Neue Features für Orchestrierung von Containern inklusive

Docker 1.12 sorgt für Spannungen

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

(Bild: Georg Müller, pixelio.de)

In diesen Tagen soll die neue Docker-Version 1.12 freigegeben werden. Ihre Vorstellung war das Highlight der Dockercon-Konferenz im Juni. Aber bei Partnern kam sie nicht unbedingt gut an.

Nach Worten der Docker-Entwickler bringt ihre neue Version 1.12 eine Neuerung, die genau so wichtig ist wie die Einführung von Docker vor drei Jahren: Die Docker-Engine bekommt Funktionen, um Container zu orchestrieren. Es dürfte damit, wie angekündigt, erheblich einfacher werden. Denn Container gibt es häufig in großer Zahl, und sie sind recht kurzlebig. Ein Tool, dass es ermöglicht, auf mehreren Hosts viele Container anzulegen, zu starten, zu stoppen und zu löschen, ist also willkommen. Dass es mit der Version 1.12 auch noch einfach geht, hat Docker auf der Entwicklerkonferenz Dockercon 16 vorgeführt.

Starke Sprüche verunsichern Partner

Doch mit dieser Neuerung haben einige Partner ihre Probleme. Da störte schon das Getöse um die Version. So heißt es in der offiziellen Ankündigung: „Orchestrierung ist heute in der gleiche Phase wie Container vor drei Jahren. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder braucht man eine Armee von Technologieexperten, um ein komplexes Ad-hoc-System zusammenzuschustern, oder man muss sich auf eine Firma mit vielen Experten verlassen, die für alles sorgen.“ Und dies nannte das Docker Core Engineering „Lock-in“.

Das kam bei Partnerfirmen nicht so gut an. Docker hat inzwischen ein Umfeld vor allem junger Firmen, die Tools anbieten, um die Arbeit mit Containern zu erleichtern. Und viele von ihnen leben nach dem gleichen Prinzip wie Docker: Open Source ist die Grundlage, und das Business machen sie mit Services. Normale Open-Source-Welt also, und in der ist Konkurrenz durchaus gern gesehen, allerdings hebt man sich den Vorwurf „Lock-in“ für proprietäre Anbieter auf.

Das Umfeld platt machen?

Jenseits von Benimm-Fragen könnten sich einige Anbieter aus dem Docker-Umfeld Sorgen um ihre geschäftliche Zukunft machen. Denn zumindest ein Teil ihres Geschäfts ist zweifelhaft, wenn Docker eine einfach handhabbare Orchestrierung schon von Haus aus mitbringt. So macht Sysdig Monitoring und Troubleshooting für Container. Ebenfalls um das Docker-Monitoring hat Datadog sein klassisches Monitoring-Angebot erweitert.

Das Startup Appformix hatte rechtzeitig zur Dockercon die Lösung „Containerflow“ herausgebracht, Ergebnis einer Kooperation mit Intel. Dieses Tool sorgt für Lifecycle-Mnagement, Kapazitätsplanung und Orchestrierung in Container-Umgebungen. Es könnte in besonderer Weise von den neuen Docker-Fähigkeiten betroffen sein.

Konkurrenz für Kubernetes und Mesos?

Direkt geht Appformix darauf nicht ein. Die Firma stellt in einem Blog-Beitrag aber fest, Docker 1.12 „schafft Verwirrung und Spannung in der Partner-Community, indem es mit Kubernetes und Mesos konkurriert“.

Die Firma startete auf ihrem Stand auf der Dockercon eine kleine Blitzumfrage. Die ist natürlich nicht repräsentativ, könnte aber durchaus einen Hinweis darauf geben, was die Firma Docker ins Feld der Orchestrierung getrieben hat. Nur ein Drittel der Befragten (Mehrfachnennungen möglich) gab nämlich an, Docker Swarm, die Grundlage der neuen Orchestrierungstechnik von Docker, zu verwenden. Aber 40 Prozent benutzen zur Orchestrierung Amazon ECS, 19 Prozent Kubernetes und 15 Prozent Mesos. Diese 74 Prozent sind natürlich ein Anreiz.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in München.

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