Die Daten bleiben haften

Die Hybrid Cloud ist in deutschen Unternehmen das IT-Vorzugsmodell

| Redakteur: Ulrike Ostler

Hybrid Cloud heißt bis jetzt hauptsächlich, dass Anwendungen und Daten in die Cloud verlagert werden, ein guter Teil an kritischen Anwendungen und Daten aber in unternehmenseigenen IT-Infrastrukturen verbleiben. Edge-Computing kommt in der Citrix-Untersuchung nicht vor, genauso wenig wie die Re-Integration.
Hybrid Cloud heißt bis jetzt hauptsächlich, dass Anwendungen und Daten in die Cloud verlagert werden, ein guter Teil an kritischen Anwendungen und Daten aber in unternehmenseigenen IT-Infrastrukturen verbleiben. Edge-Computing kommt in der Citrix-Untersuchung nicht vor, genauso wenig wie die Re-Integration. (Bild: © phonlamaiphoto - stock.adobe.com)

Nur 44,7 Prozent der deutschen Unternehmen speichern mehr als die Hälfte ihrer Daten in der Cloud. Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich lediglich Mittelmaß, wie aus einer aktuellen Umfrage von Citrix unter IT-Entscheidern hervorgeht.

Laut Citrix-Umfrage nutzen die meisten deutschen Unternehmen Cloud, jedoch nicht ausschließlich. Viele Daten werden immer noch lokal gespeichert: Rund 62,7 Prozent der Unternehmen speichern ihre Daten und Anwendungen auch (oder gar ausschließlich) on-premise.

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Citrix hat das unabhängige Marktforschungsinstitut Censuswide mit der Umfrage beauftragt. Die Antworten wurden in einer Online-Befragung ermittelt, an der 3.250 IT-Entscheider aus Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern teilnahmen. Davon stammten je 1.000 aus Deutschland und Frankreich, 750 aus dem Vereinigten Königreich und 500 aus den Niederlanden. Die Befragung lief vom 16. April 2018 bis zum 8. Mai 2018.

Je 1.000 der Befragten stammen aus Deutschland und Frankreich, 750 aus Großbritannien und 500 aus den Niederlanden. Wenn Cloud-Adaption grundsätzlich als Forschritt definiert wird, liegt Deutschland bei der Migration "nur" im Mittelfeld.
Je 1.000 der Befragten stammen aus Deutschland und Frankreich, 750 aus Großbritannien und 500 aus den Niederlanden. Wenn Cloud-Adaption grundsätzlich als Forschritt definiert wird, liegt Deutschland bei der Migration "nur" im Mittelfeld. (Bild: Citrix)

Im Vergleich zu den anderen in die Untersuchung einbezogenen Länder liegt Deutschland bei der Cloud-Nutzung im unteren Mittelfeld. In den Niederlanden speichern 60,2 Prozent der Unternehmen den Großteil ihrer Daten in der Cloud, in Frankreich sind es 51,4 Prozent. Nur in Großbritannien ist der Wert mit 37,2 Prozent geringer, als in der Bundesrepublik.

In der gleichen Umfrage stellte sich jedoch auch heraus, dass die große Mehrheit von 83,5 Prozent die Cloud als wichtig für ihr Geschäft bezeichnet. Dementsprechend investieren deutsche Unternehmen auch ins Cloud-Business: Über die Hälfte der befragten Unternehmen (54,5 Prozent) möchte in den nächsten zwölf Monaten in Software-as-a-Service investieren, nur etwas weniger in Platform-as-a-Service (45,6 Prozent) oder Infrastructure-as-a-Service (45 Prozent). Lediglich 7,3 Prozent planen gar keine Cloud-Investitionen.

Offenbar mangelt es in den meisten Unternehmen an einer klaren Cloud-Strategie.
Offenbar mangelt es in den meisten Unternehmen an einer klaren Cloud-Strategie. (Bild: Citrix)

Die Unternehmen brauchen eine Strategie

Dirk Pfefferle, Area Vice President Central Europe bei Citrix, kommentiert die Ergebnisse: „Auch wenn die Mehrheit der deutschen Unternehmen die Bedeutung der Cloud erkannt hat, befinden sie sich noch mitten in einer Transformationsphase. Dadurch entstehen komplexe, oft hybride Infrastrukturen, die wiederrum eine gezielte, strategische Planung nötig machen.“

In der Umfrage geben 78,1 Prozent der teilnehmenden deutschen Unternehmen an, dass sie bereits über eine Cloud-Strategie verfügen – wenn auch mit unterschiedlichem Detailgrad. 39,3 Prozent der befragten deutschen Unternehmen geben an, eine detaillierte Cloud-Strategie zu haben, die mit den Unternehmenszielen abgestimmt ist. Etwas weniger (38,9 Prozent) hingegen geben an, nur eine weniger detaillierte Strategie zu besitzen.

Diese Investitionen sind in näherer Zukunft geplant.
Diese Investitionen sind in näherer Zukunft geplant. (Bild: Citrix)

Noch immer Sicherheitsbedenken bei Public Clouds

Es gibt allerdings auch Sicherheitsbedenken. Ein nicht unerheblicher Teil der deutschen IT-Entscheider (30,2 Prozent) zweifelt daran, dass Public-Cloud-Infrastrukturen dafür geeignet sind, sensible Unternehmensdaten sicher zu verwahren und zu verarbeiten.

Höher fällt in Deutschland das Vertrauen in hybride Lösungen aus: Nur 22 Prozent der Unternehmen hierzulande halten Hybrid Cloud Setups für bedenklich bei der sicheren Verarbeitung von Unternehmensdaten. „Beim Schritt in die Cloud ist Sicherheit ein wichtiger Faktor. Ein erfahrener Partner schafft Vertrauen, hilft bei der Umsetzung und unterstützt Unternehmen dabei, dass schützenswerte Daten auch wirklich sicher in die Cloud umziehen,“ sagt Pfefferle.

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