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Spekulationen über die Speicherzukunft Die Magie hinter dem Datenwachstum

| Redakteur: Rainer Graefen

Was bringt die Zukunft? Auf jeden Fall hat diese Fragestellung viele Prognosen gebracht, die nach dem Jahreswechsel die Fachzeitschriften und Online-Sites gefüllt haben. Damit ist eines auf jeden Fall schon mal sicher: Die Zukunft bringt mehr Speicherbedarf.

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Wann läuft der dynamische Speicherpool über?
Wann läuft der dynamische Speicherpool über?

Ob wir tatsächlich auch mehr Speicherkapazität benötigen würden, ist jedoch seit langem eine Frage, die viele Menschen umtreibt. Das fängt an mit öffentlich zugänglichen Dokumenten, die viel zu viele in privaten Besitz nehmen wollen.

Und endet mit sozialen Netzwerken, in denen jedem die Berechtigung gewährt wird, all das zu veröffentlichen, was er oder sie heute so verstanden und getan hat oder wie man ganz generell die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Welt sieht.

Wo viel Wachstum, da ist der Kompressionsgedanke nicht weit

Nichts wird ausdiskutiert und so manifestiert sich die Beliebigkeit des persönlichen Gedankens als individuelles Profil, das selbst als Hyperlink viel Platz benötigt und unlöschbar im Internet kursiert. Das Ganze wieder zusammengenommen und statistisch aufbereitet ist dann Ausgangspunkt für noch viel größere Speicherbedürfnisse, derzeit Big Data genannt, die zur weitergehenden Bedürfnisbefriedigung von vielen Unternehmen kopiert, gefiltert und gesiebt gehören. Die Speicherbranche im Allgemeinen wie ihre Start-up-Sputniks im Speziellen blicken demzufolge in eine rosige Zukunft.

Das sogenannte Datenwachstum braucht demzufolge nicht nur Platz, sondern bietet insofern viel Raum für großartige Geschäftsideen. Ganz oben steht dabei die physische Verkleinerung des Bit-Äquivalents. Das ist Aufgabe der angewandten Grundlagenforschung, die den Speicherplatzbedarf für das einzelne Bit per Racetrack-Memory, Memristor, Phase Change Memory, MRAM und anderen mehr auf ein Minimum reduzieren möchte.

Kommen diese Technologien eines Tages auf den Speichermarkt, dann ließen sich Daten schneller und durch nichtflüchtige Speichertechnik mit weniger Energie und bei einem Hundertstel des heutigen Platzbedarfs über viele Jahrzehnte speichern. Die Historiker der Zukunft werden es uns danken.

Von hier ist also noch viel zu erwarten, und zwar Miniaturisierung mit all ihren positiven Aspekten wie höchstwahrscheinlich auch den negativen des Nano-Raumes.

Gehen Startups die Ideen aus?

Die Entwicklungsingenieure der Storage-Startups tun sich, da vieles in der Schwebe ist, aktuell wesentlich härter. Mit Nischenprodukten versuchen sie, das Interesse von Kapitalgebern am schnell zu verdienenden Geld zu wecken. Ein Blick in die Datensammlung meines französischen Kollegen Jean-Jacques Maleval bietet deshalbt leider wenig Überraschendes. Zwar wurden von Wagniskapitalgebern in 55 Finanzierungsrunden eine Milliarde US-Dollar an Startups verteilt, Innovatives ist in den Kurzbeschreibungen der Geschäftstätigkeit allerdings nicht zu erkennen.

Die 31 Startups, die 2010 und 2011 als Geldsammler sichtbar wurden, wollen

  • das Online-Backup mit Gateways oder Hybrid-Storage in „unendliche“ Speicherdimensionen treiben,
  • Software as a Service (SaaS) für Echtzeitspeicheranalysen voranbringen und
  • SSD-Caching-Technik im Speicher wie in der Cloud billiger machen.

Ein wenig aus der Reihe fallen da die Absichtserklärungen von ZeroDesktop, einen Content-Navigator für die Cloud zu erfinden, oder von Exablox, das ein Dateisystem schaffen will, das robuster als ZFS ist.

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