Byebye On-Prem, hello Cloud

Digitale Transformation mit eigener, fremder und Co-located IT

| Autor / Redakteur: Holger Nicolay* / Ulrike Ostler

Verschwinden die On-Premise Datacenter? Das Geschäft von Interxion jedenfalls floriert: Der Rechenzentrumsbetreiber plant sein 13. Rechenzentrum auf dem Frankfurter Campus.
Verschwinden die On-Premise Datacenter? Das Geschäft von Interxion jedenfalls floriert: Der Rechenzentrumsbetreiber plant sein 13. Rechenzentrum auf dem Frankfurter Campus. (Bild: Interxion)

Die Digitale Transformation ist Pflicht – unabhängig von der Größe und Branche der Unternehmen. Vorreiter verlassen sich dabei im Hinblick auf die IT-Infrastruktur immer mehr auf Outsourcing-Lösungen und Hybrid Cloud-Modelle, wie diverse Studien zeigen. Und welche Rolle spielt Co-Location?

Ob sie es wollen oder nicht: Alle Unternehmen befinden sich im Wettlauf der Digitalisierung. Manche Firmen erzielen dabei schnelle Fortschritte und erhalten so Vorteile im Kampf um Marktanteile. Woran liegt das? Gemäß der von IDC durchgeführten Studie „Sich anpassen oder die Segel streichen: Mit neuen Infrastrukturlösungen setzen europäische Unternehmen Digitalisierungsmaßnahmen erfolgreich um“ können Unternehmen, die ihr Business durch aktuelle Technologien weiterentwickeln, neue Produkte schneller einführen, ihr Customer Engagement erhöhen und neue Märkte früher erschließen.

„Wie wichtig ist die Digitalisierung für Ihr Business?“ fragten die IDC-Marktforscher und: „Wie schnell schreitet Ihre Digitalisierungsstrategie derzeit voran?“
„Wie wichtig ist die Digitalisierung für Ihr Business?“ fragten die IDC-Marktforscher und: „Wie schnell schreitet Ihre Digitalisierungsstrategie derzeit voran?“ (Bild: IDC/Interxion)

Digitale Vorreiter setzen dabei auf eine flexible und leistungsfähige IT-Infrastruktur. Diese beiden Eigenschaften sind für 63 Prozent der wachstumsstärksten europäischen Unternehmen entscheidende Kriterien. Für höhere Flexibilität ersetzen sie ihre On-Premise-Lösungen zunehmend durch fortschrittlichere Modelle: Hybrid Cloud und Co-Location.

Mehr als die Hälfte dieser Unternehmen verfolgt eine Hybrid-Cloud-Strategie oder plant einen Wechsel. 33 Prozent wollen die Nutzung von externen Rechenzentren in den nächsten drei Jahren gezielt ausbauen.

Multi und Hybrid liegt im Trend

Durch die Auslagerung möchten Unternehmen die IT-Infrastruktur näher an ihre Kunden heranbringen. Angesichts zunehmender Globalisierung erfordert dies häufig eine Nutzung der Rechenzentren von Drittanbietern, um in verschiedenen Ländern Zugang zu den benötigten Kapazitäten zu erhalten.

Immer wichtiger wird auch die Möglichkeit, sich direkt an die verschiedenen Cloud-Plattformen anzubinden und diese mit den noch selbst betriebenen Applikationen sicher und performant zu verbinden, um so eine flexible und skalierbare hybride Umgebung aufzubauen.

Die Lage in Deutschland

In Deutschland erkennen 70 Prozent der Unternehmen die Notwendigkeit, sich in den nächsten zwei Jahren stark zu digitalisieren. 60 Prozent glauben, dass hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur die wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen digitalen Wandel sind. Mit deutlichem Abstand folgen die Geschwindigkeit der Implementierung (43 Prozent) und danach die Anpassung der internen Prozesse und Organisationsstrukturen (42 Prozent).

Während die deutschen Entscheider die Bedeutung von Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur noch stärker erkannt haben als der europäische Durchschnitt (56 Prozent), liegen sie in der tatsächlichen Auslagerung bei 23 Prozent - und somit im europäischen Schnitt. Doch der Anteil ausgelagerter Infrastrukturen steigt in den kommenden drei Jahren in Deutschland auf 33 Prozent und in Europa auf 27 Prozent. Der Anteil des eigenen Rechenzentrums geht in Deutschland von 62 auf 50 Prozent zurück und in Europa von 65 auf 57 Prozent.

