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Spekulationen über die Speicherzukunft

Die Magie hinter dem Datenwachstum

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Alles können oder lieber billig speichern

Ob sich die Idee „ein Speichersystem für alles“ durchsetzen wird, ist erstens eine Frage des Preises. Angesichts der wachsenden Datenmengen, die viele Unternehmen durchforsten wollen, brauchen die Anwender viel billigen Bulk-Storage, in dem sich auch die Produktkritik aus den sozialen Netzwerken zwischenlagern lässt. NetApp hat sich insofern mit dem Kauf von LSI Storage einen großen Gefallen getan. Wie man hört, laufen die Geschäfte mit den soliden LSI-Produkten gut.

Eine zweite Frage ist die Entwicklung der Objektspeicherung. EMC, Dell und NetApp haben in den vergangenen Jahren entsprechende Firmenzukäufe getätigt und gehen nun mit Produkten langsam auf den Markt. Der Ersatz der bisherigen Filesysteme durch eine objektorientierte Adressierung wird sicherlich nicht schnell erfolgen, aber er dürfte einige Probleme lösen, wie man seine Daten in der Cloud oder auch in Microsoft Sharepoint verwaltet.

Interessanterweise gibt es derzeit keine Startups, die sich dieser inhaltsadressierten Ablage widmen. Es könnte allerdings sein, dass sich die objektorientierte Speicherung in die gerade aufkommenden Cloud-Gateways integriert und sich so als integraler Bestandteil einfach hinter der Oberfläche verstecken wird.

Hochleistungsspeicher versus Appliances

Unfied Storage bekommt drittens aber auch wieder Gegenspieler in Form spezialisierter Lösungen. Am unteren Ende warten in der Form von Appliances sofort einsetzbare preiswerte Spezialisten, am oberen Ende sind dies Blade-Cluster mit mehreren Hundert CPU-Kernen und Hauptspeicher bis in den Petabyte-Bereich.

SAP ist an diesem oberen Ende, wie man den Wirtschaftsseiten in der Tageszeitung entnehmen kann, mit der In-Memory-Technik HANA sehr erfolgreich. Hier wird wahrscheinlich über kurz oder lang eine Debatte in Gang gesetzt, ob Server überhaupt noch mit drehenden Festplatten arbeiten sollten. Das als Echtzeitanalyse titulierte HANA braucht schnellen Hauptspeicher. Auch wenn an dieser Stelle gerne nichtflüchtige Speichersysteme wie die Solid State Disk (SSD) eingeführt werden, sind diese mit den aktuellen NAND-Speicherzellen wieder ein Stück zu langsam.

Und angesichts der Ankündigungen von einigen Herstellern, dass man schon 2013 mit der Produktion und Auslieferung neuer und schneller Speicherzellen beginnen werde, heißt das wohl auch, dass die SSD in ihrem jetzigen Aufbau keine Zukunft hat. In der oben angedeuteten Zukunftsvision hätte dann auch die gerade aufkommende Technik des Automated Storage Tiering keinen Platz mehr. Aber ganz so schnell wird die Suppe bekanntlich nicht gegessen und es gibt auch noch ganz andere Ideen, wie sich das Rechenzentrum der Zukunft entwickeln könnte.

Für alle Informationen über Geschäftszwecke und finanzielle Ausstattung von Startups danken wir Jean-Jacques Maleval, Geschäftsführer StorageNewsletter.

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