Dongles für virtualisierte Lizenznachweise

Dongleserver im Cloud-Hosting-Einsatz

| Autor / Redakteur: Jörg Hecke* / Florian Karlstetter

Mit dem Dongleserver myUTN-800 können bis zu 20 Dongle-geschützte Softwarelizenzen zentral verschiedenen Kundenetzen zugeordnet werden und einzelnen Kunden den Zugriff aus der Cloud heraus ermöglichen.
Mit dem Dongleserver myUTN-800 können bis zu 20 Dongle-geschützte Softwarelizenzen zentral verschiedenen Kundenetzen zugeordnet werden und einzelnen Kunden den Zugriff aus der Cloud heraus ermöglichen. (Bild: SEH)

Die Terra Cloud GmbH suchte nach einer Lösung, die den Einsatz von Dongles in virtuellen Systemen ermöglicht. Mit dem Dongleserver „myUTN-800“ von SEH lässt sich genau das realisieren: Der Dongleserver ermöglicht virtualisierte Lizenznachweise als Teil einer IaaS-Umgebung.

Als Betreiber von Rechenzentren hatte Terra Cloud erste Dongleserver myUTN-800 der SEH Computertechnik GmbH bereits im Rahmen der Markteinführung 2015 eingesetzt und erfolgreich in seinen IaaS-Umgebungen getestet. Hintergrund der Testreihe war der Bedarf an einer Lösung im Rechenzentrum, um den Einsatz von Dongles als gängige Softwareschutzmodule auch in virtuellen Servern zu ermöglichen.

Bis dato war dies lediglich über die Schnittstellen des physikalischen Rechners möglich. Mit Hilfe des Dongleserver können die virtuellen Systeme nun die passenden Dongles allokieren.

Die Zielsetzung – Softwareschutz als Hosting-Komponente

Der Einsatz von Dongles als Softwareschutzmodul ist bei der Terra Cloud GmbH ein wesentlicher Bestandteil der Hosting-Angebote für Kunden. Um im stark wachsenden Cloud-Hosting-Markt den Kundenanforderungen nach Sicherheit und Kopierschutz gerecht werden zu können, wuchs die Notwendigkeit, Dongles auch in virtualisierten Umgebungen einzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es Terra Cloud unmöglich, Dongles an einen virtuellen Server anzubinden und dabei jeweils eine virtuelle Maschine einem Kunden zuzuordnen.

Deswegen mussten Kunden, die beispielsweise die Dongle-gestützte Lohnbuchhaltungs-Software von Datev einsetzten, auf einen physikalischen Server zurückgreifen. Dies gestaltete die Kostenrahmen etwa zehnfach teurer als bei der Nutzung eines virtuellen Servers. Terra Cloud sah sich also mit der Herausforderung konfrontiert, einen Anbieter zu finden, der virtuelle Zuordnungen ermöglicht.

Die Tests – der Markt für geeignete Lösungen ist überschaubar

Die Marktrecherche ergab genau ein Produkt für die Anforderungen seitens der Terra Cloud GmbH: den Dongleserver myUTN-800 von SEH. Im Rechenzentrum der Wortmann-Tochter wurde das Produkt ausgiebig getestet. Während der Tests entwickelte sich eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem SEH-Produkt-Management. Dies führte unter anderem dazu, dass die Software des Dongleserver entsprechend der Anforderungen von Wortmann weiterentwickelt wurde.

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Der Dongleserver myUTN-800 von SEH

Schnell erkannte man die Vorteile der Installation: Der Dongleserver myUTN-800 fügte sich als 1-Höheneinheit-Chassis in die 19-Zoll Racks im Rechenzentrum ein. Zudem stellen die Dongleserver mit den gebotenen 20 USB 2.0 Hi-Speed-Ports bis zu 20 Dongle-geschützte Softwarelizenzen im Netzwerk zentral und sicher bereit. Die Lizenzverteilung für Nutzer und EDV-Administratoren erfolgt damit auf virtuellen Servern dediziert und schnell.

Wenn Kunden mit ihrer Software arbeiten möchten, verbinden sie sich mit dem jeweiligen Dongle. Dazu nutzen Sie den UTN Manager, den SEH mit den myUTN-Geräten zur Verfügung stellt. Anschließend können sie das Programm wie gewohnt verwenden. Nach der Sitzung wird der Dongle vom zentralen Rechner aus wieder für den nächsten Einsatz freigegeben.

Die „gehärtete“ Hardware

Die Zentralisierung und die Möglichkeit, das Metallgehäuse des myUTN-800 zu verschließen, schützt die Dongles vor Verlust, Beschädigung und Diebstahl. Außerdem ist ein etwaiger Server-Ausfall durch ein redundantes Netzteil und zwei Netzwerkanschlüsse abgesichert, wodurch die Verfügbarkeit für die Kunden von Terra Cloud stets gewährleistet ist.

