Mit Thin Clients ist der Einstieg in die Cloud gelungen Die Stadt Bergheim senkt die Desktop-Kosten ein zweites Mal

Redakteur: Ulrike Ostler

2008 erzielte die Stadt Bergheim mit IT-Zentralisierung und der Einführung von Igel Thin Clients Einsparungen gegenüber einer dezentralen PC-Umgebung von 30,6 Prozent und ebnete damit den Weg zur Cloud. Mit einer aktualisierten Kostenbetrachtung zeigt die Kommune das heutige Einsparpotential in Verbindung mit Server-Virtualisierung auf.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Mit der eigenen detaillierten Kostenanalyse hatte die Stadt Bergheim im Jahr 2008 das vom Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik „Umsicht“ aus demselben Jahr evaluierte Einsparpotential für eine zentralisierten, virtuellen IT-Umgebung bestätigt. Nun revidiert die Gemeinde die damalige Wirtschaftlichkeitsanalyse. Jetzt bringt die Thin-Client-Infrastruktur in Verbindung mit der heute üblichen Server-Virtualisierung und den gegenwärtigen Personalkosten eine Kostenersparnis von 34,3 Prozent.

Das Szenario von 2011 geht von einem internen Server-Betrieb im eigenen Rechenzentrum aus. Doch das hat sich geändert. Im Zuge des Projektes zur Zentralisierung von IT- Dienstleistungen bezieht die Kommune seit Oktober 2010 ihre IT-Anwendungen in Form des Liefermodells Software-as-a-Service (SaaS) von der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale KDVZ Rhein-Erft-Ruhr. Dadurch werden zusätzliche Einsparungen erzielt und auch die IT-Sicherheit hat sich weiter verbessert.

Alles in die Private Cloud.

Laut der Analyse der Stadt Bergheim von 2011 betragen die Kosten für einen Thin Client-Arbeitsplatz mit zentralisierter Anwendungsbereitstellung und virtualisierten Servern 292 Euro; in einem dezentralen PC-Scenario mit Anwendungsverteilung wären es 444 Euro.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung nahm die Stadt Bergheim analog zur ebenfalls aktualisierten Studie des Fraunhofer-Instituts Umsicht vor; der Titel der Studie lautet: „Thin Clients 2011 – Ökologische und ökonomische Aspekte virtueller Desktops“. Wie bei der Stadt Bergheim betrachtet auch diese Analyse eine reale IT-Umgebung mit Thin Clients des deutschen Herstellers Igel Technology.

Kostenbetrachtung über sieben Jahre

In Ergänzung zur Fraunhofer Studie von 2011, die ausschließlich einen Fünf-Jahres-Zeitraum betrachtete, analysierte die Stadt Bergheim die jährlichen Desktop-Kosten auch für eine nicht untypische Thin Client-Lebensdauer von sieben Jahren, die genügend lange Verfügbarkeit von Firmware-Updates voraussetzend.

Über diesen Betrachtungszeitraum lägen die berechneten Desktop-Kosten bei 245 Euro pro Jahr. Das sind 44,8 Prozent weniger als in der dezentralen PC-Umgebung.

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Desktop-Betriebskosten sinken auf ein Viertel

Wappen der Stadt Bergheim, die mit Technik von Igel Technology gute Erfahrungen macht. (Archiv: Vogel Business Media)

In den Berechnungen der Stadt Bergheim resultieren die größten Einsparungen aus den geringeren Betriebskosten. Während sie sich beim PC binnen fünf Jahren auf 1.112 Euro summieren, fallen beim Thin Client nur 235 Euro, im Sieben-Jahreszeitraum 329 Euro an.

Ausschlaggebend dafür ist in erster Linie der geringere Zeitaufwand bezüglich Software- und Hardware-Installation, Anwenderselbsthilfe und Windows-Updates. Der letzte Posten entfällt sogar komplett, da es nur noch die zentralen Server betrifft.

Thin Clients erfordern auch anders als der PC keine lokalen Anwendungsinstallationen. Im seltenen Fall eines Hardware-Ausfalls wird der defekte Thin Client gegen ein Ersatzgerät getauscht, das sich nach Anschluss ans Netzwerk ohne großen Aufwand über den Management-Server konfigurieren lässt und sofort einsatzbereit ist.

Einfache Verwaltung durch ein zentrales Desktop-Management

Das Thin Client-Management bewältigt die Stadt Bergheim über die im Lieferumfang enthaltene Management-Software „Igel Universal Management Suite“ (UMS). Die darin definierbaren Einstellungsprofile werden anhand der IP- oder MAC-Adressen einzelnen Arbeitsplätzen oder Arbeitsplatzgruppen, beispielsweise Abteilungen oder Standorten, zugeordnet.

„Das profilbasierte Management und die zentralen Updates sind überzeugend“, findet Thomas Golc, Service Administrator bei der Stadt Bergheim. „In Kombination mit dem wartungsarmen Gerätedesign ohne bewegliche Bauteile reduziert sich die frühere Vor-Ort-Betreuung spürbar.“

Darüber hinaus vereinfache sich das Umziehen von Arbeitsplätzen zwischen einzelnen Sachgebieten deutlich. Denn nun seien die persönlichen Einstellungen an den Benutzer geknüpft, und nicht mehr an das Endgerät.

Fachbereich und IT-Leitung singen gemeinsam das Loblied

Wolfgang Berger, Fachbereichsleiter Personal, Organisation, Ordnung, Sport und Kultur in Bergheim, ergänzt: „IT muss wirtschaftlich sein, ohne auf eine hohe Professionalität zu verzichten. Cloud Computing kann, mit Augenmaß angegangen, interessante Vorteile generieren, gerade auch für die öffentlichen Verwaltungen, deren Handeln zunehmend durch die schwierige Finanzsituation bestimmt wird.

Allerdings stehe vor dem Weg in die Cloud die Standardisierung von Anwendungen. Nur dann bringe die Zentralisierung die besten Ergebnisse. „Wenn dann noch alle Akteure an einem Strang ziehen, können solche Projekte den erhofften Erfolg bringen“, sagt Berger.

Auch Theo Kratz, Abteilungsleiter IT, bei der Stadt zeigt sich zufrieden: „In solche Cloud-Projekte, die eine umfassend virtuelle Anwendungsbereitstellung bedingen, fügen sich Thin Clients nahtlos ein und generieren einen zusätzlichen Benefit.“ „Denkt man an die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen an jedem Ort von jedem Gerät, bietet diese Umgebung die Lösung. Was auch gefällt, ist, dass die Umwelt durch den geringeren Ressourcenverbrauch profitiert.“

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