Die Zukunft von Red Hat im Rückblick auf eine beispiellose Erfolgs-Story Die Open-Source-Milliardäre

Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Mit den Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 avanciert Red Hat zum weltweit ersten Open-Source-Unternehmen mit einem Jahres-Umsatz von über 1 Milliarde Dollar und dass nicht obwohl, sondern weil sich das Geschäftsmodell der Amerikaner ganz auf freie Software stützt. Laut Red-Hat-CEO Jim Whitehurst entwickeln sich nun Cloud und Big Data zu tragenden Säulen einer fortzusetzenden Erfolgsgeschichte.

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RHEL ist das wichtigste Produkt im Red-Hat-Universum, weil 90 Prozent des Gewinns fast allein durch REHL-Subscriptions zustande kommt. Gleichzeitig ist RHEL aber nur einer von zahlreichen Bausteinen im Strategie-Stack und somit Teil der Cloud-Vision von Red Hat.
RHEL ist das wichtigste Produkt im Red-Hat-Universum, weil 90 Prozent des Gewinns fast allein durch REHL-Subscriptions zustande kommt. Gleichzeitig ist RHEL aber nur einer von zahlreichen Bausteinen im Strategie-Stack und somit Teil der Cloud-Vision von Red Hat.
(Bild: Red Hat)

Der Aufstieg des in der Hauptstadt des US-Bundesstaates North Carolina Raleigh beheimatete Open-Source-Unternehmens gehört von seiner Gründung im Jahr 1993 durch Marc Ewing an und insbesondere seit der Vereinigung mit der Firma ACC des Kanadiers Bob Young zu den Fabel-Geschichten der Open-Source und Dotcom-Aera.

Während in den Jahren seit 1990 viele große Namen in der Open-Source- und IT-Welt kommen und gingen, kannte der Kurs von Red Hat bisher nur eine Richtung: nach oben. Ohnehin gibt es in der Open-Source-Welt nur eine Handvoll Namen, die populärer sind als der von Bob Young. Neben Linux-“Erfinder“ Linus Torvalds, sowie den Open-Source-Evangelisten Richard Stallmann, Eric S. Raymond oder Alan Cox stehen insbesondere Namen der jüngeren Geschichte, wie Marc Shuttleworth, Marc Zuckerberg oder Larry Page und Sergey Bri auch für ein finanziell erfolgreiches Agieren im OpenSource-Umfeld.

Sieht man ´mal davon ab, dass Ubuntu-Mäzän Shuttleworth vorher schon steinreich war (während Ubuntu übrigens noch lange nicht in der Gewinnzone operiert), Google und Facebook nicht ausschließlich auf Open-Source und offene Standards fokussiert sind und man den „alten“ Open-Source-Kämpen wie Stallman durchaus ihre nicht auf kommerziellen Erfolg ausgerichtete Ethik abnimmt, bleibt einzig Red Hat als Unternehmen, dessen Geschäftsmodell sich ausschließlich auf Open-Soure-Software stützt. Und die Firma ist trotzdem oder gerade deswegen zum erfolgreichsten Linux-Unternehmen der Welt geworden, dessen Aktien seit der Blütezeit der Dotcom-Ära 1999 an der US-Börse NYSE gehandelt werden.

Linux und mehr

Red Hat ist heute Marktführer im Bereich der Linux-Distributionen für Unternehmen und beschäftigt weltweit rund 4.000 Mitarbeiter. Wenngleich das Unternehmen das Gros seiner Einnahmen mit Subskriptionen für seine Unternehmens-Distribution „Red Hat Enterprise Linux“ (RHEL), sowie im Support- und Trainings-Geschäft erwirtschaftet, ist Red Hat auch aktiv in der Entwicklung, Einführung und Verwaltung von Linux- und Open-Source-Lösungen für Unternehmens-Infrastrukturen aktiv.

Dabei umfasst das Produktangebot inzwischen eine große Bandbreite von eingebetteten Systemen bis zu Middleware-Lösungen, wie der 2006 hinzugekauften „JBoss“-Plattform, ergänzt um ein gut aufeinander abgestimmtes Support-, Trainings- und Management-Angebote. Bemerkenswert an Red Hat ist, dass es der durch RHEL-Subscriptions bedingte kommerzielle Erfolg dem Unternehmen nicht nur erlaubt, im erheblichen Umfang in neue Entwicklungen zu investieren (was allein für Konzeption und Verkauf einer Linux-Distribution in diesem Umfang nicht notwendig wäre), sondern dass Red Hats Engagement in zahlreichen freien Projekten dem Unternehmen gerade den Bekanntheitsgrad beherrscht, der den Absatz der Subskriptionen weiter fördert.

