Ein Rahmen von 400 Millionen Pfund

Die Öffentliche Hand in UK lässt Datacenter-Services einkaufen

| Autor: Ulrike Ostler

YPO legt einen Auswahlrahmen über die Datecenter-Produkte und -leistungen, die britische Behörden beziehen können oder sollen.
YPO legt einen Auswahlrahmen über die Datecenter-Produkte und -leistungen, die britische Behörden beziehen können oder sollen. (Bild: gemeinfrei: Pixabay)

YPO, ursprünglich: Yorkshire Procurement Office, ist eine der größten Einkaufsorganisationen Großbritanniens. In dieser Eigenschaft erstellt das Unternehmen, an dem 13 lokale Behörden beteiligt sind, Richtlinien, Frameworks, für den Einkauf: Der Bereich ICT umfasst 11 solcher Frameworks. Neu ist eins für Bau, Maintanence und Bezug von Rechenzentrums- sowie Cloud-Dienstleitungen.

Nach Angeben von YPO wurde das neue Framework geschaffen, um sicherzustellen, dass Daten standortübergreifend gespeichert und abgerufen werden können - entweder on premise, off premise oder über die Cloud. Der Einsatz von Rechenzentren und Cloud-Technologie solle die Organisation in den Bereichen Kommunalverwaltung und Bildung unterstützen.

Der Finanzrahmen soll sich laut YPO sich auf einen Gesamtwert von geschätzt 400 Millionen Pfunde (rund 437 Millionen Euro) geschätzt wird, ist nun freigegeben und läuft bis zum 31. Juli 2023.

Der Sinn des Einkaufsverbunds ist klar: „Da wir Ihre Anforderungen mit unseren anderen Kunden kombinieren können, können wir für Sie ein besseres Angebot aushandeln, als wenn sie es selbst versuchen würden. All dies bedeutet, dass sie das bestmögliche Sortiment und die besten Preise erhalten, ohne jemals Kompromisse bei Service oder Qualität eingehen zu müssen.“, heißt es auf der Website des landesweit tätigen Unternehmens.

Im Sortiment

Das Sortiment umfasst rund 30.000 Produkte und 100 Frameworks; egal ob es sich um Stifte und Papier, Computer, Möbel, Strom, Lebensmittel und Versicherungen oder eben Datacenter-(-leistungen) handelt.

Die Datacenter-Vereinbarung sieht derzeit neun Lieferanten für den Bau von Rechenzentren vor, darunter: Keysource, Sudlows und Nigsun, eher klein, sowie 2bm, Insight Direct, Powercube und Workplace Technology. Elf Unternehmen bekamen den für den Betrieb von Rechenzentren für öffentliche Einrichtungen: Sechs Grad, SCC, Daisy, Razorblue, Keysource, Phoenix, CloudCoCoCo, Redcentric, SunGard, UKCloud und Zsah.

Amazon Web Services (AWS) gehört zu den 18 Anbietern, die den bevorzugten Status für Cloud Computing erhalten haben. Außerdem gibt es noch Sonderkonditionen für die Lieferung von Hardware und Support-Leistungen.

Die Struktur für das Datacenter-Framework sieht wie folgt aus:

  • 1. Anlagenwartung - mechanische und elektrische Infrastruktur
  • 2. Enterprise Hardware Management - Unterstützung bestehender Hardware und Daten
  • 3. Design - Entwurf einer neuen Lösung
  • 4. Audit
  • 5. Cloud Hosting
  • 6. Beratung
  • 7. Aufbau einschließlich modularer Bauweise
  • 8. Installationsservice
  • 9. Managed Service
  • 10. Business Continuity und Disaster Workplace Recovery
  • 11. Bildungsdienstleistungen - einschließlich Cloud Hosting
  • 12. Co-Location und Shared Hosting
  • 13. Datensicherheit
  • 14. Netzwerk-Konnektivitätsdienste

Die britischen Medien sehen dieses Framework nicht uneingeschränkt positiv, zumal YPO entsprechende Rahmenvereinbarungen zwar nach EU-recht geschlossen habe, den namentlich genannten Anbietern aber das Recht gebe, schnell mit öffentlichen Stellen zu verhandeln und komplexe und schwierige EU-Vorschriften zu umgehen. Insgesamt verfügen jetzt 32 Lieferanten über den begehrten Status. Für den öffentlichen Sektor allerdings wird die Auswahl als hinreichend sowie weg- und zukunftsweisend angesehen.

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