Suchen

IDC-Viewpoint zur Transformation der IT Die Hybrid Cloud wird Realität

| Autor / Redakteur: Matthias Kraus / Heidemarie Schuster

Über die Hälfte der von IDC befragten Organisationen nutzte oder implementierte bereits Mitte 2013 Cloud Services, weitere 27 Prozent planten die Einführung. Wesentliche Treiber sind neben der Steigerung der IT-Effizienz vor allem Agilität und eine bessere Unterstützung der Fachbereiche bei der Optimierung von Geschäftsprozessen.

Firmen zum Thema

Hosted Private Clouds oder Public-Cloud-Services für spezifische Lösungen werden IDC-Beobachtungen zufolge von Unternehmen wesentlich stärker in Erwägung gezogen.
Hosted Private Clouds oder Public-Cloud-Services für spezifische Lösungen werden IDC-Beobachtungen zufolge von Unternehmen wesentlich stärker in Erwägung gezogen.
(© valterdias - Fotolia.com)

Neben den individuellen Rahmenbedingungen, wie der vorhandenen IT-Landschaft oder Compliance-Anforderungen, führen vor allem Sicherheitsaspekte dazu, dass deutsche Unternehmen Daten und Applikationen bislang bevorzugt im eigenen Unternehmen managen, so das Marktforschungs-Institut IDC. Insbesondere Großunternehmen konsolidieren und virtualisieren bereits seit Jahren ihr Rechenzentrum sowie die dazugehörige Infrastruktur.

Die Firmen befinden sich damit auf dem Weg in die Private Cloud. Der automatisierte Betrieb sowie die automatisierte Bereitstellung und Integration verschiedener Services mittels Software-Defined-Datacenter (SSD) sind die nächsten logischen Etappenschritte. Plattformunabhängig sollen so Server, Storage und Netzwerk durchgängig softwarebasiert und sicher gemanagt werden.

Hybrid Cloud wird Realität

IDC beobachtet, dass selbst die „Early Adopters“, die bislang einen Private-Cloud-basierten Ansatz verfolgten, inzwischen Hosted Private Clouds oder Public-Cloud-Services für spezifische Lösungen wesentlich stärker in Erwägung ziehen. Die Erwartungen des Managements und der Fachbereiche an Effizienz, Skalierbarkeit und Agilität sollen so endlich umgesetzt werden.

Anderen Unternehmen, die erst jetzt den Weg in die Cloud beschreiten, fehlt es oftmals an entsprechendem Know-how oder den erforderlichen Kapazitäten im eigenen Unternehmen. Sie setzen deshalb von Anfang an und ohne Umwege auf Hosted Private Clouds oder Public-Cloud-Services.

Welche Daten und Workloads in welche Cloud?

Die Folge: Ein Mix aus verschiedenen IT Delivery-Modellen – traditionelle, klassische IT-Services wie Outsourcing, Private Clouds und die Nutzung von einzelnen Public-Cloud-Services – wird die IT-Strukturen der Unternehmen in den nächsten Jahren bestimmen. Für CIOs und IT-Manager stellen sich in diesem Zusammenhang zwei entscheidende Fragen: Für welche Anforderungen nutze ich welche Cloud-Variante und wie manage ich diese hybriden IT-Umgebungen sicher und effektiv?

Die Auswahl der passenden Cloud-Delivery-Modelle ist vor allem von der selbst gezogenen „Sicherheitslinie“ abhängig. Geschäftskritische Daten und Applikationen wie ERP werden aufgrund der Sicherheits- und Compliance-Bedenken bislang eher in Private-Cloud-Umgebungen betrieben. Andere Anwendungen, wie Collaboration oder CRM-Lösungen, die vor allem mobile User im Alltagsgeschäft unterstützen und einen hohen Standardisierungsgrad aufweisen, werden häufiger als Public-Cloud-Service genutzt werden.

Neue Herausforderungen an Management, Integration und Sicherheit

Unternehmen bewegen sich in Richtung eines erweiterten hybriden Rechenzentrums-Modell, in dem IT-Ressourcen in unterschiedlichen Lokationen und durch verschiedenartige Computing-Arten wie Private oder Public Clouds betrieben und Workloads dynamisch verschoben werden. Der CIO steht dabei vor der Herausforderung, diese hybride Umgebungen ganzheitlich, möglichst End-to-End, zu managen und die verschiedenen Datenquellen miteinander zu verknüpfen.

Außerdem gilt es in Zukunft, „echte“ hybride Umgebungen zu schaffen, in der Workloads automatisch zwischen den verschiedenen Cloud-Arten automatisch verschoben werden – und zwar so, dass User dies bei ihrer alltäglichen Arbeit praktisch nicht bemerken. Beim Management dieser hybriden Landschaften spielen System-Management-Tools eine ganz entscheidende Rolle.

Das Fazit des Analysten

Hybride IT-Umgebungen – traditionell im eigenen Rechenzentrum, Private und Public Clouds – werden in deutschen Unternehmen Realität. Workloads sind dabei nahtlos und automatisch zwischen den einzelnen Komponenten dieser komplexen IT-Landschaft zuzuweisen.

Bei der Entscheidung, welcher IT Soucing-Mix für Ihr Unternehmen der passende ist, sollten Sie sich als CIO vor allem auf die Anforderungen der User konzentrieren. Eine einseitige Fokussierung auf typische IT-spezifische Fragestellungen wie die Reduzierung von direkten IT-Kosten oder die Verfügbarkeit von einzelnen Systemkomponenten würde viel zu kurz greifen.

Stattdessen ist es erforderlich, einen ganzheitlichen End-to-End-Ansatz zu verfolgen, um IT-Leistungen – Performance, Verfügbarkeit, Sicherheitslevel und Preis – anhand der Anforderungen der Geschäftsbereiche zu definieren. Eine ganzheitliche Vorgehensweise beinhaltet dabei die Entwicklung eines konsistenten Service-Katalogs sowie Standard-Konfigurationen, gut definierte Zugangs- und Kontroll-Regularien sowie Governance-Prozesse.

Der Autor:

Matthias Kraus ist Research Analyst bei IDC in Frankfurt.

(ID:42711279)