Dass sich Red Hat an zahlreichen OSS-Projekten beteiligt und sogar bezahlte Entwickler abstellt – 2010 gehörte Red Hat beispielsweise zum wiederholten Mal zu den Firmen mit den meisten Commits in Linux-Kernel – und an der Schaffung offener Standards maßgeblich beteiligt ist, verschafft dem Unternehmen eine strategische Bedeutung, die in der Open-Source und IT-Welt einmalig ist.

Das Geschäftsmodell und die Community

Das Logoo der Open-Source-Company
Das Logoo der Open-Source-Company
(Bild: Red Hat)
Das extrem erfolgreiche Geschäftsmodell der Open-Source-Company, eine für Unternehmenskunden ausgerichtete Linux-Distribution im Abonnementmodell zu verkaufen, die vollständig aus Open-Source-Software besteht und deren Quellcode trotzdem frei verfügbar ist, ist gerade Mal ein Jahrzehnt alt, nachdem das 1993 gegründete Unternehmen ACC bereits Geld mit der Linux-Distribution von Red Hat Linux (RHL) verdient hatte. Mit seiner folgerichtigen Entscheidung, sich seit dem Jahr 2003 ausschließlich auf Unternehmenskunden und den Server-Bereich zu konzentrieren, war Red Hat seiner Zeit weit voraus.

Dass man Endanwender trotzdem nicht ignorierte, sondern mit Stiftung des Community-Projekts „Fedora-Linux“ eine bis heute trendweisende freie Linux-Distribution aus der Taufe hob, spricht nicht nur für das soziale Selbstverständnis und eine Verantwortung gegenüber der Anwender-Community. Zugleich und vor allem hat der Konzern als erster ein mit Open-Source realisierbares Geschäftsmodell umgesetzt.

Fedora Linux rangiert in den einschlägigen Hitlisten von Linux-Distributionen seit 10 Jahren beständig auf den Plätzen 1 bis 5 und ist keineswegs eine Sparvariante von RHEL von Red Hats Gnaden, sondern gilt ganz im Gegenteil als Experimentierfeld der im Fedora-Projekt involvierten, bezahlten Red-Hat-Entwickler für neuste Technologien. Fedora gilt unter Linux-Nerds allgemein als Trendsetter und dasjenige Linux-System, das die jeweils neusten Entwicklungen bereitstellt. So bietet Fedora Admins und Entscheidern unter anderem die Gelegenheit, für Red Hat Enterprise Linux geplante Entwicklungen vorzeitig oder in RHEL bereits als Technology-Preview enthaltene Funktionen ohne Erwerb eines Abonnements zu testen.

Alles Open Source

Teil der erfolgreichen Geschäftspolitik ist auch, dass Red Hat eigene Software stets unter Open-Source-Lizenzen stellt und/oder von den eigenen Programmierern initiierte Entwicklungen an Stiftungen wie die Apache Foundation übergibt. Red Hat und seine Entwickler haben damit mehr als jedes andere Unternehmen maßgeblich zur Weiterentwicklung fundamentaler Open-Source-Komponenten beigetragen, etwa dem Linux-Kernel samt glibc, dem Grafik-Stack X.org, dem Gnome-Desktop, nebst zugrunde liegender Gtk-Bibliothek, sowie der im Linux-Kernel enthaltenen Virtualisierungs-Engine KVM mit dem Libvirt-API, welches heute bei zahlreichen freien Virtualisierungs-Management-Lösungen zum Einsatz kommt.

Das gilt nicht weniger für viele populäre von Red Hat entwickelte Middleware-Komponenten, sowie Storage- und Cloud-Technologien. Sogar der Code vom Web-basierten System-Management-Werkzeug „Red Hat Network“ (RHN) steht seit einiger Zeit unter einer Open-Source-Lizenz und wird zum Beispiel auch vom direkten Konkurrenten Suse eingesetzt. Ebenso bemerkenswert ist, dass Red Hat auch die Software, die durch Unternehmenszukäufe und Übernahmen in den Besitz der Firma gelangt sind, mit etwas Verzögerung unter eine Open-Source-Lizenz stellt.

