DSGVO und kein Umdenken in puncto Sicherheit

Der Report des Grauens

| Autor: Sylvia Lösel

Der Varonis-Sicherheitsreport deckt erschreckende Wahrheiten über den Sicherheits-Status von Unternehmensdaten auf.
Der Varonis-Sicherheitsreport deckt erschreckende Wahrheiten über den Sicherheits-Status von Unternehmensdaten auf. (Bild: © esthermm - stock.adobe.com)

Security-Spezialist Varonis hat für seinen „Global Data Risk Report 2019“ Zugriffsberechtigungen und das „Active Directory“ von 758 Unternehmen weltweit analysiert. Das Ergebnis ist ernüchternd. Nicht nur werden oft veraltete Daten und Accounts weiter vorgehalten, manche Ordner sind zudem öffentlich zugänglich.

Selbst das Inkrafttreten der DSGVO hat nicht viel in puncto Sicherheits-Bewusstsein gebracht. Diesen Schluss legen die Ergebnisse des Varonis-Sicherheitsreports nahe. Betrachtet man die Ergebnisse für Deutschland, gibt das nur wenig Anlass zum Aufatmen. So sind, der Erhebung zufolge, hierzulande 58 Prozent der Daten veraltet, 19 Prozent der sensiblen Daten ungeschützt und 40 Prozent der Anwender haben Passwörter, die nie erneuert werden müssen.

Der Bericht deckt weltweit unterschiedliche Problemfelder auf, welche die Gefährdung von Unternehmen durch Datenschutzverletzungen, Insider-Bedrohungen und Ransomware-Angriffe vergrößern:

  • In 53 Prozent der Unternehmen können alle Mitarbeiter auf mehr als 1.000 sensible Dateien zugreifen (Vorjahr: 41 Prozent)
  • Durchschnittlich sind 22 Prozent der Ordner für alle Mitarbeiter zugänglich
  • 38 Prozent der Nutzer-Passwörter laufen nie ab, das entspricht fast einer Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr (10 Prozent)
  • In 61 Prozent der Unternehmen verfügen mehr als 500 Nutzer über unbefristete Passwörter
  • 87 Prozent der Unternehmen speichern mehr als 1.000 ungenutzte sensible Daten, 71 Prozent sogar mehr als 5.000
  • Durchschnittlich werden mehr als die Hälfte der Dateien (53 Prozent) nicht mehr genutzt, in nahezu jedem Unternehmen (95 Prozent) finden sich in mehr als 100.000 Ordnern solche Dateien
  • Jeder zweite Account (50 Prozent) ist nicht mehr aktiv (Vorjahr: 34 Prozent); 40 Prozent der Unternehmen verfügen über mehr als 1.000 solcher Konten
  • Bei Handelsunternehmen findet sich die geringste Anzahl an exponierten vertraulichen Dateien, während in der Finanz-Branche am meisten sensible Dateien über zu weit gefasste Zugriffsrechte verfügen.
  • Im EMEA-Raum enthalten 3 Prozent der Dateien vertrauliche Informationen, jedoch sind hiervon „nur“ 15 Prozent exponiert.

„Es ist überraschend und erschreckend, dass sich auch knapp ein Jahr nach Inkrafttreten der DSGVO und angesichts kommender Gesetze wie dem California Consumer Privacy Act, die Situation der Datensicherheit nicht nur nicht verbessert, sondern sogar eher noch verschlechtert hat“, sagt Thomas Ehrlich, Country Manager DACH von Varonis.“

Zusammengefasst sind dies die problematischen Bereiche:

  • Umfassende Berechtigungen ermöglichen Zugriff von jedem Mitarbeiter auf sensible Dateien und Ordner.
  • Zeitlich unbegrenzte Passwörter geben Angreifern ausreichend Zeit für Brute-Force-Angriffe.
  • Ungenutzte Daten erhöhen das Risiko für Verstöße (und entsprechende Strafen) gegen die DSGVO und andere Vorschriften wie den Sarbanes-Oxley Act (SOX), den Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) oder den kommenden California Consumer Privacy Act (CCPA).
  • „Ghost User“, also veraltete, nicht mehr benötigte, aber nicht deaktivierte Nutzerkonten, erlauben ehemaligen Mitarbeitern und Partnern unnötigen Zugang zu Informationen.

Praktische Tipps, um das Sicherheits-Level zu erhöhen:

  • Minimierung der sensiblen Daten, die gesammelt werden
  • Minimierung der Zugriffsrechte auf sensible Daten
  • Minimierung der Zugriffsdauer auf sensible Daten
  • Identifizierung, Archivierung oder Löschung veralteter Daten
  • Überwachung aller User Accounts
  • Regelmäßige Zugriffskontrolle aller Daten und Ordner
  • Vereinfachung der Zugriffsstrukturen
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