Die häufigsten Irrtümer über den Business-Einsatz von Open Source

Die Top 10 der Open Source-Mythen

14.10.2010 | Autor / Redakteur: Michael Kienle * / Florian Karlstetter

Michael Kienle, Geschäftsführer der it-novum GmbH und Vorstand der Open Source Business Foundation, räumt mit Open Source-Mythen auf.
Michael Kienle, Geschäftsführer der it-novum GmbH und Vorstand der Open Source Business Foundation, räumt mit Open Source-Mythen auf.

Mythos 9: „Open Source ist lizenzfrei. Und sowieso ein rechtsfreier Raum.“

Open Source-Software mag manchmal kostenfrei sein, lizenzfrei ist sie deswegen nicht. Die meisten Nutzer kümmern sich nicht um die Lizenzthematik. Daraus können aber große rechtliche Risiken für Anwendungszwecke, Weitergabe, Veröffentlichung der eigenen Entwicklungen etc. entstehen. Bevor man Open Source nutzt, sollten daher die Lizenzmodelle sorgfältig geprüft werden.

Es gibt grundsätzlich drei Arten von Open Source-Lizenzmodellen:

  • Lizenzen ohne Copyleft Beschränkung (z.B. BSD Lizenz, Apache Lizenz)
  • Lizenzen mit strengem Copyleft (z.B. Gnu Public Licence – GPL)
  • Lizenzen mit beschränktem Copyleft (z.B. Lesser Gnu Public Licence – LGPL)

Die Integration mehrerer Open Source-Tools kann technisch einfach sein, rechtlich jedoch problematisch bis unmöglich. Wird die Software nicht den jeweiligen Nutzungsrechten entsprechend eingesetzt, verliert der Nutzer das Nutzungsrecht. Die Rechtsfolge: Verletzung der Nutzungsrechte mit allen möglichen Risiken. Auch wenn Rechtsverletzungen in der Open Source Community derzeit (noch) nicht im großen Stil verfolgt werden, sollte sich jedes Unternehmen vor dem Einsatz von Open Source genauestens informieren und seine Mitarbeiter auf diese Problematik hinweisen.

Mythos 10: „Open Source ist nur für kleine Unternehmen“ und: „Open Source ist nur für Konzerne“

Weder noch. Allerdings sind die wesentlichen Motivationen für den Einsatz von Open Source bei Unternehmen verschiedener Größe unterschiedlich – und damit zwangsläufig auch die Vorteile und Risiken. Gerade Open Source-Produkte, die ohne Lizenzkosten bzw. obligatorische Subscription etc. auskommen, sind für Großunternehmen interessant, weil der direkte Kostenvergleich zu kommerziellen Lösungen so noch deutlicher ausfällt:

10.000 Clients * (Lizenzkaufpreis + Wartung) € >> 10.000 * 0 == 0 €

Große Firmen oder Konzerne können vom Einsatz von Open Source deutlich profitieren, gerade bei der Verringerung der Kosten, Reduzierung der Abhängigkeit und Steigerung der Flexibilität. Kleinere Unternehmen haben auf Grund des geringeren Hebeleffektes hier weniger Vorteile. Sie können aber durchaus Kostenvorteile realisieren und sind grundsätzlich eher bereit, Innovationspotentiale schnell zu testen und dann in den Regelbetrieb zu überführen.

Der Autor

Michael Kienle ist Geschäftsführer der it-novum GmbH und Vorstandsmitglied der Open Source Business Foundation (OSBF).

Bei it-novum im Internet steht ein 24-seitiges Whitepaper zum Thema zum kostenlosen Download bereit. Dort werden die in diesem Artikel beschriebenen Punkte noch einmal ausführlich beschrieben.

Inhalt des Artikels:

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