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Deutscher Rechenzentrumspreis 2012: Ganz anderes Rechenzentrums-Design Die Welt ist eine Kugel – das Rechenzentrum auch

| Autor / Redakteur: Bernd Reder / Ulrike Ostler

Könnte die optimale Form für Rechenzentren eine Kugel sein? Der Frankfurter Architekt Bernd Schenk hat sich mit dem Raumkonzept „Spherobot“ für den Deutschen Rechenzentrumspreis beworben: maximale Rechenleistung auf minimalem Raum und weitgehend automatischen Betrieb bietet seine RZ-Kugel.

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In einer kugelförmigen Struktur bringt der Frankfurter Architekt Bernd Schenk das Rechenzentrum der Zukunft unter. Der wesentliche Vorteil: eine optimale Ausnutzung des Raumes. Im Spherobot sind die Rechenmodule in zylinderförmigen Kunststoffgehäusen untergebracht (Rechts oben). Die Installation und Wartung erfolgt mithilfe von Servicerahmen und "Electrical Dogs" (Rechts unten). (Bild: Bernd Schenk)
In einer kugelförmigen Struktur bringt der Frankfurter Architekt Bernd Schenk das Rechenzentrum der Zukunft unter. Der wesentliche Vorteil: eine optimale Ausnutzung des Raumes. Im Spherobot sind die Rechenmodule in zylinderförmigen Kunststoffgehäusen untergebracht (Rechts oben). Die Installation und Wartung erfolgt mithilfe von Servicerahmen und "Electrical Dogs" (Rechts unten). (Bild: Bernd Schenk)

Doch das ist Schenk noch nicht genug Vision: In einem weltweite Netz von miteinander verknüpften Kugel-Rechenzentren, die lokale Lastspitzen abfangen können, sieht er die Zukunft.

Bereits für den griechischen Philosophen Platon war die Kugel der ideale geometrische Körper. Auch sein kosmologisches Modell basierte auf unsichtbaren Hohlkugeln, die sich um die Erde drehten.

Mit dem "Spherobot" von Bernd Schenk könnte die Kugelform nun auch im Rechenzentrumsbau Einzug halten. Der Frankfurter Architekt bewirbt sich mit diesem Konzept um den Deutschen Rechenzentrumspreis 2012, und zwar in der Kategorie "Visionäre Rechenzentrumsarchitekturen".

Neues Material und Fertigungsverfahren

„Einzelne Probleme wie die Abfuhr von Wärme oder ein möglichst effizienter Transport von Daten lassen sich in absehbarer Zeit lösen, etwa durch die Entwicklung neuer Materialien und Fertigungstechnologien“, sagt Schenk. „Das Hauptziel beim Bau und Betrieb eines Rechenzentrums bleibt daher, maximale Rechenleistung auf minimalen Raum mithilfe der effizientesten Technologie bereitzustellen. Nur das stellt sicher, dass so wenig Material, Energie und Investitionskosten wie möglich benötigt werden.“

Ähnlich wie Platons Weltmodell besteht Spherobot aus konzentrischen Schalen mit einer Stärke von etwa 50 Zentimetern. Darin werden standardisierte, röhrenförmige Rechenmodule mit einem Durchmesser von 10 Zentimetern integriert. Die Verbindung zum System stellt eine standardisierte Steckverbindung her, ein „Data Slot“.

Rechenmodule in Kunststoffummantelungen

Bis zu 160.000 dieser Rechenmodule lassen sich in die dargestellte Version des Spherobot integrieren, die Schenk auf Basis der Vorgaben des Deutschen Rechenzentrumspreises entwickelt hat. Mit einem Durchmesser von zirka 22 Metern und rund 1.600 Kubikmetern hat Spherobot das Volumen eines Ein-Familienhauses. Die Module ersetzen konventionelle Chips auf Platinen und sind in eine 50 Zentimeter starke „Aktivschale“ aus Kunststoff oder einem Gel eingebettet.

Der exakte Standort jedes Moduls lässt sich innerhalb der Kugel über seine Koordinaten ermitteln. Müssen die Bestückung geändert oder defekte Teile ausgetauscht werden, übernehmen das acht automatische Bestückungsrahmen. Sie fahren über Schienen in den Zwischenräumen der Schalen zum entsprechenden Modul und nehmen dort die entsprechenden Arbeiten vor.

weiter mit: Kunststoffe übernehmen Kühlung und Wärmespeicherung

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