VMware Horizon DaaS auf der Basis von vCloud Hybrid Service Desktop-Virtualisierung via hybride Clouds

Autor / Redakteur: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska / Ulrike Ostler

Mit dem Aufkommen neuer DaaS-Dienste geht die Desktop-Virtualisierung in die nächste Runde. Kürzlich konnte VMware mit einem umfassenden Angebot unter der Bezeichnung „Horizon DaaS“ nachkarten.

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Der DaaS Mobile Client von VMware (links; hier auf einem Android-Tablet) kann bei Bedarf die Scrollrichtung des virtuellen Desktops spiegeln
Der DaaS Mobile Client von VMware (links; hier auf einem Android-Tablet) kann bei Bedarf die Scrollrichtung des virtuellen Desktops spiegeln
(Bild: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska)

Der Bedarf an kosteneffizienten Desktop-Virtualisierungsangeboten wächst unaufhaltsam. Laut einer Gartner-Studie soll in diesem Jahr bereits nahezu jeder siebte professionelle Desktop-Benutzer auf seine Applikationen in einer HVD-Umgebung (HostedVirtual Desktop) zugreifen.

Ein Windows-Desktop auf einem Apple iPad, bereitgestellt via RDP durch VMware Horizon DaaS
Ein Windows-Desktop auf einem Apple iPad, bereitgestellt via RDP durch VMware Horizon DaaS
(Bild: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska)

Der Trend hat eine Begründung in dem Drang zur „mobilen“ Produktivität: Knowledge-Workers benötigen entfernten Zugriff auf ihre Desktop-Anwendungen und auf relevante Daten des Unternehmens unabhängig von ihrem jeweiligen Standort.

Gleichzeitig treibt der Trend zu BYOD (Bring Your Own Device) auf Grund der erheblichen Sicherheitsrisiken den IT-Abteilungen Sorgefältchen auf die Stirn. Auf der einen Seite gilt es, die eigenen Knowledge-Worker standortunabhängig mit Produktivitäts-Tools auszustatten, auf der anderen Seite darf weder die Sicherheit auf der Strecke bleiben noch der administrative Aufwand aus dem Ruder laufen.

Alles bleibt in der Familie

Insbesondere mittelständische Unternehmen stehen da vor einem Dilemma. Server-Hosted VDI verursacht oft höhere Kosten als konventionelle standortgebundene IT-Umgebungen und stellt im Hinblick auf die Einrichtung und Wartung eine harte Nuss dar. Für viele Unternehmen lohnt sich der Aufwand nicht. Mit DaaS Desktop-als-ein-Service) -Diensten wollen führende Anbieter von Virtualisierungslösungen Abhilfe schaffen.

Microsoft Excel für Windows in einer virtualisierten Desktop-Umgebung auf einem Android-Tablet, dem Amazon Kindle Fire HD, mit aktiver Tastatur, bereitgestellt durch VMware Horizon DaaS
Microsoft Excel für Windows in einer virtualisierten Desktop-Umgebung auf einem Android-Tablet, dem Amazon Kindle Fire HD, mit aktiver Tastatur, bereitgestellt durch VMware Horizon DaaS
(Bild: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska)
Nachdem VMware im Laufe der vergangenen drei Jahre einen erheblichen Verlust von Marktanteilen zugunsten des Erzrivalen Cisco erleiden musste, schreitet der Virtualisierungspionier zur Offensive. Im Zuge der Acquisition von Desktone, eines Anbieters von DaaS-Lösungen auf Basis von „VMware vCloud“, „vSphere“ und „VMware Horizon View“, kam VMware im Oktober letzten Jahres in den Besitz der branchenweit einzigen Multi-Tenant-Desktop-Virtualisierungsplattform. Seit dem 10. März dieses Jahres bietet VMware eine eigene DaaS-Lösung, die sich bereits mit allen Wassern gewaschen hat: VMware Horizon DaaS.

Mit diesem Ziel im Visier ging VMware Anfang dieses Jahres eine Zusammenarbeit mit Google ein. Zum Auftakt der Vorstellung von Horizon DaaS konnte VMware im groß angelegten Quasi-Feldversuch Googles extrem verschlankten Chromebooks im Unternehmensumfeld eine Existenzberechtigung als Thin Clients für virtualisierte Windows-Desktops verleihen.

Ein neues Maß an hybrider Flexibilität

Bei Horizon DaaS handelt es sich um eine VDI-Infrastruktur im Selbstbedienungsverfahren. Die Plattform ermöglicht den IT-Verantwortlichen die Provisionierung virtueller Desktops der Enterprise-Klasse mit einem völlig neuen Maß an Flexibilität.

Horizon DaaS baut auf VMwares vCloud Hybrid Service-Plattform auf. Die Plattform beinhaltet einen sicheren Multi-Tenant-Broker und Orchestrator, mobile und Cloud-optimierte Horizon View-Desktops und Schlüsselkomponenten von VMware vSphere und vCenter.

Dadurch lässt sich Horizon DaaS sowohl auf unternehmenseigener On-Premise-Infrastruktur betreiben, in der Public-Cloud-Infrastruktur eines nahezu beliebigen Anbieters implementieren als auch - als die erste Lösung seiner Art - mit einer Kombination aus Horizon DaaS und „Horizon View“ auf hybride Umgebungen ausweiten. Somit ist Horizon DaaS auch für Dienstleister von Interesse.

