Fakten rund um die Kernel-Entwicklung

Die Linux-Fahrt verliert nicht an Tempo

| Redakteur: Tina Billo

Das Interesse an Linux ist weiter ungebrochen. Dies zeigt unter anderem, dass sich immer mehr Entwickler und Unternehmen an der in immer rascherem Tempo erfolgenden Weiterentwicklung des Linux-Kernel beteiligen.
Das Interesse an Linux ist weiter ungebrochen. Dies zeigt unter anderem, dass sich immer mehr Entwickler und Unternehmen an der in immer rascherem Tempo erfolgenden Weiterentwicklung des Linux-Kernel beteiligen. (Bild: Linux Foundation)

Die Linux Foundation nutzte den kürzlich in Prag stattgefundenen Open Source Summit für die Vorstellung seines Linux Kernel Development Report 2017. In dem in nahezu jährlichem Rhythmus und nunmehr zum achten Mal aufgelegten Bericht finden sich neben einem generellen Rückblick jede Menge neue Zahlen und Statistiken zum Kernel, dessen jüngster Weiterentwicklung und den daran Beteiligten.

Laut aktuellem Stand laufen rund 90 Prozent aller Public-Cloud-Workloads auf dem Linux-Betriebssystem. Im Embedded-Markt beläuft sich der Marktanteil der Software auf 62 Prozent, bei Supercomputern sogar auf 99 Prozent. Dies sind nur einige Zahlen, die den Erfolg des wohl bislang größten Open-Source-Projekts untermauern. Den Grundstein hierfür legt seit jeher die stetige Weiterentwicklung des Linux-Kernels, an der sich eine stetig wachsende Community beteiligt.

So arbeiteten im untersuchten Berichtszeitraum 1.673 aus 225 Unternehmen an der Kernel-Version 4.13 mit. Die Zahl derjenigen die sich seit dem vorherigen Report insgesamt an der Weiterentwicklung beteiligten, liegt bei 4,300. Insgesamt engagierten sich damit seit der Einführung von Git im Jahr 2005 über 15.600 bei zusammengenommen 1.400 Unternehmen beschäftigte Entwickler für das Projekt.

Über 24 Millionen Zeilen Code

Neben dem Anstieg an aktiven Entwicklern und Firmen, nahm auch die Schlagzahl an Änderungen kontinuierlich zu. Pro Stunde wurden im Schnitt 8,5 Patches eingereicht - im vorherigen Report waren es noch 7,8. Hochgerechnet kamen so 204 Änderungen pro Tag und über 1.400 pro Woche zusammen. Die in dem untersuchten aber auch in der gesamten Geschichte der Kernel-Entwicklung höchste Patchrate wurde dabei bei den Kernel-Versionen 4.9 und 4.12 verzeichnet. Die Kernel-Version 4.13 kommt nunmehr auf 60.538 Dateien mit über 24 Millionen Code.

Die durchschnittlichen Entwicklungstage pro Release stiegen auf 67,66 und damit im Vergleich zu den hierfür im Vorjahresbericht angegebenen 66 Tagen nur leicht. Der zwischen jeder Veröffentlichung liegende Zeitraum lag laut den Verfassern bei 63 oder 70 Tagen.

Zahl der freien Entwickler geht hoch

Neben den bei Unternehmen beschäftigten Entwicklern, spielen auch diejenigen, die in ihrer Freizeit einen Beitrag zum Projekt leisten, eine wichtige Rolle für die Community. Gegenüber dem Report 2016 erhöhte sich die Zahl der unentgeltlich, also nicht von einer Firma bezahlten, mitarbeitenden Entwickler auf 8,2 Prozent. Tendenziell ist hier jedoch ein Rückgang zu beobachten - 2014 betrug ihr Anteil beispielsweise noch fast 12 Prozent. Dies legt gemäß der Linux Foundation die Vermutung nahe, dass Entwickler, die in der Lage sind, Patches zum Kernel beizutragen, keine Probleme haben einen entsprechenden Job zu finden.

Die Riege der Top-10-Sponsoren, die Entwickler stellen, führt weiterhin Intel an. Darauf folgen Red Hat, Linaro, IBM, Samsung, SUSE, Google, AMD, Renesas und Mellanox.

Schwerpunkt Linux-Kernel Releases 4.8 bis 4.13

Eine vollständige Version des jetzt veröffentlichten aktuellen Linux-Kernel Entwicklungsbericht steht im Internet zur Verfügung.
Eine vollständige Version des jetzt veröffentlichten aktuellen Linux-Kernel Entwicklungsbericht steht im Internet zur Verfügung. (Bild: Linux Foundation)

In dem von Jonathan Corbet und Greg Kroah-Hartman verfassten Entwicklungsbericht stehen die Releases 4.8 bis 4.13 im Mittelpunkt der Untersuchungen. Darüber hinaus sind Interviews mit zwölf Linux-Kernel-Entwicklern und Maintainern Bestandteil des Reports, der sich auf der Webseite der Linux Foundation abrufen lässt.

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