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IDC-Kommentar Dortmund im Fokus des IBM Smarter Cities Challenge

| Autor / Redakteur: Mark Alexander Schulte, Consultant bei IDC in Frankfurt / Katrin Hofmann

Die Stadt Dortmund erreichte im IDC Smart Cities Benchmark den Status eines „Herausforderers“. Beim IBM Smarter Cities Challenge wurde speziell die Talentförderung in den Mittelpunkt der Dortmunder Bemühungen um eine Smart City gestellt.

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Mark Alexander Schulte, Consultant bei IDC in Frankfurt
Mark Alexander Schulte, Consultant bei IDC in Frankfurt

Mit ihrer „Smarter Cities Challenge“ verfolgt IBM nach eigenen Angaben das Ziel, weltweit 100 Städte auf ihrem Weg zu einer Smart City beratend zu unterstützen. IBM-Berater aus unterschiedlichen Regionen und Verantwortungsbereichen führen mit Vertretern der ausgewählten Städte während drei Wochen Gespräche, um auf deren Basis Empfehlungen für eine smarte Stadtentwicklung zu entwickeln. Bislang waren 37 Städte Bestandteil der im Jahr 2010 gestarteten und über drei Jahre ausgelegten Smarter Cities Challenge.

Als erste deutsche Kommune nahm die Stadt Dortmund an der IBM Smarter Cities Challenge teil. Im Zentrum der Analysen der IBM Berater stand die „Initiative Dortmunder Talent“. Diese soll die Talentförderung der Stadt Dortmund vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, des damit einhergehenden Fachkräftemangels sowie des Zustroms von Menschen mit Migrationshintergrund ausbauen. Ziel der Initiative ist es nach Angaben des Unternehmens, Bildungs- und Integrationsprojekte zu bündeln und somit die Attraktivität und Wettbewerbs-fähigkeit der Stadt für die Bürger langfristig zu erhöhen.

Durch die knapp 90 durchgeführten Gespräche mit Vertretern beispielsweise der Schülerförderung, von Integrationsprojekten oder der Wirtschaftsförderung, leiteten IBM-Berater Empfehlungen ab, die Ende Juni vorgestellt wurden und sowohl methodische Vorgehensweisen als auch IT-Ansätze umfassen: Im Kern sollen bestehende Initiativen der Stadt, von Organisationen oder Fördervereinen im Rahmen eines gemeinsamen Talent-Programms zusammengeführt werden. Um die Transparenz des Angebots zu erhöhen und den Austausch der Beteiligten und Bürger zu fördern, sollen IT-basierte Angebote die traditionellen Formen ergänzen und somit wirksamer gestalten.

Kritische Betrachtung

  • Die im Rahmen der IBM Smarter Cities Challenge forcierte „Initiative Dortmunder Talent“ ist nur ein Gesichtspunkt einer smarten Stadtentwicklung in Dortmund. Es fehlt jedoch an einem ganzheitlichen, langfristigen Smart-City-Konzept, das die wesentlichen Gestaltungsfelder einer nachhaltigen und intelligenten Stadtentwicklung umfasst und die nächsten Handlungsschritte aufzeigt.
  • Der kürzlich durchgeführte IDC Smart Cities Benchmark, bei dem die 52 größten Städte Deutschlands vor dem Hintergrund eines Smart-City-Konzepts untersucht wurden, stufte die Stadt Dortmund als „Herausforderer“ ein. Insbesondere in den Bereichen „Verwaltung“ und „Gebäude“ besteht in der Ruhrmetropole Verbesserungsbedarf. Hier setzen jedoch die erarbeiteten Lösungsvorschläge der IBM-Berater, wenn überhaupt, nur teilweise an.
  • Dortmund als Vorreiter einer smarten Stadtentwicklung anzusehen, wie von IBM behauptet, ist derzeit nicht zutreffend. Städte wie Hamburg, Frankfurt oder München sind in ihrer Entwicklung ein gutes Stück voraus. Es wird dennoch interessant sein zu sehen, wie die Empfehlungen der IBM-Berater in Dortmund umgesetzt werden. Dies würde darüber hinaus zeigen, dass der IBM Smarter Cities Challenge mehr ist als eine globale Marketingkampagne.

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