Verschwinden On-Premise-Rechenzentren?

On-Premise-Rechenzentren werden auf absehbare Zeit nicht völlig verschwinden. Einerseits gibt es nach wie vor Bedenken zu Sicherheit (52 Prozent), Daten (51 Prozent), Netzwerk (30 Prozent) und Kosten (28 Prozent) bei der Cloud. Andererseits bietet sich für manche Anwendungen auch in Zukunft der Betrieb in Eigenregie an. Dazu zählen vor allem sensible Kernanwendungen, die mit herkömmlichen Systemen durchgeführt werden und zahlreiche Compliance-Anforderungen erfüllen müssen.

Beispiele hierfür sind Mainframe-basierte Systeme zur Abwicklung der Konto-Transaktionen bei Banken sowie Strafregister oder Akten für die polizeiliche Ermittlung der öffentlichen Hand. Auch Archive oder Handlungsanweisungen, die nicht online zur Verfügung stehen müssen, lassen sich manchmal besser im eigenen Rechenzentrum vorhalten.

Der Autor, Holger Nicolay von Interxion, geht auf die aktuelle IDC-Studie zu digitalen Vorreitern sowie auf die Ergebnisse der Umfrage von Research in Action zu „Kosten der Cloud“ ein.
Der Autor, Holger Nicolay von Interxion, geht auf die aktuelle IDC-Studie zu digitalen Vorreitern sowie auf die Ergebnisse der Umfrage von Research in Action zu „Kosten der Cloud“ ein. (Bild: Interxion)

Trotzdem werden steigende Kunden- und Marktanforderungen – insbesondere das Wachstum der mobilen Nutzung von Anwendungen durch Mitarbeiter und Kunden –zunehmend zu Cloud-basierten Lösungen führen. Diese erfordern dynamische Anwendungen und Services, die ortsunabhängig möglichst nah am Kunden bereitgestellt werden müssen.

Eine zukunftsfähige Lösung bildet hier die direkte Verbindung des Unternehmens mit großen Cloud Services in Co-Location-Rechenzentren. Damit lassen sich die Ansprüche der Kunden nach dynamischen, skalierbaren Anwendungen erfüllen. Zudem wird sie allen Anforderungen einer modernen Hybrid- und Multi-Cloud-Strategie gerecht.

Kostenvorteile bei Co-Location und Hybrid Cloud

Dass Co-Location und Hybrid Cloud nicht nur strategisch, sondern auch aus Kostengründen schnelle Erfolge versprechen, zeigt die Studie „Was kostet die Cloud?“ von Research in Action. Demnach zahlt sich neben dem Umzug in eine Public Cloud die Auslagerung der IT-Infrastruktur zu einem Co-Location-Anbieter besonders schnell aus.

Bei einer kompletten Auslagerung des Rechenzentrums schafft es fast jedes zweite Unternehmen (48,9 Prozent) innerhalb des ersten Jahres alle anfänglichen Aufwendungen zu decken. Bei einer Private Cloud in Co-Location geschieht dies fast immer (95,5 Prozent) in weniger als zwei Jahren.

Im Auftrag von Interxion fragt Research in Action: Was kostst die Cloud?
Im Auftrag von Interxion fragt Research in Action: Was kostst die Cloud? (Bild: Research in Action)

Wer wichtige Daten und Anwendungen lieber mit dem eigenen IT-Equipment verarbeitet, kann somit von Co-Location profitieren. Gemäß Research in Action haben 46,1 Prozent der deutschen IT-Entscheider seit der Einführung von Cloud Computing im Co-Location-Modell zwischen 25 und 50 Prozent eingespart.

Bei der Private Cloud im eigenen Rechenzentrum erreichten dagegen fast zwei Drittel nur Einsparungen von 25 Prozent und weniger. Damit ist die Co-Located Hybrid Cloud ein attraktives Betriebsmodell.

Digitale Vorreiter geben dabei mehr Geld für Cloud Computing aus, wie die IDC-Studie zeigt. Sie betreiben schon 16 Prozent ihrer Infrastruktur in der Public Cloud (andere: 10 Prozent) und 27 Prozent in externen Rechenzentren (andere: 22 Prozent). Neben Kostenvorteilen sehen Unternehmen hierzulande die Vereinfachung der Testumgebung (9,7 Prozent) und skalierbarere IT-Ressourcen (9,4 Prozent) als größtes Cloud-Plus.

* Holger Nicolay ist Business Development Manager bei Interxion Deutschland.

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