Kritik an unberechenbarer und stockender Produktentwicklung

Ein Fork von OTRS entsteht

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Der von Cape gestartete Fork soll unter der gleichen Open-Source-Lizenz wie OTRS erscheinen. Das Ganze wird schrittweise ablaufen. Zunächst will Cape seine weitere Produktlinie auf eine schon überarbeitete Version von OTRS 5 stellen. Dieses OTRS-Release ist vor wenigen Tagen erschienen und soll letztmals die Grundlage von KIX4OTRS sein.

Ab OTRS 5 wird die gesamte Codebasis erneuert

Die Version 8.0 von KIX4OTRS soll die letzte unter diesem Namen sein; sie will Cape voraussichtlich im Januar nächsten Jahres freigeben. Dieses Release soll nicht mehr mit umfangreichen neuen Features aufwarten; der Fokus dürfte dann bereits auf dem neuen Softwareprodukt liegen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich Cape in Sachen Forking wohl mit den eigenen Softwarepartnern abgestimmt hat. Davon ist allerdings bisher nicht explizit die Rede.

In darauf folgenden Schritten will Cape, so die Ankündigung auf der Anwenderkonferenz „die gesamte Codebasis sukzessive überarbeiten“. Angestrebt ist die „vollständige Auflösung der Abhängigkeit von OTRS“. Aus dem Produktnamen KIX4OTRS wird dann auch der Hinweis auf die einstige Grundlage gestrichen. Der neue Name dürfte „KIX“ sein, denn der Hauptvortrag auf der Konferenz stand unter dem Titel „Sag doch einfach KIX“.

KIX statt KIX4OTRS und die Folgen

Die ersten zwei Buchstaben stehen wie früher für Kunden-Informationssystem. Das „X“ bezieht sich wohl darauf, dass Cape das Hauptprodukt nicht nur für das IT-Service-Management, vor allem Helpdesks, positioniert. Seit geraumer Zeit platzieren die Chemnitzer die Software auch als Lösung für Überwachung und Services in Industrie-Umgebungen.

Die Ablösung von OTRS schlägt sich auch in der Unterstützung älterer Versionen von KIX4OTRS nieder. Die Version 8.0 auf Basis eines modifizierten OTRS 5 wird bis Ende 2018 unterstützt. Die noch vor der Anwenderkonferenz vorgestellte Version 7.1 (Basis ist OTRS 4) wird bis Ende 2017 gepflegt. Die Versionen 6.1 (mit OTRS 3.3) und 5.1 (mit OTRS 3.2) sind für Ende 2016 beziehungsweise 2015 abgekündigt. Unbekannt ist, was mit den OTRS-Community-Modulen und den OTRS-Zusatzmodulen geschehen wird. Letztere gibt es funktional ohnehin schon für das jetzige KIX4OTRS.

CAPE IT fühlt sich stark genug

Von KIX soll es eine Basis- und eine Pro-Version geben. Es existieren noch keinerlei Hinweise, was sie unterscheiden könnte. Cape hat ferner bisher nicht präzisiert, in welcher Form die weitere Entwicklung des OTRS-Ersatzes KIX laufen soll. Software für IT-Service-Management ist eine sehr delikate Angelegenheit und empfindlich. Cape dürfte heute personell stark genug sein, mit wenigen Business-Partnern eine gemeinsame Basis als Alternative zu OTRS auf die Beine zu stellen. Cape kündigte für die nächsten Wochen weitere Informationen an.

Das in mehr als zehn Jahren entwickelte KIX4OTRS hat rund 235.000 Lines of Code in gut 1200 Files. Cape bezeichnet es als „das umfangreichste Community-Paket weltweit“.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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