Die häufigsten Irrtümer über den Business-Einsatz von Open Source

Die Top 10 der Open Source-Mythen

14.10.2010 | Autor / Redakteur: Michael Kienle * / Florian Karlstetter

Michael Kienle, Geschäftsführer der it-novum GmbH und Vorstand der Open Source Business Foundation, räumt mit Open Source-Mythen auf.
Michael Kienle, Geschäftsführer der it-novum GmbH und Vorstand der Open Source Business Foundation, räumt mit Open Source-Mythen auf.

Mythos 7: „Open Source unterbindet Innovationen“

Open Source ist hochinnovativ. Dank der Flexibilität bei der Auswahl von Komponenten und bei der individuellen Anpassung kann man schneller Anpassungen vornehmen, um neue Prozesse und Ideen abzubilden, als bei proprietärer Software. Open Source lähmt also Innovationen nicht, sondern unterstützt und beschleunigt sie. Auch das „kollaborative Entwickeln“ ist innovationsfördernd, da bei einer Produktneuerung aus einer Fülle von individuell entwickelten Vorschlägen zurückgegriffen werden kann. Ausgewählt wird am Ende die beste Lösung, nicht die kommodeste (in Bezug auf Marktpräsenz oder Umsatz).

Innovativ wirken auch die offenen Standards. Sie hatten schon immer große Auswirkungen auf Innovationen und Marktentwicklung. Die Geschichte zeigt, dass die Argumente für eine Kaufentscheidung nicht proprietäre Standards sind, sondern die Mehrwerte, die man durch die Software bekommt – und hier zahlt sich das Innovationspotential von offenen Standards massiv aus. Open Source schafft also freie, durch Wettbewerb geregelte Märkte mit sinkenden Endpreisen und Anbieterdifferenzierungen durch Innovationen.

Mythos 8: „Das Kriterium für Open Source ist ausschließlich ,open‘ “

Wenn wir Kunden beraten, wollen wir uns nicht in die fundamentalistische Open Source-Sichtweise einreihen (die es ebenso gibt wie die der ausschließlichen Microsoft-Verfechter). Es geht vielmehr darum, die beste Lösung im Sinne einer umfassenden Berücksichtigung der Kundenanforderungen zu finden: Wir nennen diesen Ansatz „Best Source“ – die rational geführte Argumentation basierend auf einem Vergleich zwischen Closed- und Open Source-Lösungen.

Im Rahmen eines Projektes von vorneherein den Kreis der möglichen Alternativen nur auf „Open“ oder „Closed“ einzuschränken, wäre sicherlich nicht angemessen oder gar rational.

Die Entscheidung für eine Software bedarf vieler Kriterien wie Wirtschaftlichkeit, Flexibilität, Funktionalität, Sicherheit und Innovation (vgl. dazu den Open Source-Diamant). Sie lässt sich nicht auf schwarz/weiß bzw. open/closed reduzieren.

Andy Mulholland, CTO von Cap Gemini Ernst & Young, antwortete auf die Frage, ob Open Source das Richtige für jedes Unternehmen sei: „The arguments for and against open-source software often get very trivialised, it‘s not a technology issue; it‘s a business issue to do with externalisation.“

Auf der nächsten Seite geht es um einen der größten Irrtümer im Zusammenhang mit Open Source: kostenfrei ist nicht gleich lizenzfrei.

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