USV kaputt, Delta Airlines offline

Die Unterbrechungsfreie arbeitete nicht ununterbrochen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Am 8.8. und am 9.8. 2016 mussten viele Flugzeuge am Boden bleiben, da die Computersystem der Fluglinie augefallen waren. Die USVs lieferten keinen Strom.
Am 8.8. und am 9.8. 2016 mussten viele Flugzeuge am Boden bleiben, da die Computersystem der Fluglinie augefallen waren. Die USVs lieferten keinen Strom. (Bild: Delta Airlines)

Es war selbst in den deutschen Nachrichten: Delta Airline hatte am Montag der vergangenen Woche Flüge zu streichen. Den Grund steckte ein Leser von „The Register“ dem US-Blatt: Im Delta-Rechenzentrum in Atlanta habe nicht nur eine USV-Anlage versagt, sondern auch das USV-Backup. Die Computer fielen aus.

Weltweit kamen Tausende Fluggäste zu spät an ihrem Bestimmungsort an, nachdem am 8. August 2016 um 2:38 Uhr Ortszeit bei Delta Airlines die Computer ihren Dienst für zirka 1,5 Stunden versagten. Die Fluggesellschaft musste Flüge verschieben oder gar streichen. Nichts ging mehr: die Server, die die Flugstatus überwachen, die Informationstafeln in den Flughäfen wie überhaupt die Flughafen-Systeme und selbst die Apps auf den Mobiltelefonen der Kunden.

Immerhin wickelt Delta bis zu 54.000 Flüge jeden Tag ab, darunter auch die ihrer Partner Virgin Atlantic, KLM, Air France und Alitalia. Betroffen waren hauptsächlich Fluggäste in den Staaten, in Asien und am Londoner Flughafen Heathrow. Mache Mitarbeiter konnten offenbar ein „Backup“-System nutzen, um Passagiere einzuchecken.

Nach Angaben von “The Register” ist Delta Airlines bei Weitem nicht einzige Fluggesellschaft, die empfindlich von Comuterausfällen betroffen war: Im Juli versagten die Systeme von US Budget Southwest Airlines; rund 2.000 Flüge mussten abgesagt werden, Passagiere konnten nicht einchecken. Im Januar hatte es Qantas und Virgin Australia getroffen. Allerdings war hier ein Linux-Bug im „Altea“-Reservierungssystem schuld, das von Amadeus genutzt wird und für 48 Minuten offline ging.

Computerfehler in den Airline-Systemen

Im Juli 2015 musste wegen gravierender Computer-Probleme die zweitgrößte amerikanische Fluggesellschaft und Lufthansa-Partner United Airlines/Continental zunächst fast alle Flüge weltweit absagen. Betroffen waren rund 3.500 Flüge. Der TV-Sender „CNN“ berichtete damals von Flughäfen, auf denen Passagiere Bordkarten per Hand ausfüllten.

Am 29. Mai 2015 fielen weltweit die Eincheck- und Abfertigungssystem der Lufthansa für rund 1 Stunde aus - ein paar Wochen nachdem ein Teil der IT (Hard- und Software sowie ein Drittel des Personals) an IBM outgesoured worden war. Unter anderem waren die Rechenzentren in Kelsterbach und Budapest an IBM verkauft worden.

Im Fall von Delta Airlines durften am Montag zunächst 451 Flüge nicht starten und am Dienstag kamen noch einmal 250 hinzu. Fest steht, dass die USV-Systeme versagten – die Fluggesellschaft hat das bestätigt. Doch während sie primär den Stromlieferanten für eine unglückliche Kettenreaktion verantwortlich macht (Delta's flight operations return to normal), streitet diese ab, es habe einen Stromausfall gegeben. Gerüchten nach ist im Switch, der die primäre USV mit dem Backup-System verbindet, Feuer ausgebrochen. Delta Airline will das jedoch nicht bestätigen.

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