Eine Multi-Segment-Anzeige zur Fehlerdarstellung, wie etwa „SD-Karten Fehler“ oder „Netzteilfehler“ bietet zusätzliche Sicherheit. Mit dem myUTN-800 Dongleserver steht Terra Cloud eine Dongle-Management-Variante für unzählige Softwarelizenz-Dongles via USB 2.0 Hi-Speed-Ports über das Netzwerk zur Verfügung – prädestiniert für den Einsatz im Cloud-Hosting.

Die erwähnte enge Zusammenarbeit während der Testphase trug auch im Bereich VLAN-Kompatibilität Früchte. So wurde in dieser Phase die VLAN-Technik und die VLAN-Unterstützung des Dongleservers verbessert. Das bedeutet in der Praxis, dass der Dongleserver in das VLAN eingebunden werden kann. Er erkennt und interpretiert sämtliche VLAN Tags – ist dadurch also am Trunk Port angeschlossen, bekommt alle IP mit deren VLAN-Tags mit und kann diese an den passenden USB Port ohne Tag durchreichen. Auf dem Weg vom USB Port wird der passende Tag dann wieder zugefügt.

Ein praktischer, virtueller Lösungsansatz

Alle angeschlossenen Dongles befinden sich im Rechenzentrum im selben physischen Netz, welches für den Kunden durch VLAN getrennt wird. Der Kundenzugriff wird auf nur den jeweils zugehörigen Dongle begrenzt. Besonders für Rechenzentren ist der Einsatz des Dongleservers so mit vielen Vorteilen und deutlicher Arbeitsentlastung verbunden.

„Installation, Inbetriebnahme, Konfiguration und Verwaltung der angeschlossenen Dongles erfolgt transparent über den UTN-Manager“, erklärt Henning Lehrmann-Schmidt, Systemverantwortlicher bei der Terra Cloud GmbH. „Eine aufwändige Schulung war nicht notwendig, was uns wiederum Zeit und Ressourcen sparte. Seit Mai 2015 hat sich die Anzahl der eingesetzten SEH Dongelserver der Modellreihe myUTN-800 auf mittlerweile elf Geräte erhöht. Weitere fünf liegen auf Lager, um in den kommenden Monaten installiert zu werden.“

Anfänglich stieß man auf eine vermeintliche Schwierigkeit im laufenden Betrieb, die schnell „behoben“ werden konnten: „Anfänglich hatten wir Probleme mit der Verfügbarkeit der Dongleserver“, erklärt Lehrmann-Schmidt. „Nach unserer Vermutung lag hier ein Hitzeproblem mit der myUTN-800 vor. Ein Bauart- oder materialbedingter Zusammenhang wurde jedoch durch den Support ausgeschlossen. Nachdem wir die Dongleserver in Folge an einer anderen Stelle im RZ bereitgestellt haben, traten die Probleme nicht mehr auf und bis dato laufen auch alle myUTN-800 ohne Beeinträchtigung.“

Der SEH Dongleserver myUTN-800 ist der einzige auf dem Markt, der für einen dermaßen technisch-komplexen Vorgang eine eingängige, transparente Lösung bietet. Die konkrete Zuordnung einer virtuellen Maschine zu einem USB-Port überzeugt das Team bei Terra Cloud ebenso wie die Sicherheitsmaßnahmen gegen einen potenziellen Ausfall.

Jörg Hecke ist Produkt Marketing Manager bei SEH.
Jörg Hecke ist Produkt Marketing Manager bei SEH. (Bild: SEH)

Terra Cloud hat sich dazu entschlossen, den Bereich des Dongle-Managements im Terra Cloud-Rechenzentrum 2019 deutlich auszubauen. Vorgesehen ist, einen gesamten Server-Schrank mit insgesamt 48 Geräten zu bestücken, um noch mehr Kunden mit entsprechenden Anforderungen bedienen zu können.

„Der myUTN-800 ist ausgereift und wird seitens Terra Cloud und Wortmann für den Einsatz in Rechenzentren ausdrücklich und gerne weiterempfohlen“, lautet Lehrmann-Schmidts abschließendes Urteil. „11 myUTN-800 hosten derzeit 173 Dongle für unsere Kunden, und wir sind gerüstet und bereit für eine Erweiterung. Hauptsächlich werden die myUTN-800 bei uns im Bereich der IaaS Umgebungen eingesetzt, um den Kunden deren Dongle bis an Ihre VM durchreichen zu können. Wir bauen unser Rechenzentrum stetig aus. Deswegen steigt der Bedarf an Dongle-Servern signifikant: In den letzten dreieinhalb Jahren haben wir drei Cubes gebaut, und für 2019 ist der Bau von drei weiteren Cubes geplant.“

Der Autor: Jörg Hecke, Produkt Marketing Manager bei SEH Computertechnik.

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