Tresmo-Manager gibt Rat Diese 5 Fragen sollten die (künftigen) IoT-Dienstleister beantworten können

Ein Gastbeitrag von Marcel Möstel*

Das Internet der Dinge ist nach wie vor ein wichtiges Trendthema. Es ist wenig verwunderlich, dass zahlreiche Dienstleister und Berater in diesem Bereich ihre Leistungen anbieten. Worauf man dabei achten sollte, erklärt Marcel Möstel, Head of Solutions von Tresmo.

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Die Wahl eines IoT-Dienstleisters will gut durchdacht sein.
Die Wahl eines IoT-Dienstleisters will gut durchdacht sein.
(Bild: bertholdbrodersen / Pixabay )

Das Internet der Dinge bietet zahlreiche Möglichkeiten – da ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Unternehmen davon profitieren wollen. Entsprechend viele Dienstleister, Consultants und Beratungsunternehmen schmücken sich daher mit dem Buzzword IoT oder IIoT und bieten entsprechende Leistungen am Markt an.

Doch vielen Verantwortlichen in Unternehmen fehlt es an der Fachkenntnis, um diese Anbieter wirklich sinnvoll für den eigenen Bedarf auszuwählen und einzusetzen. Marcel Möstel von Tresmo präsentiert die wesentlichen Fragen, die Entscheider potenziellen IoT-Dienstleistern stellen sollten, um herauszufinden, ob sie zum eigenen Unternehmen und den strategischen Zielen des Teams passen. Dabei geht es vor allem auch um Datacenter-Themen, denn ohne die passende Infrastruktur sind innovative Projekte oft zum Scheitern verurteilt.

1. Ist der Partner unabhängiger Berater und Integrator oder Lösungsanbieter?

IoT-Partner sind entweder reine Dienstleister, die beraten und dann die Systeme anderer Anbieter nutzen, zum Beispiel Microsoft Azure und Amazon Web Services, um das jeweilige Unternehmen zu unterstützen, oder sie sind Lösungsanbieter, die ihre eigenen Produkte vertreiben und ihre Kunden bei deren Implementierung begleiten. Schon hier stellt sich zum ersten Mal die Frage, welchen Weg das jeweilige Unternehmen einschlagen will.

IoT-Lösungen gibt es aus der Cloud, On-Premises und in hybriden Bezugsmodellen. Je nach Anforderung, geplantem Projekt und herrschenden Sicherheitsvorgaben macht das eine oder das andere Modell mehr Sinn. Insbesondere Entscheider, die noch nicht genau wissen, welche Variante für sie infrage kommt und solche, die darauf bestehen, dass das eigene innovative Projekt in der hauseigenen Infrastruktur initiiert werden soll, setzen idealerweise auf einen IoT-Dienstleister und nicht auf einen Lösungsanbieter. Denn so profitieren sie von der agnostischen Herangehensweise unabhängiger Beraterteams und können die richtige Lösung für die eigene Infrastruktur auswählen.

2. Welchen Nutzen bringt IoT meinen Kund:innen?

Innovative Projekte sind spannend, zukunftsweisend und können als Wettbewerbsvorteil dienen. Doch sie sind vor allem eines nicht: Selbstzweck. Denn auch das schönste IoT-Projekt ist letztlich völlig wertlos, wenn es nicht am Nutzen für den Markt und die Endkund:innen ausgerichtet ist. Umso wichtiger ist es, dass die Frage nach dem Mehrwert für die Nutzer:innen schon bei der Auswahl des passenden Partners ganz zu Beginn gestellt wird.

Anbieter, die relativ schnell die eigene IoT-Plattform verkaufen wollen, ohne die Zielgruppe und den Bedarf wirklich verstanden zu haben, sollten Sie argwöhnisch werden lassen: Diese werden Sie nicht erfolgreich auf der Suche nach der optimalen Lösung für Ihren Business-Erfolg begleiten können.

Gute Beratung sollte damit beginnen, sich mit dem Zielmarkt intensiv auseinanderzusetzen, die Nöte, Wünsche und Bedürfnisse der potenziellen Kund:innen zu verstehen und dann darauf aufbauend eine Idee für ein passendes Projekt zu entwickeln. Denn auch wenn es sehr einfach wäre: IoT ist nicht die Antwort auf alle Fragen. Ohne Kundenfokus kein Erfolg.

3. Was steckt hinter den schillernden Buzzwords?

Im IoT-Umfeld wird es schnell technisch. Kein Wunder, denn immerhin geht es letztlich darum, Technologie einzusetzen, um Mehrwerte zu schaffen und das eigene Business auszubauen. Doch insbesondere bei der Auswahl eines strategischen Partners, mit dem man als Unternehmen einige Zeit zusammenarbeiten möchte, sind eine solide Kommunikationsbasis und ein gemeinsames Verständnis wichtige Erfolgsfaktoren.

Kunden sollten deshalb schon im ersten Gespräch mit Beraterteams darauf achten, ob es Ihrem Gegenüber gelingt, ihnen technisch komplexe Themen so zu präsentieren, dass sie sie verstehen und auf ihr eigenes Tagesgeschäft übertragen können. Denn letztlich nützen die attraktivsten Buzzwords nichts, wenn die Inhalte dahinter nicht konkret greifbar sind.