Manchmal dauert´s

Dass das manchmal etwas länger dauert, liegt schlicht daran, dass Red Hat solche Software oft in mühevoller Arbeit von proprietären Code-Bestandteilen befreien muss. Populärstes Beispiele dieser Art sind neben dem aus dem Kauf des israelischen Unternehmens Qumranet im Jahr 2008 hervorgegangene KVM-Hypervisor auch die ebenfalls aus dem Qumranet-Deal hervorgegangene Virtualisierungs-Lösung RHEV.

Deren Web-basierte Management-Komponente in Form des oVirt-Projektes von Red Hat wurde mit einer Verzögerung von fast vier Jahren inzwischen ebenfalls an die Communty übergeben, nachdem man auch hier mühevoll proprietären Code durch Java ersetzt hatte. Heute arbeiten Canonical, IBM, Intel, Suse und andere Unternehmen an der herstellerunabhängigen Virtualisierungs-Management-Lösung "oVirt" mit.

Leistungsfähiger als VMware & Co

Dass Red Hat zwar bestrebt ist, durch strategische Zukäufe weitere Geschäftsfelder zu erschließen, andererseits aber stets seinen Wurzeln und dem Open-Source-Gedanken treu bleibt, hat einen großen Anteil am Erfolg. Mit RHEV oder den Cloud-Technologien trägt das Unternehmen die Open-Source-Idee über den reinen Betriebssystem-Sektor hinaus inzwischen in Bereiche, in denen Open-Source bisher noch nicht so verbreitet ist.

Zwar ist der Marktanteil von dem Red-Hat-Virtualisierungsprodukt „Red Hat Enterprise Virtualization“ (RHEV) gemessen an VMware & Co nominell gering, es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis Unternehmen nicht nur erkennen, dass etwa RHEV zusammen der oVirt-Management-Plattform ungleich leistungsfähiger als VMware und Hyper-V ist. Die aktuelle Version 3.1 des RHEV-Hypervisors unterstützt beispielsweise 160 virtuelle Cores, 2 TB Arbeitsspeicher je VM und kann bis zu 4.096 logische CPUs mit 64 TB RAM verwalten .

Go Cloud!

Zugleich ist die Virtualisierungs-Plattform auch essentieller Teil der Cloud-Strategie von Red Hat, rund um „Cloudforms“, „Deltacloud“ und die PaaS-Plattform „Openshift“. Dank des durch die RHEL-Subscriptions gewährleisteten Erfolgs steht Red Hat in keiner Weise unter Druck, seine Cloud-Visionen in einem wie auch immer gearteten Zeitfenster profitabel zu machen.

Dass man sich in Raleigh aber keineswegs auf den positiven Geschäftszahlen ausruht, sondern klare Vorstellungen davon hat, welche Rolle Cloud-Technologien in der Zukunft des Unternehmens spielen, offenbart ein Interview, das der derzeitige CEO Jim Whitehurst vor wenigen Tagen gegeben hat und das mit Ausnahme einer zu erwartenden stärkeren Ausrichtung auf Cloud-Technologien in einigen Punkten, etwa dem Umgang mit der Konkurrenz, auch überrascht.

Red Hat CEO Jim Whitehurst im Interview

Jim Whitehurst, CEO von red Hat: „Our products are all over most of the major cloud providers. We're the largest contributor to OpenStack. We passed Rackspace in the last release, Grizzly. We've been pretty open that we will release a full enterprise product of OpenStack later this year. We intend to be the Red Hat of OpenStack.“
Jim Whitehurst, CEO von red Hat: „Our products are all over most of the major cloud providers. We're the largest contributor to OpenStack. We passed Rackspace in the last release, Grizzly. We've been pretty open that we will release a full enterprise product of OpenStack later this year. We intend to be the Red Hat of OpenStack.“
(Bild: Red Hat)
Der derzeitige CEO Whitehurst erläutert unter anderem, warum Unix bei Kunden zugunsten von Linux und Open Source immer mehr verdrängt wird. Interessant ist auch Whitehursts Bekräftigung, dass Red Hat in der Vergangenheit nie eine Desktop- oder Mobile-Strategie verfolgt hat und als ein Unternehmen, das den Client nicht im Fokus hat, auch in Zukunft keine Desktop- oder Mobile-Strategie verfolgen wird.

