrachtet, dann hat sich die zu speichernde Datenmenge alle zwei Jahre verdoppelt, genauso wie die Kapazitäten pro Festplatte sich im gleichen Zeitraum verdoppelt haben. Das lässt den Schluss zu, dass bei einem Austausch des vorhandenen Speichers keine zusätzlichen Speichersysteme benötigt wurden.

Hat man in der Anfangszeit von Speichersystemen nur über Block-Storage gesprochen, wurde durch die Einführung von NAS Storage ein großer Teil der Daten nicht mehr primär auf Blockspeicher gelagert. Der überwiegende Teil der unstrukturierten Daten wurde auf NAS Systemen gespeichert.

Der Einsatz von NAS

Heute haben wir über 75 Prozent der gespeicherten Daten auf NAS Systemen. Was zu Hybridsystemen geführt hat welche Block und File auf der gleichen HW ablegen, was bis zu einer bestimmten Unternehmensgröße ein guter Kompromiss war, um sich die Verwaltung von mehreren Speichersystemen SAN und NAS zu ersparen. Moderne Software Storage Lösungen können beides und decken damit den gesamten Markt ab.

Bei größeren Unternehmen hat dies dazu geführt, dass dort getrennte Speicherarchitekturen vorzufinden sind, unabhängig davon, ob dies nun mehr Lösungen sind wo der Hersteller der Software und der Hardware identisch ist oder nicht.

Jetzt finden wir heute nicht nur strukturierte und unstrukturierte Daten, wir müssen zu Big Data auch die Daten der virtuellen Maschinen und Daten von in Memory Anwendungen mit betrachten. Eine virtuelle Maschine ist nur noch ein Datensatz, wenn man vereinfacht betrachtet, es schaffen würde den Formfaktor für SSDs aufzubrechen, dann könnte man die Datensätze von einer oder mehreren virtuellen Maschinen auf eine SSD legen und diese dann ganz bequem durch einschieben in eine neue Processing Unit verschieben.

Hardware- oder datenzentriert?

Sicherlich könnte dieses verschieben auch von einer Software erledigt werden. Diese müsste auch in der Lage sein, alle Anforderungen, die Daten ans Speichern haben, zu verwalten und zu kontrollieren. Diese Software müsste einen datenzentrierten Ansatz haben und nicht, wie heute die gängigen SDS-Systeme, einen hardwarezentrierten Ansatz.

Einige gute Konzepte findet man im Objektspeicherbereich, da hier von Hause aus die Daten als Objekt betrachtet werden. Aber in letzter Instanz definiert heute die Anwendung, besser gesagt der Administrator, welche Daten auf welche Speichersysteme geschrieben werden.

Sicher gibt es innerhalb der unterschiedlichen Speicherlösungen Features bei der dann die Speichersoftware definiert, wohin was geschrieben wird - aufgrund der Nutzungshäufigkeit der einzelnen Speicherinhalte, aber nicht auf Basis der Zusammengehörigkeit von Daten oder deren Wichtigkeit. Es fehlen heute noch die Konzepte, wie man mit der steigenden Anzahl unterschiedlicher Daten umgeht. Der Wechsel zu Flash-Speicher-Medien macht dies mit Sicherheit nicht einfacher.

*Siegfried Betke hat den ArtikelWas ist Speichervirtualisierung oder SDS? Mit einem Storage-Hypervisor wird es abstraktgelesen und im Forum kritisiert.

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