Die Ära der Mobilität trifft auf umfassende Sicherheit

Jeder zweite Knowledge-Worker verrichtet seine Arbeit an drei und mehr verschiedenen Endgeräten, sei es Desktops/Laptops, Netbooks und/der Tablets oder Smartphones. Zunehmend viele Unternehmen gestatten die Benutzung beliebiger Endgeräte durch die eigenen Mitarbeiter, Stichwort BYOD („Bring Your Own Device“, auf Deutsch etwa „Eigene Endgeräte sind willkommen“), um deren Produktivität zu maximieren. VMware Horizon DaaS trägt diesem Trend Rechnung, indem es den Zugriff von Endbenutzern auf standardisierte virtualisierte Desktops von nahezu jedem Endgerät ermöglicht.

Desktop-Virtualisierung für die „mobilisierte“ Belegschaft: VMware Horizon DaaS verdankt seine Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit nahezu allen Endgeräten der Unterstützung von RDP, PCoIP und Blast.
Desktop-Virtualisierung für die „mobilisierte“ Belegschaft: VMware Horizon DaaS verdankt seine Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit nahezu allen Endgeräten der Unterstützung von RDP, PCoIP und Blast.
(Bild: VMware)

Horizon DaaS nutzt das unternehmenseigene Active Directory, um Zugriffe der Endbenutzer auf IT-Ressourcen zu verwalten. Hierbei kommen bereits existierende Zugangsdaten der betreffenden Endbenutzer zum Einsatz. Die Bereitstellung eines VLAN (Virtual Local Area Network) für jede Umgebung vereinfacht die Integration in die unternehmenseigene Infrastruktur.

VMwares Desktone-Technologie bildet inzwischen auch den Unterbau von Cisco DaaS.

Kosteneffizient und… berührungssensitiv

Ein relevanter Vorteil von DaaS-Lösungen gegenüber konventionellen Desktops ist ihre Fähigkeit, Kapitalaufwendungen in gewöhnliche Betriebsausgaben umzuwandeln.

Per VMware-Horizon-DaaS: ein Windows-Desktop auf einem Apple iPad
Per VMware-Horizon-DaaS: ein Windows-Desktop auf einem Apple iPad
(Bild: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska)

Beim Einsatz von Horizon DaaS bleiben die Kosten für das betroffene Unternehmen fix und vorhersehbar. Das Unternehmen reserviert einen vorab definierten Block an Kapazitäten und kann diesen nach Belieben in einzelne Desktops aufteilen. Die Standardkonfiguration einer gewöhnlichen virtuellen Windows-Workstation schlägt monatlich mit einem Mindestpreis von 26 Euro (35 USD) zu Buche.

In der Standardkonfiguration wird jede virtuelle Maschine mit einer CPU, 2Gigabyte Arbeitsspeicher und 30 Gigabyte Datenspeicher provisioniert. Die Kapazitäten der betreffenden Desktops lassen sich hierbei maßgeschneidert anpassen, um den individuellen Bedürfnissen von bestimmten Endanwendergruppen wie beispielsweise Ingenieuren gerecht zu werden. Horizon DaaS unterstützt verschiedene Windows-Editionen wie etwa die 64-Bit-Version von Windows 8 oder Windows Server 2012.

Die virtuellen Desktops bieten Unterstützung für USB, Multimedia-Wiedergabe und Unified Communications. Der VMware DaaS-Dienst ist sogar in der Lage, gängige Gesten der Benutzer berührungssensitiver Displays in nicht-Touch-fähigen Anwendungen in solche Ereignisse zu übersetzen, die das gewünschte Verhalten zur Folge haben. Mobile Benutzer, die zwischen Apple- und Microsoft-Produkten im Laufe eines Arbeitstages hin und her wechseln, können bei Bedarf das Scroll-Verhalten des virtuellen Desktops spiegeln, um ihre gewohnte Arbeitsweise nicht umlernen zu müssen.

Betriebsmodi von Horizon DaaS

Die Anwender können Horizon DaaS wahlweise als einen reinen Cloud-Dienst zum Beispiel von einem VMware-Partner beziehen, im eigenen Rechenzentrum in Eigenregie aufsetzen oder eine hybride Architektur implementieren. Unternehmen mit besonders hohen Ansprüchen an die Sicherheit dürften die beiden letzteren Möglichkeiten sicherlich sehr begrüßen. Der Anwender ist jedenfalls nicht auf eine bestimmte Cloud festgelegt.

Horizon DaaS unterstützt sowohl Windows Server- und Remote Desktop Services-Umgebungen (RDS) als auch reine Windows Client-Desktops. Letzteres ist potenziell im Hinblick auf die Kompatibilität mit einer Vielzahl unternehmensspezifischer Desktop-Anwendungen von kritischer Bedeutung.

Der Verbindungsaufbau unter Verwendung des Blas-Protokolls in einem HTML 5-fähigen Web-Browser
Der Verbindungsaufbau unter Verwendung des Blas-Protokolls in einem HTML 5-fähigen Web-Browser
(Bild: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska)

Die Bereitstellung virtueller Desktops erfolgt wahlweise mit Hilfe des Microsoft RDP-Protokolls, mittels PCoIP unter Verwendung eines Horizon View-Clients oder über das VMwares Blast-Protokoll (TCP-Port 8443/TCP 22443 und 443 beim Management-Portal) in einem ganz gewöhnlichen HTML 5-fähigen Web-Browser.

Die Autoren:

Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska sind für McKinley Denali Inc. als IT-Consultants im Bereich der Enterprise-IT mit Schwerpunkt auf Datencenter-Sicherheit, Cloud-Lösungen tätig.

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