Die Zukunft des End User Computing mit VMware, Teil 1 Die Zukunft von Clients – Mobile Geräte und virtuelle Desktops

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Ulrike Ostler

VMware ist mit „vSphere“ Marktführer bei der Server Virtualisierung. Und analog zur Virtualisierung der Rechenzentren und Server will das Unternehmen nun auch den Bereich des End-User-Computing und der Desktops mit einem neuen Konzept aufrollen. Wie sieht das aus? Jedenfalls gibt es eine ganze Reiher neuer Tools.

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Die Zukunft des Clients ist mobil und virtuell; Bild: aka/Pixelio
Die Zukunft des Clients ist mobil und virtuell; Bild: aka/Pixelio
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit vSphere und den weiteren Tools zur Server-Virtualisierung hat VMware den Markt der Server-Virtualisierung fest im Griff. Als nächsten logischen Schritt zur Vereinfachung der IT sieht VMware die Ablösung der physischen Windows-Desktops mit Geräten und Techniken der Desktop-Virtualisierung.

Dies wird kaum über Nacht geschehen und auch VMware geht davon aus, das es ein längerer Prozess sein wird, bis die Anwender letztendlich in der virtuellen Welt angekommen sind. Dennoch führt für Brian Gammage, Chief Market Technologist von VMware kein Weg daran vorbei. Als treibende Kräfte sieht Gammage die zunehmende Mobilität der Anwender, die Vielzahl der neuen und kleineren Endgeräte und die weitere Ausbreitung der Internet-Dienste.

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Mobile Benutzer und ihre intelligenten Helfer

All diese neuen Geräte und Änderungen in der Arbeitswelt beeinflussen sich natürlich gegenseitig, führen aber letztendlich alle in eine Richtung. Die neuen IT-Dienste müssen immer und überall verfügbar sein.

Und als Zugriffsgerät sollte die ganze Armande der mobilen Helfer verwendet werden. Kein mobiler Mitarbeiter käme auf die Idee, mit einem Desktop-Computer zu verreisen – PDA, Tablet, Smartphone oder Handheld sind hier die erste Wahl. Doch diese kleinen und durchaus handlichen Geräte taugen auch nicht, um beispielsweise einen längeren Vertragstext zu erstellen oder überarbeiten.

Apps statt Anwendungen

Infolgedessen müssen diese Geräte auch nicht unbedingt Windows und das DOT.NET-Framework beheimaten. Alternative Betriebssysteme und kleinere Anwendungen, so genannte Apps, tun es da meist auch.

Allerdings müssen diese Systeme und deren Anwendungen immer und überall den Zugang zu den Daten, die durch sie verwaltet oder benutzt werden sollen, bereitstellen. Diese führt zwangsläufig zu den Konzepten, die der Cloud nicht unähnlich sind. Mit seiner Enduser-Computing Strategie möchte VMware nun just diese Neuausrichtung der IT-Nutzung vorantreiben. Ähnlich wie bei vSphere und der vCloud-Stack soll das in mehreren Ebenen erfolgen.

weiter mit: Applikationsvirtualisierung durch Thin App

Applikationsvirtualisierung durch Thin App

Die unterste Stufe wird dabei von „Thin App“ gebildet. Das Werkzeug unterstützt bei der Virtualisierung von Anwendungen. Dabei wird die Arbeitsumgebung für eine Anwendung virtuell nachgebildet.

Durch die Applikationsvirtualisierung lässt sich die Softwareverteilung auf die Arbeitsplätze vereinfachen. Die Benutzerprogramme werden dabei nicht auf dem Client-Gerät installiert, sondern auf einem zentralen Server vorgehalten.

Neue Verpackungen und Zusammenstellungen

Hierzu sind im ersten Schritt Softwarepakete zu schüren. Bestehende Anwendungen müssen für die Nutzung in virtuellen Szenarien umgearbeitet werden. Die neu zusammengestellten Pakete werden den Benutzern bei Bedarf zur Verfügung gestellt.

Der Anwender kann dann über einen Link auf seinem Rechner-Desktop die virtuellen Anwendungen von einem freigegebenen Laufwerk direkt vom Server abrufen. Durch die Technik der „App Link“ lassen sich auch Platzhalterzeichen für Verzeichnisdateien und Dateinamen verwenden. Dadurch wird auch der Zugang zu den Verzeichnissen und Dateien ermöglicht.

VMware View und dessen virtuelle Desktops

Ein zweiter Baustein auf dem Weg zu vollständig virtualisierten Desktops wird durch „VMware View“ gebildet. Mit diesem Tool will der Virtualisierungsspezialist den schnellen Aufbau und die Verwaltung von virtuellen Desktops ermöglichen.

Als „Desktop“ in diesem Sinne ist ein vollständiger Arbeitsplatz eines Benutzers gemeint. Dies schließt das Betriebssystem samt der Windows-Verwaltungsoberfläche und auch alle Applikationen ein.

Dabei sind verschiedene Modelle zur Umsetzung möglich. VMware View unterscheidet nach einem „Individuellen Desktop“, einem „Automated Desktop Pool“, einem „Manual Desktop Pool“ und einem Microsoft „Terminal Services Desktop Pool“.

Die vier Virtualisierungsmodelle

Die vier Modelle differieren in der „Ausführumgebung“. Hierbei handelt es sich um die Umgebung, in der der virtuelle Desktop letztendlich läuft. Dies kann beispielweise ein lokaler PC, eine Blade-Einschub im Rechenzentrum oder eine Desktop-Image in einem Server sein.

Bei dem virtuellen Desktop handelt es sich aber immer um ein vollständiges Systemimage aus Betriebssystem und Anwendung. Mit Thin App und View konnte VMware schon eine Menge Erfahrung sammeln. View wurde kürzlich in der Version 5 vorgestellt. Diese beiden Bausteine können daher auf eine gewisse Robustheit bauen.

In zweiten Teil dieser Reihe, der in Kürze erscheint, stellt DataCenter-Insider die weiteren Module für das Enduser-Computing mit VMware-Tools vor. Dabei geht es um den Applikation Manager „Horizon“ und dessen Funktions-Set, sowie um „App Blast“, einer Technik um Benutzerdesktops via http zum Anwender zu bringen.

Der Autor:

Johann Baumeister ist freier Autor in Brunnthal.

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