Suchen

Angemerkt Die nächsten Generationen von Ethernet-Komponenten

| Autor / Redakteur: Kristin Rinortner / Ulrike Ostler

Datenkabel aus Kupfer werden seit Langem für tot erklärt. Glasfaserkabel heißt die Devise für hohe Datenraten. Kupferkabel behaupten sich dennoch nach wie vor in der Praxis und hinsichtlich der Datenraten wurden die Lücken zum Glasfaserkabel immer wieder geschlossen.

Firmen zum Thema

Kristin Rinortner, Redakteurin ELEKTRONIKPRAXIS:„Allen Schwierigkeiten zum Trotz ist die elektrische Übertragung von Daten wirtschaftlicher als die optische.“
Kristin Rinortner, Redakteurin ELEKTRONIKPRAXIS:„Allen Schwierigkeiten zum Trotz ist die elektrische Übertragung von Daten wirtschaftlicher als die optische.“
(Bild: Bild: VBM)

Derzeit ist ein Datentransport von 10 GBit/s über 100 Meter Kupferdatenkabel möglich. Eine Steigerung auf zunächst 25 GBit/s bzw. 40 GBit/s über 30 Meter Kupferdatenkabel ist Bestandteil eines internationalen Normungsvorhabens: Im Juli 2016 wurde der neue Ethernet-Standard IEEE 802.3bq für 25 GBASE-T und 40 GBASE-T avisiert, der als Technologiesprung für die 4-paarige symmetrische Kupferverkabelung angesehen werden kann. Die nächsten Entwicklungen sind absehbar: 50 und 100 GBit/s.

Der Geschäftsbereich Datacom von Leoni hat mit den Partnern Harting Electronics und der Hochschule Reutlingen (Prof. Albrecht Oehler) im Rahmen eines BMWi-Forschungsprojektes kürzlich nachgewiesen, dass Datenraten von 100 GBit/s über 4-paarige symmetrische Kupferverkabelungssysteme technologisch und wirtschaftlich realisierbar sind.

Physikalisch wird eine Datenrate von 25 GBit/s pro Paar übertragen. Interessant ist dabei, welche Maßnahmen der Signalkonditionierung verwendet werden, um Nichtlinearitäten bei der Dämpfung zu kompensieren. Eine Herausforderung ist zudem die fachgerechte Schirmung und der impedanzrichtige Aufbau der Kabel. Das scheint gelungen zu sein, denn „ein finaler Prototyp konnte alle wesentlichen übertragungstechnischen Parameter weitestgehend zufriedenstellend erfüllen.“

Es bleibt, einen geeigneten Steckverbinder für diese Datenraten zu realisieren. Als Basis für die Forschungen dienen die in Kerpen gefertigten Steckverbinder für 25 und 40 GBit/s der Kategorie 8.2. Abzuwarten bleiben ebenfalls Normungsaktivitäten (Protokolle bei der IEEE802.3, Verkabelung in der ISO/IEC JTC 1/SC 25/WG 3).

Willkommen in der Highspeed-Ära!

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal ELEKTRONIKPRAXIS.

(ID:44378306)

Über den Autor

 Kristin Rinortner

Kristin Rinortner

, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.