Interessant ist auch, dass sich der Chef durchaus mehr Kooperationen mit Microsoft wünscht. Die fände aber abgesehen von den Kooperations-Vereinbarungen im Bereich Zertifizierung – Hyper-V und RHEL, sowie Windows Server und RHEV sind im Cross-Virtualiziation Zertification Program wechselseitig als Plattform zertifiziert –so gut wie nicht statt.

Das liege auch daran, dass laut Whitehurst beim Kunden die Architekturentscheidungen schon fallen, bevor Kunden mit Red Hat oder Microsoft Kontakt aufnähmen. Allen Unternehmen scheine aber klar zu sein, dass heute noch im Einsatz befindliche Unix-Lösungen über kurz oder lang zu Linux und Open Source migriert werden, weil Unix-Hard- und Software einfach zu teuer ist und Linux funktional inzwischen aufgeholt hat und mehr als konkurrenzfähig geworden ist.

Mobility? No.

Das gilt vor allem in den Bereichen Hochverfügbarkeit, Sicherheit und Performance, wofür es laut Whitehurst auch zahlreiche Belege gebe. So werde beispielsweise heute schon mehr als die Hälfte des globalen Aktienhandels über Linux-Systeme abgewickelt.

Bemerkenswert ist auch Whitehursts Aussage, Red Hat brauche keine Desktop- oder Mobile-Strategie. Auf dem Desktop fände ohnehin gerade ein Paradigmenwechsel hin zu HTML5 und Web-Apps statt, sodass die eigentliche Anwender-Software als Web-Anwendung auf dem Server laufe. Dann spielt das am Client verwendete Betriebssystem faktisch keine Rolle mehr und der Desktop verliere jegliche strategische Bedeutung.

Zudem werkele, so Whitehurst, unter der Haube von Macs und Chromebooks, sowie bei den meisten Smartphones (Android) und nahezu allen Embedded-Systemen (ARM) bereits Linux. Red Hat könne das aber trotzdem egal sein, denn das Geschäftsmodell habe, so Whitehurst in seiner Antwort auf die Frage, warum Red Hat nicht eine ähnliche Strategie verfolge, wie Canonical mit Ubuntu, „nichts mit Client Devices zu tun.“ Weit wichtiger für das Unternehmen sei es, die Themen Cloud Computing und Trends wie Big Data zu bedienen, weil Open-Source-Produkte hier konkurrenzlos seien.

Nachbauten sind keine Gefahr. Sie steigern den Bekanntheitsgrad

Der Grund hierfür sei vor Allem in der Tatsache zu suchen, dass die die großen Web-Companies ihre eigenen Problemlösungen in der Regel ohnehin vollständig in Open-Source implementierten. Hier sei Open Source daher heute eher der Standard, als die Ausnahme. Einzig das latent schwelende Problem der Software-Patente seit noch lösen, denn trotz kleinerer Erfolge sehe er derzeit keine kurz- oder mittelfristige Lösung.

So oder so ist es spannend zu beobachten, wie sich das Unternehmen in den kommenden Jahren weiter entwickeln wird. Schon 2012 war der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 36,7 Prozent auf 146,6 Millionen Dollar gestiegen. Der Umsatz mit Software-Subskriptionen stieg von 255 Millionen auf 303 Millionen Dollar. Ganz nebenbei kletterte der Umsatz mit Schulungen und anderen Dienstleistungen von auf 42 Millionen Dollar im Vorjahr auf 45 Millionen Dollar.

Whitehurst sprach von einem bemerkenswert starken Jahr, wobei zwar die wichtigsten Impulse von der fortschreitenden Internationalisierung des Geschäfts und der im Zusammenhang Cloud-Computing zunehmenden Bedeutung von Rechenzentren ausgingen. Das Gros der Einnahmen stamme aber nach wie vor aus den RHEL-Subskriptionen.

Dieser Claim gehört mir!

Hier grenzt sich Red Hat ab und ein.
Hier grenzt sich Red Hat ab und ein.
(Bild: utemov/Foitolia.com)
Hier muss Red Hat sein Terrain verteidigen, denn die eigene Geschäftsphilosophie im Zusammenhang mit der konsequenten Freigabe der Sourcen ruft zwangsläufig auch Kopierer auf den Plan. Dass mit „CentOS“ oder „Scientific Linux“ alltagstaugliche 1:1-Nachbauten von RHEL zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung stehen, erfreut zunächst einmal Admins und Entscheider, die sich im Vorfeld ein Bild von RHEL machen möchten, wenngleich dies die ebenfalls kostenlos verfügbaren Trial-Versionen von RHEL ebenfalls ermöglichen.

