HPE stellt Synergy vor

Die neue Server-Kategorie für hybride Infrastrukturen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Company Hewlett Packard Enterprise (HPE) stellt mit "Synergy" sein erstes Produkt vor; das System ist eine konvergente Plattform für den Einsatz in hybriden Umgebungen.
Die Company Hewlett Packard Enterprise (HPE) stellt mit "Synergy" sein erstes Produkt vor; das System ist eine konvergente Plattform für den Einsatz in hybriden Umgebungen. (Bild: HPE)

Nachdem nun jahrelang nicht nur HP, sondern auch IBM und Dell beispielsweise den Kunden vermittelt haben: „Es gibt keinen Server, der für alle Anwendungen taugt“, bringt HPE nun mit „HPE Synergy“ eine einheitliche Infrastruktur für alle Anwendungen und Betriebsmodelle, für traditionelle IT-Umgebungen und Clouds auf den Markt.

Die Unternehmen sollen damit die Vorteile einer hybriden Infrastruktur voll ausschöpfen können. Tatsächlich setzt HPE Synergy auf einer durchaus neuen Architektur mit der Bezeichnung „Composable Infrastructure“ auf. Zwei Projekte, die ursprünglich für die „ultimative zusammensetzbare Infrastruktur - wie CTO Martin Fink „The Machine“ nennt- gedacht waren, kommen bereits auf der Synergy-Plattform zu Einsatz: Eine Spark-Adaption und das „ContainerOS“ – beides ist noch nicht näher erläutert.

Die Plattform nutzt flexible Ressourcen-Pools, Software-definierte Intelligenz und eine einheitliche Programmierschnittstelle. Sie soll Unternehmen auf diese Weise helfen, jederzeit den richtigen Mix aus traditionellen und Private-Cloud-Ressourcen bereitzustellen. Hier die drei Prinzipien:

Flexibilität ist alles: Das wird durch einfache Handhabung, Programmierbarkeit und Eignung für Container, virtuelle und physische Infrastrukturen errreicht.
Flexibilität ist alles: Das wird durch einfache Handhabung, Programmierbarkeit und Eignung für Container, virtuelle und physische Infrastrukturen errreicht. (Bild: HPE)

1. Flexible Ressourcen-Pools

Diese setzen sich zusammen aus Rechner-, Speicher- und Fabric-Ressourcen, die sich für die speziellen Bedürfnisse einer Anwendung kombinieren und rekombinieren lassen

Nach HPE-Angeben sind die Systeme nach dem Einschalten sofort einsatzbereit

Synergy soll zudem alle Arten von Arbeitslasten - physische, virtuelle und Container unterstützen.

2. Software-definierte Intelligenz

Zu einen analysiert das System quasi selbstständig den Infrastruktur-Bedarf und ein „Composer“ sucht die Ressourcen zusammen und konfiguriert sie. Während heute bei der Integration einer Third-Party-Schnittstelle mehr als 50 Stunden aufgewendet und für das Deployment im Schnitt mehr als 50 Skripte geschrieben werden müssen sowie unter Umständen Tausende Lines of Code, kann sich der Aufwand durch den Composer auf wenige Minuten reduzieren. Updates funktionieren fast reibungslos und kontinuierlich, sind wiederholbar und rückgängig machbar. Dazu werden so genannte Pakete geformt, die sowohl Firmware-Informationen enthalten, als auch Treiber.

3. Eine einheitliche Programmierschnittstelle

Über die einheitliche Programmierschnittstelle lassen sich die Elemente der Composable Infrastructure identifizieren, suchen, provisionieren, aktualisieren und untersuchen, die für den Test, die Entwicklung und den Betrieb von Code notwendig sind. Tatsächlich reicht eine Zeile Code, die jedes Element der Infrastruktur abstrahiert. Sie ersetzt durchschnittlich 500 Aufrufe.

Die eine Code-Zeile greift auf Templates zu, die erstellt werden müssen. Darüber hinaus bietet HPE Synergy eine Bare-Metal-Schnittstelle für Infrastructure as a Service.

Dennoch wird die komplette Infrastruktur zu 100 Prozent programmierbar. Auf dem Storage-Pool setzt ein „Fluid Ressource-Pool“ auf, der Server-, Speicher- und Netzwerk-Ressourcen umfasst, die für bestimmte Workloads geblockt oder wieder frei gegeben werden können. Darüber sitzt der Composer und darüber das so genannte „Unified API“. Das Ganze - physische und virtuelle Ressourcen in jedweder Konfiguration für jede Art von Anwendung - wird orchestriert mithilfe von „HPE OneView“.

Vorne im Rack befinden sich die Compute- und Storage-Komponenten. Hinten ist der Connectivity-Bereich, also der Platz für Fabrics. ToR-Switches gibt es nicht mehr.
Vorne im Rack befinden sich die Compute- und Storage-Komponenten. Hinten ist der Connectivity-Bereich, also der Platz für Fabrics. ToR-Switches gibt es nicht mehr. (Ostler)

Cloud-schnell

Typische Anwendungsszenarien sind „Composable ESXi-Cluster“ oder die Integration von Docker. Gezeigt wurde auf der HPE-Konferenz und Hausmesse „HPE Discover“, die diese Woche in Landon stattfand, das Erstellen eine CI-Pipeline mithilfe von Jenkins, die dann für das Provisioning von Hosts für die Docker-Engine bereit war.

