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Größenwahn oder realistische Ambition? Deutsche Telekom: 2020 gibt es nur noch zwei globale TK-Anbieter

| Autor / Redakteur: Ariane Mackenzie, Consulting Manager bei IDC / Sarah Gandorfer

Mit dem neuen Telekom-Chef Timotheus Höttges ändert sich auch die Strategie des TK-Anbieters. Während Obermann versuchte, das Unternehmen zu sanieren, will Höttges expandieren. Was davon zu halten ist, erklärt Ariane Mackenzie, Consulting Manager, European Telecommunications and Networking bei IDC.

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Nach der Vision der Deutschen Telekom gibt es bald nur noch zwei globale TK-Anbieter.
Nach der Vision der Deutschen Telekom gibt es bald nur noch zwei globale TK-Anbieter.
(Bild: Deutsche Telekom AG)

Die Strategie der Deutschen Telekom (DT) wird sich unter dem neuen CEO Timotheus Höttges sicherlich verändern. Sein Ansatz ist deutlich anders als der seines Vorgängers, René Obermann. Während Obermann die Sanierung des Unternehmens in den Vordergrund stellte, wird sich Höttges auf Expansion und Wachstum fokussieren.

Er ist der Überzeugung, dass die DT der Hauptakteur in dem Konsolidierungsspiel sein wird, das die globale Telekommunikationsindustrie in den nächsten fünf bis zehn Jahren durchlaufen wird, bis am Schluss nur noch zwei bis drei Anbieter übrig bleiben werden. Ob die DT wirklich einer von diesen drei sein wird, hängt nicht nur von der finanziellen Stärke des Bonner Konzerns ab, sondern auch vom Cash-Flow der anderen Spieler sowie natürlich auch von der Regulierungsbehörde und deren Bereitschaft, die Konsolidierung im Markt voranzutreiben, oder zumindest nicht zu erschweren.

Höttges tut aber sicherlich gut daran, sich nicht auf die Dynamik der EU-Regulierung zu verlassen, sondern proaktiv eigene Wege zu gehen.

Vision Telco 2020

Höttges vertritt die Meinung, dass es in den nächsten Jahren nur noch zwei globale Telekommunikations-Anbieter geben wird. Die Aussage mutet vielleicht ein bisschen ambitioniert an – jedoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Telco- Branche im letzten Jahrzehnt gereift ist und daher Konsolidierung der nächste logische Schritt zu sein scheint. Einige der kleineren und vor allem lokalen Telekommunikationsanbieter kämpfen kontinuierlich darum, einen Fuß in einem bedeutenden Markt auf den Boden zu bekommen oder sie – wie etwa E-Plus, haben es versäumt, sich wichtige neue Lizenzen zu sichern. Für Unternehmen wie diese scheint Konsolidierung eine sinnvolle Lösung zu sein – vielleicht sogar die einzige, die sie am Leben erhält.

In der Branche findet derzeit ein spannendes Akquisitionsspiel statt, an dem jeder partizipieren will – entweder als Übernahmekandidat oder als Käufer. Doch abzuwarten und dem Spiel zuzusehen, ist offenbar nicht Höttges Sache, er fährt eher eine aggressive Strategie, um aktiv im Konsolidierungsspiel mitmischen zu können.

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Kapitel Obermann ist das nun ein ganz neuer Ansatz. Hatte sein Vorgänger überwiegend die Expansion der Kundenbasis im deutschen Markt und die Etablierung der Marke Deutsche Telekom im Auge, will Höttges die Expansion international vorantreiben.

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