Leistungsstärke der Cloud oder Vorteile eigener Server nutzen

Die neue Leichtigkeit moderner Last- und Stresstests

| Autor / Redakteur: Alexander Kunz* / Elke Witmer-Goßner

Für Online-Anbieter sicher keine Option: Ihre Kunden erwarten die 24/7-Verfügbarkeit aller Services.
Für Online-Anbieter sicher keine Option: Ihre Kunden erwarten die 24/7-Verfügbarkeit aller Services. ()

Die hohe Skalierbarkeit und Kostenflexibilität (Pay-per-Use-Modelle) machen die Cloud auch für Last- und Stresstests von Webapplikationen interessant, zumal die Cloud methodisch einen deutlichen Mehrwert schafft: Sie liefert Resultate, die häufig realistischer sind als bei Testverfahren „hinter der Firewall“ und damit unter Laborbedingungen.

Die aus der „Wolke“ generierten Zugriffe auf Anwendungen können regional ausdifferenziert werden, wobei jeweils der gesamte Browseranfrage- und Antwortprozess ausgemessen und analysiert wird. Eine nahezu unbegrenzte Lasterzeugung, die hohe 24/7-Verfügbarkeit sowie reduzierte Investitionen in Hard- und Software gehören zu den Stärken der Cloud.

Dennoch wird sie Testläufe, die auf eigenen Servern (Lastgeneratoren) aufgesetzt werden, nicht ersetzen, sondern ergänzen: Häufig empfiehlt es sich, die interne sowie die Cloud-basierte Lasterzeugung als komplementäre Vorgehensweisen in ein zweistufiges oder „hybrides“ Testverfahren zu integrieren.

Hoch skalierbare Testszenarien auch für KMUs

Operation gelungen, Patient tot – das wird in den letzten Jahren so manch Marketingleiter gedacht haben, nachdem aufwändige Social-Media- oder Internetkampagnen Opfer ihres Erfolges wurden. Wenn stark gesteigerte Zugriffsraten und Lastspitzen die beworbene Landingpage außer Gefecht setzen und frustrierte Beinahe-Kunden zurücklassen, ist das für Unternehmen und ihre Dienstleister inakzeptabel.

Die Simulation eines Besucheransturms zum Online-Start eines neuen Produktes oder zum Auftakt eines Saisongeschäftes ist daher unverzichtbar – aber nicht ganz einfach. Denn dafür sind Lastgeneratoren (Server) teilweise im dreistelligen Bereich erforderlich – eine Zahl, die für mittelständische Webshop-Betreiber oder Full-Service-Agenturen utopisch ist. Und selbst für große Unternehmen sind erhebliche Investitionen in Hardware, Softwarelizenzen und -konfiguration zu stemmen, um eine Infrastruktur zu implementieren bzw. zu unterhalten, die vielleicht nur hin und wieder genutzt wird.

Umfangreiche Lasttests sind daher ein typisches Einsatzszenario für die Cloud. Sie macht Mittelständlern Funktionalitäten verfügbar, die früher wenigen Großen vorbehalten waren, während die Großen dieselben Funktionalitäten wie bislang nutzen – aber mit geringerem Vorlauf und Kostenaufwand.

Ergänzendes zum Thema
 
Anforderungen an die Lasttestsoftware

Tests aus der Anwenderperspektive

Werden Anwendungen mit internen, im eigenen Netzwerk angesiedelten Lastgeneratoren getestet, wird nur ein Ausschnitt der Server-Client-Kommunikation zwischen einem Kunden und dem betreffenden Unternehmen abgebildet. Das Internet bzw. der eigentliche Kundenzugang zum Unternehmensnetzwerk wird praktisch unterschlagen. Mit der Cloud dagegen wird die Last da erzeugt, wo auch die realen Nutzer sitzen und ihre Anfragen starten. Insbesondere können statistisch ermittelte oder erwartete Besuchergruppen mit regional entsprechend verteilten Lastgeneratoren in beliebigem Umfang erzeugt werden.

Hat zum Beispiel ein Webshop tagsüber vor allem Kunden aus Europa, abends aus den USA, nachts aus Asien, können Cloud-basierte Lasttests die Zugriffe in der jeweiligen geografischen Verteilung und entsprechenden Größenordnung nachbilden. Selbst ein regional spezifisches (Kauf-)Verhalten und typische Surfgewohnheiten können simuliert werden.

Dabei werden Faktoren wie Bandbreite und Latenz so erfasst, wie der Nutzer sie erlebt. Gleichzeitig werden alle durchlaufenen Stationen von der Browseranfrage bis zur erfolgten Datenübertragung (z.B. Netzwerkausstattung, DNS-Server, Internetdienstanbieter, Firewall) vollständig in ihrem Verhalten unter Last ausgemessen. Cloud-basierte Testverfahren gewinnen zusätzlich an Realitätsnähe, indem sie den Einfluss z.B. von Ad Servern und weiteren, von externen Anbietern gelieferten Technologien auf die Verfügbarkeit der Webanwendungen erfassen.

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