Um Entwicklern das Bereitstellen von Infrastruktur zu vereinfachen, bietet HPE Synergy ein wachsendes Ökosystem von Partnern wie Arista, Cap Gemini, Chef, Docker, Nvidia, Microsoft und VMware. HPE Synergy stattet die Kunden mit einer Bibliothek von Betriebsumgebungs-Images aus, mit denen ein einzelner Anwender spezifische Infrastruktur-Kombinationen erstellen kann.

In traditionellen Infrastrukturen dauert es durchschnittlich sechs Wochen, um eine neue mobile Anwendung oder Dienstleistung zum Laufen zu bringen. Das ist ein komplizierter Prozess, für den viele verschiedene Werkzeuge und die Zusammenarbeit mehrerer Teams erforderlich sind. Weil sich HPE Synergy aus einem flexiblen Pool von Infrastruktur-Ressourcen bedient, stellt die Plattform schnell Rechenleistung, Speicher und Netzwerk-Kapazität zur Verfügung.

Überprovisionierung und Investitionskosten reduzieren

Darüber hinaus können die Kunden mit Synergy ein weiteres Problem heutiger IT-Infrastruktur angehen: Überprovisionierung und ungenutzte Ressourcen. Nach Angaben des Natural Resources Defense Councils liegt die durchschnittliche Überprovisionierung eines Servers zwischen 82 und 88 Prozent.

Noch kann sich ein Storage-Pool nur über ein Rack ausdehenen; künftig soll das Rack-übergreifend möglich sein, für fünf Racks.
Noch kann sich ein Storage-Pool nur über ein Rack ausdehenen; künftig soll das Rack-übergreifend möglich sein, für fünf Racks. (Bild: HPE)

Mit der integrierten Software-Intelligenz, automatischer Ressourcen-Erkennung und den flexiblen Ressourcen-Pools können Kunden die Infrastruktur nun direkt hochfahren und physikalische, virtuelle und Container-Anwendungen betreiben. Durch eine einheitliche Schnittstelle kombinieren sie physikalische und virtuelle Ressourcen und reduzieren Überprovisionierung um bis zu 60 Prozent. Dadurch lassen sich bei vorausgehenden Investitionskosten Einsparungen von bis zu 17 Prozent und bei laufenden Investitionskosten bis zu 30 Prozent erzielen.

Antonio Neri, Executive Vice President und General Manager der Enterprise Group bei Hewlett Packard Enterprise, erläutert, dass Marktanalysen deutlich zeigten, dass eine hybride Kombination von traditioneller IT und Private Clouds den Markt in den nächsten fünf Jahren dominieren werde. Unternehmen wollten vom Tempo und der Agilität der Cloud profitieren, aber gleichzeitig die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Betriebs im eigenen Rechenzentrum. Er sagt: „Mit HPE Synergy können IT-Abteilungen Infrastruktur als Code bereitstellen und ihr eigenes Rechenzentrum wie eine Cloud behandeln.“

Und was ist mit den Workload-optimierten konvergenten Systemen? Tatsächlich sollen die, zumindest eine Weile, ihre Berechtigung behalten: "Für SAP HANA haben wir ein System, In-Memory läuft gar nicht auf der Synergy", so ein O-Ton.

Verfügbarkeit und Kosten

HPE Synergy soll ab dem zweiten Quartal 2016 bei HPE und weltweiten Vertriebspartnern erhältlich sein. Preise wurden sind bis dato unbekannt. Im ersten Ausbau ist das Skalieren innerhalb des Ressourcen-Pools auf eine Rack beschränkt. Angedacht ist jedoch etwa an je 20 Storage-Cassis in fünf Racks, auf die flexibel zugegriffen werden kann. Vorbereitet ist das System zudem für interne optische Verbindungen.

Die Ausstattung mit Storage und Compute-Power selbst ist flexibel und einfach handhabbar.
Die Ausstattung mit Storage und Compute-Power selbst ist flexibel und einfach handhabbar. (Bild: Ostler)

Die Dienstleistungen für HPE Synergy umfassen einen zentralen Support für das gesamte Composable-Ökosystem beim Kunden, variable Bezahlung von Ressourcen ("pay as you grow") und Unterstützung bei der Automatisierung und Optimierung von Infrastruktur als Code. HPE-Experten stehen bereit für Trainings zur Infrastruktur-Strategie und -Technologie sowie für Inbetriebnahme und 24/7-Betrieb.

Um Kunden die Investitionen in neue Technologien zu erleichtern, hat „HPE Financial Services“ das Programm „HPE Flexible Asset Return“ für Server aufgelegt. Das Programm soll den Kunden helfen, Unberechenbarkeiten bei der Einführung neuer Technologien durch einen erhöhten Grad an Investitions-Management zu begegnen. Kunden können auf wechselnde Anforderungen bei Geschwindigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Zeitaufwand reagieren, mit der Option, einen Prozentsatz ungenutzter Server-Kapazität innerhalb von zwölf Monaten zurückzugeben.

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