Kommentar von MathWorks zur Hannover Messe 2016

Digitale Transformation – Versuch einer Roadmap

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

(Bild: Hannover Messe)

„Integrated Industry – Discover Solutions“ lautet das Leitthema der Hannover Messe 2016. Das soll jenseits des Schlagworts Industrie 4.0 die Transformation zur Integrated Industry aufzeigen. Wie es in der Realität ausschaut, kommentiert Philipp Wallner, Industry Manager bei MathWorks.

Im Maschinenbau und in der Elektronikindustrie ist Industrie 4.0 bereits angekommen: Intelligente Maschinen, Roboter und Sensoren sowie die gesamte Automatisierungstechnik sind hier schon weit fortgeschritten. Weitere Anwendungsbereiche wie Predictive Maintenance, die kontinuierliche Optimierung der Produktionsprozesse anhand von gesammelten Daten oder die modellbasierte Entwicklung von Reglern und Maschinenabläufen sind in Branchen wie Erneuerbare Energien oder Energy Storage bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich im Einsatz. Die größten Herausforderungen stellen in diesen Bereichen die zunehmende Komplexität und der Umfang der Software dar.

Digitale Transformation heißt mehr Software...

Deshalb heißt Digitale Transformation in der Industrie für Unternehmen zunächst einmal: immer mehr Software. Und dafür sind entsprechende Netzwerk- und Schnittstellenstandards und ein angemessenes Sicherheitsniveau der Informationstechnik wichtig. Hier hat sich die modellbasierte Entwicklung – die Modellbildung von Maschine und Funktionalität, die Simulation des Zusammenspiels und die anschließende automatische Generierung von SPS-Code – bewährt. Um diese Entwicklungsmethodik im Unternehmen zu verankern, benötigt man allerdings auch die richtigen Mitarbeiter, die richtigen Entwicklungs-Workflows und die richtigen Tools.

... und schon haben wir ein Problem

Allgemein besteht das Problem oft darin, dass es im Unternehmen zu wenige IT-Fachkräfte gibt – seien es Softwareentwickler für die Bereitstellung gewünschter Funktionalitäten oder Datenanalysten zur Auswertung der gesammelten Daten und Optimierung der Prozesse. Entsprechende Werkzeuge und Programme, die es Ingenieuren ermöglichen, Daten zu analysieren, Parameter zu optimieren und komplexe Software automatisch zu generieren, schaffen hier Abhilfe.

Für viele Unternehmen ist das Thema Digitale Transformation jedoch noch viel zu wenig greifbar. Sie stehen vor einem Berg an Optionen und müssen sich erst darüber klar werden, welche zu ihrem Geschäftsbereich und zu ihrer Unternehmenskultur passen.

Wenig greifbar - aber anpacken!

Fest steht: Die Industrielle Produktion befindet sich mitten in einer großen Transformation. Was vor wenigen Jahren noch wie eine ferne Vision anmutete, ist mittlerweile durch vielfältige Angebote und Lösungen realisierbar und einsetzbar geworden. Es ist also zu erwarten, dass in wenigen Jahren die Vernetzung der Produktionsprozesse nötig sein wird, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen müssen die Potenziale der Digitalisierung daher jetzt erkennen und ausschöpfen, um an der digitalen Transformation teil zu haben.

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