Microsoft zeigt Quanten-Computing, Kubernetes und Kampagnen

Edge Browser bringt Internet Explorer zurück

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Präsentierte Edge auf der Build 2019: Divya Kumar, Group Product Marketing Manager bei Microsoft.
Präsentierte Edge auf der Build 2019: Divya Kumar, Group Product Marketing Manager bei Microsoft. (Bild: © 2019 Microsoft)

Der „Internet Explorer“ kehrt zurück, die Begrenzungen traditioneller Dokumente verblassen und Werkzeuge für Quanten-Computing werden als Open Source bereitgestellt – das sind nur drei der zahlreichen Ankündigungen von Microsoft auf der „Build 2019“.

Nachdem Microsoft schon vor Beginn der Build 2019 einen thematischen Rahmen abgesteckt hatte, legte der Konzern auf der Konferenz nach und zeigte unter anderem wie Entwickler auf „Microsoft Graph“ zugreifen, „Kubernetes“ Workloads beschleunigen oder „PostgreSQL“ hyperskalieren.

Performance, Bots und Security für Cloud

Als Entwickler-Tools für intelligente Apps in Cloud- und Edge-Szenarien präsentierte der Anbieter dabei folgende Features für den „Azure Kubernetes Service“ (AKS):

  • Kubernetes Event-Driven Autoscaling (KEDA) bietet eine neue Hosting-Option für „Azure Functions“, die als Container in Kubernetes-Cluster bereitgestellt werden kann und Komponenten wie das Programmiermodell oder den Skalierungs-Controller für sämtliche Kubernetes-Implementierungen nutzbar macht. KEDA ist ab sofort als Public Preview verfügbar.
  • Azure Policy für AKS sichert AKS-Cluster zentral und konsistent ab, blockiert auftretende Richtlinienverstöße während der Runtime und führt Compliance-Bewertungen für alle bestehenden Cluster durch.

Des Weiteren hat Microsoft eine neue „Hyperscale (Citus) Option“ für Azure Database for PostgreSQL präsentiert. Damit will der Anbieter auf exponentiell wachsende Datenmengen reagieren und eine Grundlage für KI-Anwendungen legen.

Mit dem Ansatz Semantic Machines will der Anbieter leistungsfähige Conversational Interfaces aufbauen. Die sollen nicht nur in Microsofts Sprachassistentin Cortana einfließen, sondern auch Entwicklern bereitgestellt werden: im „Microsoft Bot Framework“ sowie dem „Azure Bot Service“.

Schließlich hat Microsoft noch verkündet, das Azure Active Directory in Github zu integrieren. Damit nutzen Unternehmenskunden nun auch mit GithHub die Vorzüge von Identity Management und Security; Entwickler können sich mit ihrem Github-Account bei Azure anmelden.

SDKs für Productivity Cloud...

Für die „Productivity Cloud“ Microsoft 365 kündigt der Hersteller verschiedene Services und Software Development Kits (SDK) an.

Bei „Microsoft 365“ handelt es sich um eine „intelligente Komplettlösung“, die Office 365, „Windows 10“ und Enterprise Mobility sowie Security vereint, ein Rundum-Sorglos-Paket also.

Über den Dienst Microsoft Graph data connect sollen Unternehmen die Produktivitätsdaten aus Microsoft Graph mit ihren eigenen Geschäftsdaten sicher und maßstabsgetreu mit Azure Data Factory zusammenzubringen. Microsoft Graph data connect ist ab sofort als Funktion in Workplace Analytics enthalten und steht auch für Independent Software Vendors (ISVs) zur Verfügung.

Mit dem Fluid Framework plant Microsoft zudem eine Web-basierte Plattform und ein auf Komponenten basierendes Modell für die Zusammenarbeit in Teams. Damit würden die Begrenzungen traditioneller Dokumente aufgelöst, um die Zusammenarbeit über verschiedene Anwendungen hinweg zu vereinfachen. Das Fluid Framework wird noch in diesem Jahr über ein Software Developer Kit für Entwickler verfügbar. Die Technik solle außerdem in Microsoft 365 integriert werden – unter anderem in „Word“, „Teams“ und „Outlook“.

Außerdem will Microsoft Entwicklungswerkzeuge für das Quantencomputing bereitstellen. Die Open-Source-Lösungen beinhalten „Q#-Compiler“ und Simulatoren.

...und Wahlsysteme

Election Guard ist ein Open Source SDK, das Microsoft gemeinsam mit Galois entwickelt hat. Die Lösung vereint Werkzeuge, mit denen sich sichere und nachvollziehbare Wahlsysteme entwerfen lassen sollen. Ab Sommer soll das Paket auf Github bereitgestellt werden.

An politische Parteien richtet sich derweil das Angebot Microsoft 365 for Campaigns. Mit dem für Juni angekündigten Service sollen Akteure ihre Kampagnen sicher planen.

Features für Office und Edge

Schließlich kündigt Microsoft noch etliche Features für Endanwender an:

  • Das Suchfeld Microsoft Search ist nun allgemein in „Microsoft 365“-Anwendungen verfügbar;
  • Graph ermittelt per KI Fokus-Zeiten: In denen werden Benachrichtigungen unterdrückt, damit Nutzer konzentrierter arbeiten können. Die Preview ist ab Sommer verfügbar.
  • Mit Ideas soll Word online ab Juni einen KI-basierten Editor erhalten, der Vorschläge zur Verbesserung von Texten macht;
  • Outlook-Nutzer können sofort rasch per „Actionable Messages“ auf bestimmte E-Mails reagieren; Word-Nutzer ihren Kollegen ab Sommer per @Mentions Aufgaben übertragen.

Und auch beim Web-Browser Microsoft Edge gibt es Neuigkeiten. Der wird zwar wie angekündigt künftig auf dem Projekt „Chromium“ basieren, zugleich aber auch einen IE-Modus mitbringen: Dabei wird Microsofts Internet Explorer in ein Tab integriert und soll betagte Web-Anwendungen in einen modernen Browser bringen. Als weitere Funktionen kündigt der Hersteller Datenschutz-Tools sowie Sammlungen an, mit denen sich Inhalte effizienter als bisher sammeln, organisieren und teilen lassen.

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