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Der Modell-Mix macht´s Deutsche Unternehmen entdecken die Hybrid Cloud

| Redakteur: Heidemarie Schuster

Deutschen Unternehmen fehlt gegenüber Public Clouds das Vertrauen, die Privat Cloud ist aber zu unflexibel. Mit der Hybrid Cloud geht es nun auch hierzulande in die Wolken.

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Der Bedarf nach hybriden Cloud-Umgebungen steigt in Deutschland.
Der Bedarf nach hybriden Cloud-Umgebungen steigt in Deutschland.
(© Oleksiy Mark - Fotolia.com)

Deutschland übernimmt beim Thema Cloud Computing alles andere als eine Vorreiterrolle. Zu groß ist das Misstrauen von Unternehmen in Public-Cloud-Anbieter – schließlich geht es oft um sensible Daten. Bei der Studie „Hybrid Cloud in Deutschland 2014“ von IDC kam heraus, dass nun auch deutsche Unternehmen einen Weg in die Cloud finden.

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Details zur IDC-Studie

Die Marktforscher von IDC befragten im August dieses Jahres 200 IT-Entscheider (IT-Verantwortliche und Geschäftsführer) aus Unternehmen in Deutschland mit mindestens 100 Mitarbeitern. Ziel war es, die aktuellen Trends und Pläne hinsichtlich Aufbau und Nutzung von hybriden Cloud-Umgebungen zu ermitteln.

12 Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen 100 bis 249 Mitarbeiter, 15 Prozent 250 bis 499 Mitarbeiter. 25 Prozent der teilnehmenden Firmen haben 500 bis 999, 30 Prozent 1.000 bis 4.999 Mitarbeiter und 18 Prozent beschäftigen mehr als 5.000 Personen.

Die Unternehmen sind unter anderem in der Industrie, dem Finanz- und Versicherungswesen, dem Handel, in Verkehr und Transport sowie der Öffentlichen Verwaltung tätig.

Im Mittelpunkt der Studie standen die Motive und die Lösung der Herausforderungen beim Aufbau von hybriden Cloud-Umgebungen. IDC versteht unter Hybrid Clouds die Verknüpfung der unternehmenseigenen, herkömmlichen IT-Umgebung mit Private-, Hosted- oder Public-Cloud-Services.

Wichtige Anforderungen

Die Gewährleistung der IT-Sicherheit ist derzeit für 62 Prozent die wichtigste Anforderung an die IT-Abteilungen. Die Reduzierung der IT-Kosten wird von 48 Prozent der Befragten genannt. Im Vorjahr lag der Wert bei 38 Prozent. So lässt sich der zunehmende Druck auf die IT-Budgets ablesen, so IDC.

Ebenfalls auf der Prioritätenliste nach oben gerückt sind kürzere Reaktionszeiten auf neue Anforderungen des Managements (37 Prozent), im Vorjahr nannten dies nur 27 Prozent der Befragten. Auch im Bereich der Geschäftsprozessunterstützung ist mit 33 Prozent eine zunehmende Wichtigkeit zu beobachten (4 Prozent mehr als im Vorjahr).

Cloud-Services setzen sich durch

Cloud-Services setzen sich der Studie zufolge immer weiter durch. Nach Angaben der IT-Entscheider nutzen oder implementieren 45 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud Services, weitere 36 Prozent befinden sich in der Planungsphase oder beschäftigen sich damit.

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Hybrid-Cloud-Paradebeispiel Malteser

Der Malteser Hilfsdienst e.V. hat in Zusammenarbeit mit Netapp eine hybride Cloud-Umgebung aufgebaut, um an seinen 700 Standorten in Deutschland, den 22.000 Hauptamtlichen und 44.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern, sowie 1.000.000 freiwilligen Helfer die Arbeit zu erleichtern. Das Leistungsangebot von Malteser umfasst Altenhilfe, Krankentransporte, Rettungs- und Pflegedienste, Hausnotrufe, Menüservices und weitere Hilfsangebote im In-und Ausland.

  • Über eine Public Cloud koordinieren sich beispielsweise die freiwilligen Helfer bei Katastrophen. Sie kommunizieren dabei über eine spezielle App, die dem Dienst „WhatsApp“ ähnlich ist.
  • In der Privat Cloud sind Informationen gespeichert, die dem Datenschutz unterliegen, wie Patientendaten.

Auch Termine können über die Malteser-App koordiniert werden. Verschiebt ein Patient beispielsweise einen Termin, bekommt der betroffene Helfer eine Nachricht darüber. Allerdings wird nicht übermittelt, wer der Patient ist und warum der Termin verschoben wird, da dies dem Datenschutz unterliegt.

[ http://tinyurl.com/malteser-netapp ]

Dabei sind Private-Cloud-Umgebungen mit 66 Prozent aktuell noch die mit Abstand bevorzugte Cloud-Variante, 35 Prozent nutzen eine Hosted Private Cloud oder beziehen Lösungen aus der Public Cloud (24 Prozent). Dies führt in den Unternehmen zu heterogenen IT- Umgebungen aus unterschiedlichen Sourcing-Modellen. Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, bereits heute eine oder mehrere dieser Cloud-Services auch mit ihrer herkömmlichen IT-Umgebung zu einer Hybrid Cloud verknüpft zu haben.

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