Mismatch: IT-Komplexität und Performance

Dynatrace-Studie ermittelt, auf welche Technologien die CIOs setzen

| Redakteur: Ulrike Ostler

So viele verschiedene IT-Systeme und -Komponenten nutzen und nutzten einzelne Transaktionen, egal ob Web-basiert oder mobil, durchschnittlich - jetzt und vor fünf Jahren.
So viele verschiedene IT-Systeme und -Komponenten nutzen und nutzten einzelne Transaktionen, egal ob Web-basiert oder mobil, durchschnittlich - jetzt und vor fünf Jahren. (Bild: Dynatrace)

Komplexität erhöht die Fehlerquote und schafft Probleme. Diese Binsenweisheit belegt eine Umfrage unter 800 CIOs, die Dynatrace nun vorlegt. Die Studie belegt aber auch, wie stark die IT-Komplexität ansteigt: Eine einzige webbasierte oder mobile Transaktion nutzt heute durchschnittlich 35 verschiedene Systeme oder Komponenten, im Vergleich zu 22 vor fünf Jahren. In Deutschland hat sich diese Anzahl von zwölf auf 29 sogar mehr als verdoppelt.

Rund 70 Prozent der für die Studie „Tackling Hyper-Complexity in a Cloud Native World“ befragten deutschen und 76 Prozent der weltweit tätigen CIOs sagen, dass die steigende IT-Komplexität es bald unmöglich machen wird, die digitale Performance effektiv zu kontrollieren. Das aber bedeutet zudem, dass sich die Ausgaben für Problembehebung für jedes Unternehmen um mehr als 2 Millionen Dollar jährlich erhöhen.

Schuld an der Zunahme der Komplexität ist in den vergangenen Jahren die schnelle Einführung neuer Technologien. Der Trend setzt sich weiter fort, da weltweit 53 Prozent (in Deutschland 56 Prozent) der CIOs in den kommenden zwölf Monaten weitere Technologien einführen, zum Beispiel Multi-Cloud, Microservices und Container: So wollen CIOs hierzulande diese Technologien im nächsten Jahr noch stärker als ihre internationalen Kollegen ausbauen, obwohl in Deutschland mit 84 Prozent Multi-Cloud, mit 76 Prozent Microservices und mit 69 Prozent Container bereits leicht überdurchschnittlich genutzt werden.

Globale Unternehmen übernehmen neue Technologien in einem rasantem Tempo, sie versprechen sich davon Agilität und Kosteneffizienz, die Basis, um dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein.
Globale Unternehmen übernehmen neue Technologien in einem rasantem Tempo, sie versprechen sich davon Agilität und Kosteneffizienz, die Basis, um dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein. (Bild: Dynatrace)

Schon jetzt verbringen IT-Teams weltweit 29 Prozent (in Deutschland 28 Prozent) ihrer Zeit mit Performance-Problemen. Dies kostet jedes Unternehmen im Durchschnitt 2,5 Millionen Dollar (in Deutschland 2,1 Millionen Dollar) jährlich.

Wie wollen die CIOs das Problem angehen?

Zur Lösung dieser Herausforderungen halten 81 Prozent die Künstliche Intelligenz (KI) zur Kontrolle der steigenden IT-Komplexität für geschäftskritisch. 83 Prozent der Befragten nutzen bereits oder installieren in den kommenden zwölf Monaten KI-Lösungen, in Deutschland 85 Prozent. Allerdings haben in Deutschland erst 65 Prozent KI im Kontext der Bewältigung der IT-Komplexität identifiziert.

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Über die Studie

Matthias Scharer, VP of Business Operations bei Dynatrace, bemerkt: „Unternehmen müssen die Ansprüche einer ständig online verbundenen, digitalen Wirtschaft erfüllen und die Kunden mit echten Innovationen überzeugen. Als Konsequenz daraus wird die IT ständig weiter transformiert.“

Er führt aus: „Nach der Virtualisierung kam die Cloud-Migration und jetzt der Trend zu Multi-Cloud-Lösungen. CIOs bemerken nun, dass ihre herkömmlichen Apps nicht für die heutigen digitalen Systeme entwickelt wurden und passen sie für Cloud-native Architekturen an. Diese Veränderungen erzeugen hyper-skalierte, hyper-dynamische und hyper-komplexe IT-Umgebungen. So wird es immer schwieriger, die digitale Performance zu überwachen sowie Probleme schnell zu finden und zu beheben.“

Die Multi-Cloud lockt

Die Studie hat auch identifiziert, welchen Schwierigkeiten die Unternehmen bei der Migration auf Cloud-native Architekturen gegenüberstehen:

  • 76 Prozent (in Deutschland 70 Prozent) der CIOs sagen, dass durch die Multi-Cloud es besonders schwierig und zeitaufwendig werde, den Einfluss von Cloud Services auf die User Experience zu kontrollieren und zu verstehen
  • 72 Prozent (in Deutschland 64 Prozent) beklagen, dass die IT sehr viel Zeit für das Monitoring verschiedener Cloud-Umgebungen benötigt, wenn sie neue Services installiert
  • 72 Prozent (in Deutschland 75 Prozent) glauben, dass das Monitoring der Performance von Microservices in Echtzeit beinahe unmöglich ist
  • 84 Prozent (in Deutschland 80 Prozent) der CIOs geben an, dass die Dynamik von Containern es sehr erschwert, ihren Einfluss auf die Anwendungs-Performance zu verstehen

Die größten Herausforderungen für CIOs bei der Verwaltung von Microservices und Containern sind die Konfiguration und Wartung von Performance Monitoring (56 Prozent) sowie die Ermittlung der Service-Abhängigkeiten und -Interaktionen (54 Prozent). Dabei sagen 74 Prozent der Befragten, dass die IT unter zu großem Druck steht, die oft unrealistischen Erwartungen von Fachabteilungen und Anwendern zu erfüllen.

78 Prozent glauben, dass es immer schwieriger wird, die dafür benötigte Zeit und die entsprechenden Kapazitäten zu finden. Vier von fünf CIOs haben Probleme, die technischen Metriken der digitalen Performance mit deren Einfluss auf die Geschäftstätigkeiten abzubilden.

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