Cloud 2019 Technology & Services Conference

Die fünf (oder sechs) möglichen Wege in die Cloud

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Florian Karlstetter

Mögliche Wege der Migration in die Cloud ist ein Thema auf der Cloud 2019 Technology & Services Conference im September in Bonn, Hanau, Hamburg und München.
Mögliche Wege der Migration in die Cloud ist ein Thema auf der Cloud 2019 Technology & Services Conference im September in Bonn, Hanau, Hamburg und München. (Bild: © envfx - stock.adobe.com)

Bei der Cloud-Migration gilt es, technische, aber auch organisatorische Perspektiven zu beachten. Was ändert sich in der Art zu arbeiten? Welche Strukturen müssen aufgebaut werden, um Lücken in den Prozessen und Fähigkeiten zu finden und diese anzugehen? Welcher Weg in die Cloud ist in Ihrer Lage der Richtige?

Die verschiedenen Phasen der Cloud-Einführung: Für jedes Unternehmen sieht der Weg der Cloud-Einführung etwas anders aus. Als Referenz werden in diesem Zusammenhang oftmals vier typische Phasen beim Wechsel eines Kunden in die Cloud genannt: Project, Foundation, Migration, Reinvention, oder zu deutsch:

  • 1. Die Projektphase, um sich mit den Vorteilen der Cloud vertraut zu machen.
  • 2. Die Grundlage, um die Cloud-Einführung zu skalieren. Dies umfasst die Erstellung einer Landezone (eine vorkonfigurierte, sichere Umgebung für mehrere Konten), Cloud Center of Excellence (CCoE), ein Betriebsmodell sowie die Prüfung der Sicherheits- und Compliance-Bereitschaft.
  • 3. Die Migrationsphase, in der vorhandene Anwendungen wie geschäftskritische Anwendungen oder komplette Rechenzentren in die Cloud geschoben werden.
  • 4. Die Phase der Neukonzeption, in der Provider-Funktionen zur Unternehmenstransformation von Rechenleistungen, über Speicher und Datenbanken bis hin zu Continuous Integration, Datenanalysen und künstlicher Intelligenz (KI) genutzt werden.

Die „5 Rs“ der Migration von Applikationen in die Cloud

Die Migrationsphase wird im Allgemeinen wiederum in mehrere Schritte unterteilt, von der Vorbereitung der Migration über die Ermittlung und Planung des Portfolios zu Stufe 3 und 4 - Entwerfen, Migrieren und Validieren der Anwendung – bis hin zum eigentlichen Betrieb. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn dabei ist in der Regel einzig die Ausgangslage klar – der CIO gibt eine einfache Direktive aus: „Verschieben Sie einige Anwendungen in die Cloud.“ Dann wird es tricky, weil den Anwendern für die Umsetzung laut dem Analysten Richard Watson von Gartner fünf Alternativen zur Verfügung stehen, die fünf „Rs“: Rehost, Refactor, Rerevise, Rebuild oder Replace.

  • 1. Rehost: Ein möglicher Schritt von Unternehmen hinein in die Cloud besteht darin, dass sie eine Anwendung in einer anderen Hardware-Umgebung erneut bereitstellen. Dafür muss dann auch die Infrastrukturkonfiguration der Anwendung modifiziert werden, oder man setzt auf Infrastructure as a Service (IaaS). Sie bietet einen entscheidenden Vorteil, da Systeme ohne Architekturänderungen schnell migriert werden können.
  • 2. Refactor: Eine weitere Möglichkeit besteht in der Ausführung von Anwendungen in der Infrastruktur eines Cloud-Anbieters. Watson von Gartner ist der Ansicht, dass hier rückwärtskompatible Plattforms as a Service (PaaS) große Vorteile bieten, weil Entwickler bestehende Sprachen, Frameworks und Container wiederverwenden können.
  • 3. Revise: Bei einigen Anwendungen lohnt es sich, sie in Teilen oder gar umfassend umzuschreiben, so dass sie in der Cloud gehostet werden können. Das kann viel oder wenig Arbeit bedeuten – einigen Anwendungen genügt eine zusätzliche Funktion, andere müssen komplett überarbeitet werden. Zu denken wäre etwa an die Überarbeitung einer komplexen, monolithischen Python-basierten Anwendung und das Verschieben in die „Google App Engine“.
  • 4. Rebuild: Einen Schritt weiter geht das grundsätzliche Neuaufsetzen einer Anwendung, um sie in die Cloud zu heben. Dafür ist fast zwingend eine PaaS nötig. Der Vorteil besteht darin, dass neue Funktionen wie etwa Metadaten-basierte Engines oder Communities, die beispielsweise in der Cloud eines Hyperscalers als vorgefertigte Komponenten bereitgestellt werden, die Anwendung bereichern können.
  • 5. Replace: Das letzte von Gartner vorgeschlagene "R" in der Cloud-Anwendungs-Migrationsstrategie sieht das Ersetzen einer bestehenden Anwendung durch eine kommerzielle Software vor, die als Service (SaaS / Software as a Service) zur Verfügung gestellt wird. Dadurch entfallen die Ausgaben für ein Entwicklungsteam, allerdings können etwa eine inkonsistente Datensemantik oder Datenzugriffsprobleme die Folge sein.

Für jedes Unternehmen sieht der ideale Weg der Cloud-Einführung natürlich anders aus. Bei der Entscheidung für einen der fünf möglichen Wege müssen die Anforderungen, Bewertungskriterien und Architekturprinzipien eines betreffenden Unternehmens berücksichtigt und aus mehreren Perspektiven betrachtet werden.

Cloud Provider AWS hat die Arbeit von Watson aufgegriffen und weiterentwickelt – nun stehen Anwendern sechs Optionen offen: Rehost, Replatform, Repurchase, Refactor/Re-architect, Retire und Retain. Erfahren Sie auf einer der „Cloud 2019 Technology & Services Conferences“ mehr darüber.

► Mehr Infos zur Cloud 2019 – Technology & Services Conference

Die Stationen der Cloud 2019 Technology & Services Conference

  • am 10.9.2019 in Bonn
  • am 17.9.2019 in Hanau
  • am 19.9.2019 in Hamburg
  • am 26.9.2019 in München.

Unternehmen sollten gründlich überlegen, welche Migrationsstrategie am besten für bestimmte Teile des Portfolios geeignet ist. Auch wenn eine der fünf beziehungsweise sechs Strategien für die Migration bestimmter Anwendungen eventuell optimal ist, sollten Entscheider auch bedenken, dass eine andere Strategie für die Verlagerung verschiedener Anwendungen im selben Portfolio besser geeignet sein kann.

Die Cloud 2019 Technology & Services Conference bietet eine gute Gelegenheit, sich über mögliche Cloud-Strategien zu informieren und mit Experten ins Gespräch zu kommen. Weitere Informationen zu Inhalt und Konzept finden sich auf der Event-Website: https://www.cloudcomputing-conference.de/.

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