Innovative Projekte sind häufig agil aufgebaut, sie folgen also keinem detaillierten Plan, sondern werden bewusst zielorientiert aber ergebnisoffen gehalten, um das bestmögliche Resultat zu erreichen und im Laufe der Entwicklung immer wieder Anpassungen vornehmen zu können. Eine solche Reise führt nur dann zuverlässig zum Ziel – idealerweise dem Mehrwert für die Endnutzer:innen – wenn alle Beteiligten von Anfang an genau wissen, in welche Richtung sie steuern und sich gegenseitig klar verstehen.

4. Wie funktionieren vernetzte Ökosysteme in der Praxis?

Ein weiterer Aspekt, der bei der Auswahl des passenden IoT-Dienstleisters hilft, ist die Frage danach, was IoT eigentlich genau ist und welcher Nutzen sich damit schaffen lässt. Gute Partner in diesem Umfeld verstehen, dass es in erster Linie um die Vernetzung vieler unterschiedlicher Komponenten – Maschinendaten, Kundeninformationen, Warenwirtschaftssysteme und vieles mehr – geht.

IoT ist eine ganzheitliche Digitalisierungsinitiative und dient nicht nur dazu, Dinge mittels Sensoren mit dem Internet zu verbinden und von dort aus zu steuern. Vielmehr bestehen IoT-Projekte klassischerweise aus drei aufeinander aufbauenden Phasen: verbinden, integrieren und automatisieren.

Einige Anbieter konzentrieren sich ausschließlich auf den ersten Schritt und verbinden Produkte mittels smarter Komponenten miteinander. Sind sie angebunden, geht es dann darum, die Dinge in einem Ökosystem mit dem dazugehörigen CRM- und ERP-System zu integrieren, um relevante Daten auf allen Ebenen zu nutzen und so erst tiefliegende Wertschöpfungspotenziale zu heben.

Darauf folgt die Automatisierung von Services und Prozessen, die erst dann Sinn ergibt, wenn die notwendige Transparenz systemübergreifend sichergestellt wurde. Insbesondere Unternehmen, die noch wenig praktische Erfahrung mit IoT-Projekten gemacht haben und solche, deren internen Ressourcen begrenzt sind, setzen idealerweise auf einen Partner, der einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und nicht bei der Prototypisierung aufhört.

5. Welche Projekterfahrung bringt der Dienstleister mit?

IoT-Projekte sind in vielen Organisationen weit von dem entfernt, was die Führungsebene und die Mitarbeiter:innen bisher gewohnt sind. Sie sind agil aufgebaut, folgen anderen Strukturen als klassische Projektvorhaben und benötigen daher nicht nur flexible Budgets, sondern auch dynamische Zeitpläne und vor allem Menschen, die offen für echte Veränderung und zukunftsweisende, innovative Ideen sind. Betrachtet man diese Parameter wird schnell klar, dass hier die Unternehmenskultur zum kritischen Erfolgsfaktor werden kann.

Wer gewohnte Pfade verlässt und sich auf innovative Projekte konzentriert, muss zahlreiche Stakeholder in der eigenen Organisation vom Nutzen und den Chancen dieses Vorhabens überzeugen. Das ist aus der internen Position heraus häufig besonders schwierig – das Verständnis für die neuen Wege fehlt und die Bereitschaft, komplett neue Denkmuster anzunehmen, ist bei vielen Menschen eher gering.

Umso besser ist es, wenn Sie auf einen professionellen IoT-Partner setzen, der schon viele solcher Projekte durchgeführt hat und neben der Technologie auch Teile der Projektkommunikation übernimmt. Ein solches Team kann alle Beteiligten von Anfang an mit ins Boot holen, genau erklären, was sie erwartet und den gesamten Change-Prozess konstruktiv begleiten. Darüber hinaus findet die Stimme externer Spezialist:innen häufig größeres Gehör als die neuen Ideen alteingesessener Kolleg:innen. Diesen Effekt können Sie sich zu Nutze machen und von der Praxiserfahrung Ihres Partners profitieren.

Nicht jeder, der sich IoT-Berater nennt, verdient dieses Prädikat, erläutert Autor Marcel Möstel.
Nicht jeder, der sich IoT-Berater nennt, verdient dieses Prädikat, erläutert Autor Marcel Möstel.
(Bild: Tresmo)

Meine Ratschläge

Drei Ratschläge sollten Entscheider:innen sich bei der Suche nach dem passenden IoT-Dienstleister zu Herzen nehmen:

  • 1. Suchen Sie sich nicht nur einen Technologiepartner – ob Datacenter, Cloud oder On-Premises: Die Frage nach der Infrastruktur ist nur ein Nebenschauplatz. Wichtiger ist die Konzentration auf Ihre Zielgruppe.
  • 2. Konzentrieren Sie sich auf die richtigen Vorgehensmodelle im eigenen Team und beim potenziellen Partner. Die beiden Ebenen sollten harmonieren und nicht nur kurzfristig gedacht, sondern auf mittel- und langfristige Ziele ausgerichtet sein.
  • 3. Kommunikation ist Key: Achten Sie bei der Partnerwahl darauf, dass Sie sich von Anfang an gut verstanden fühlen und nicht in technischen Fachbegriffen und inhaltsleeren Buzzwords untergehen.

* Marcel Möstel ist Head of Solutions bei Tresmo.

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