Zum System Administrator Appreciation Day -- Cloud verändert die Anforderungen

Der System-Admin- nicht mehr Schrauber, sondern Steuermann

| Autor / Redakteur: Kerstin Lausen / Ulrike Ostler

Das Bild vom Admin muss sich wandeln?
Das Bild vom Admin muss sich wandeln? (Bild: Jojje11 /Spencer/Fotolia.com)

Der 25. Juli ist in jedem Jahr für Systemadministratoren ein besonderes Datum. An diesem Tag wird dem „System Administrator Appreciation Day“ gehuldigt. In Interview erläutert Ralf Weber, Geschäftsführer der Networks Direkt GmbH, ein Unternehmen der Direkt Gruppe, warum der Tag wichtig ist und wie sich die Anforderungen an den Systemadministrator mit der Cloud geändert haben.

Braucht es so einen Tag?

Ralf Weber: Ja. Denn an diesem Tag wird an die Menschen gedacht, die für den Erfolg eines Unternehmens in der heutigen Zeit lebenswichtig sind. Leider denkt man erst an sie, wenn irgendetwas in der IT nicht funktioniert. Dabei sind sie es, die in dieser schnelllebigen Zeit mit immer größeren Anforderungen konfrontiert werden. Sie sorgen für die Sicherheit im Unternehmen und dafür, dass die internen Arbeitsabläufe störungsfrei funktionieren oder im Störungsfall umgehend wiederhergestellt werden. Denn ganz ohne Störungen geht es in der IT nun mal nicht.

Wie haben sich die Herausforderungen durch Cloud und Mobile Computing geändert?

Ralf Weber ist seit über 20 Jahren in der IT tätig, davon 15 Jahre im Projektgeschäft. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten und Spezialisierungen gehören Aufbau von heterogenen Data-Center-Infrastrukturen, Optimierung des IT-Betriebs und der IT-Prozesse durch Einsatz von IT-Automationslösungen und die Bereitstellung von höchstverfügbaren und Desaster-toleranten Systemumgebungen.
Ralf Weber ist seit über 20 Jahren in der IT tätig, davon 15 Jahre im Projektgeschäft. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten und Spezialisierungen gehören Aufbau von heterogenen Data-Center-Infrastrukturen, Optimierung des IT-Betriebs und der IT-Prozesse durch Einsatz von IT-Automationslösungen und die Bereitstellung von höchstverfügbaren und Desaster-toleranten Systemumgebungen. (Bild: Networks Direkt GmbH)

Ralf Weber: Der Zeitfaktor und der Aufgabenbereich haben sich rapide gewandelt. Bisher waren Administratoren meist als Experten für einen Teilbereich im IT Betrieb zuständig, wie beispielsweise den Server-Aufbau oder die Installation einer Firewall. Diese Aufgaben konnten sie in fünf bis sieben Tagen entwickeln und umsetzen.

Heute ist dies so nicht mehr möglich. Cloud Operations erwartet Schnelligkeit. Firewall-Regeln sowie Server müssen manchmal innerhalb weniger Minuten in der Cloud installiert sein.

Auch der Aufgabenbereich ist größer geworden. Der Administrator kann sich nicht mehr nur einer Sache widmen, sondern muss für viele Anforderungen schnelle Lösungen finden. Die Zuständigkeit wechselt von der Systemebene auf die gesamte Infrastruktur, ohne dabei an Tiefgang und Qualität zu verlieren.

Welches Profil müssen Admins heute mitbringen?

Ralf Weber: Der Systemadministrator muss zwei Eigenschaften mitbringen: Er muss Spaß daran haben, die notwendigen standardisierten Prozesse abzuarbeiten; und er muss auch schnell reagieren, mit seiner Expertise Lösungen finden, wenn es Probleme gibt. Wir brauchen heute Persönlichkeiten, die ein breites Wissen aufweisen und auf alle auftretenden Krisen eine schnelle Antwort haben. Nicht Bastler sind gefragt, sondern Köpfe, die flexibel und innovativ an Aufgaben herangehen.

Innerhalb von Unternehmen bedeutet dies, dass sich das Berufsbild des „internen ITlers“ vom „Entwickler und Operator“ zum „Architekten und Steuermann“ verschiebt. Die Agilität nimmt durch die bereitgestellten Cloud Services in Unternehmen deutlich zu: Neue Services kommen in kürzeren Abständen dazu; bestehende Services werden kurzfristig verändert, nicht mehr benötigt oder durch andere Anbieter bereitgestellt.

Trotz der Agilität muss aber der stabile Betrieb sichergestellt sein. Dies erfordert massiv andere Fähigkeiten und setzt eine hohe Wandlungskompetenz voraus. Hierzu gehören interdisziplinäres IT-Fachwissen über Technologien und Prozesse, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein in der Bearbeitung von Standard-Tätigkeiten und in der Pflege von Dokumentationen sowie Kreativität in der Optimierung von Infrastrukturen. Gleichzeitig muss der ITler trotz geforderter Reaktionsschnelligkeit in Fehlersituationen einen klaren Kopf bewahren und strukturiert vorgehen können. Damit entwickelt sich der Admin zunehmend zum Experten, der schnell und kompetent komplexe Anforderungen meistert.

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