Bisher scheinen die kostenlos verfügbaren RHEL-Klone die Red-Hat-Manager aber kaum zu beunruhigen. Vielmehr ist sich Red Hat durchaus bewusst, das auch die Nachbauten zum Erfolg von RHEL beigetragen haben.

Anders sieht es dagegen mit kommerziellen RHEL-Nachbauten aus. So versucht Oracle derzeit mit Macht, Red Hat mit seinem RHEL-Klon „Oracle Linux“ Kunden abzujagen, zumal Oracle Updates für Oracle Linux seit kurzem sogar für nicht registrierte Nutzer kostenlos anbietet.

Jüngste Zertifikate und Zulassungen

Ob der Marketing-Schachzug Red Hat Kunden kostet, bleib abzuwarten, vielleicht steigert die Maßnahme aber auch weiter den Bekanntheitsgrad von RHEL. Was für RHEL-Kunden aber weit mehr zählt als die Kostenbetrachtung, sind die zahlreichen Zertifizierungen für Red Hat Enterprise Linux, die durchaus auch eine Folge der Zusammenarbeit von Red Hat mit wichtigen US-Behörden oder der NASA sind.

So hat RHEL 6 im Oktober 2012 unter anderem das Common-Criteria-Zertifikat des "SecureSpan XML Networking Gateway" auf dem Evaluation Assurance Level 4 (EAL4+) bekommen. Das Common Criteria EAL4+ von Level 7 ist der höchste erreichbare Level für ein Standard-Betriebssystem ohne spezielle Modifikationen und ist besonders für Behörden und Unternehmen mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen wertvoll.

Die Zertifizierung selbst erstreckt sich auf das Operating System Protection Profile (OSPP), samt der Module für Advanced Management, Advanced Audit, Labeled Security und Virtualisierung mit KVM. Ferner hat Red Hat vor wenigen Tagen bekannt gegeben, das ab sofort auch der verschlüsselnde Device-Mapper von RHEL 6 Dm-crypt NIST-zertifiziert ist. Das „National Institute of Standards and Technology“ (NIST) ist quasi das US-amerikanische Pendant zum BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik).

In punkto Sicherheit

Damit hat das NIST jetzt insgesamt sieben Sicherheitszertifikate nach FIPS-140-2-Standard an Red Hat Enterprise Linux 6.2 vergeben. Dm-crypt komplettiert seit wenigen Tagen die bereits zertifizierten Module Kernel Crypto API, Open Swan, Open-SSH-Server, OpenSSH-Client, Open SSL und Libgcrypt. Damit lässt sich RHEL zum Beispiel in Bezug auf die Krypto-Module in einer weitgehend NIST-zertifizierten Umgebung betreiben. Ein weiteres wichtiges Argument für Red-Hat-Kunden dürfte bezüglich RHEL zudem sein, dass Red Hats Enteprise-Linux-Betriebssystem ein fundamentaler Bestandteil der Virtualisierungs- und Cloud-Produkten ist.

Der Autor:

Thomas Drilling bekommt auf DataCenter-Insider.de einen eigenen Blog: "Drillings Open-Source-Eck"
Thomas Drilling bekommt auf DataCenter-Insider.de einen eigenen Blog: "Drillings Open-Source-Eck"
(Bild: Thomas Drilling)
Thomas Drilling ist seit Abschluss seines Informatik-Studiums Anfang der 90`iger Jahre selbstständig auf den unterschiedlichsten Gebieten im IT-Sektor, zum Beispiel als Trainer, Consultant und Administrator, tätig und befasst sich seit 1998 schwerpunktmäßig mit Open-Source.

Seit der Jahrtausendwende gilt seine Begeisterung als Buch-Autor, Journalist und freier Redakteur fast ausschließlich der IT-Bericht-Erstattung. Aktuell konzentriert er sich überwiegend auf Business- und Enterprise-Themen im Bereich Linux/Open Source, Cloud, Virtualisierung, Netzwerk und Client-Managenent/Monitoring und Unified Communications.

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