Manche Dinge ändern sich nie: Transaktionsvolumen krönt den Mainframe zum King

Der Mainframe bleibt! Doch der Zugriff wird cloudy

| Redakteur: Ulrike Ostler

Wer jetzt einen Mainframe einsetzt, wird das auch in Zukunft tun und den Großrechnern mehr und neue Lasten aufladen.
Wer jetzt einen Mainframe einsetzt, wird das auch in Zukunft tun und den Großrechnern mehr und neue Lasten aufladen. (Quelle: BMC Software)

BMC Software fragt alljährlich nach der Bedeutung des Mainframe. An der diesjährigen Umfrage nahmen 1.243 Mainframe-Anwender teil. Ihr Credo: der Mainframe bleibt, stemmt mehr Lasten, aber das System ist nicht immun gegen die Veränderungen in der IT. Integration in (verteilte) Cloud- und Service-Umgebungen bestimmen die Zukunft mit.

Der Mainframe bleibt eine kritische Plattform für die Entwicklung des hybriden Rechenzentrums, sagen die von BMC befragten Anwender:

  • 90 Prozent der befragten Anwender betrachten den Mainframe als eine langfristige Lösung.
  • 50 Prozent der Befragten glauben, dass er auch für neue Workloads interessant ist. Die besten Zukunftsaussichten werden aus dem asiatisch-pazifischen Raum gemeldet: 57 Prozent der Befragungsteilnehmer aus dieser Region gehen davon aus, dass für neue Workloads der Mainframe herangezogen wird.

An der Spitze der Prioritätenliste steht für die Mainframe-Anwender das In-Schach-halten der IT-Kosten.
An der Spitze der Prioritätenliste steht für die Mainframe-Anwender das In-Schach-halten der IT-Kosten. (Quelle: BMC Software)

Die BMC-Untersuchung sieht einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Prioritäten, die die Anwender setzen und den Eigenschften, die den Großrechnern zugeschrieben werden. Die drei wichtigste waren die Dämpfung der IT-Kosten, Disaster Recovery und die Modernisierung der Applikationen.

  • Für 69 Prozent der Befragten steht Eindämmung der IT-Kosten steht ganz oben auf der Agenda. Damit stieg die Bedeutung dieses Gesichtspunkt noch im Vergleich zum Vorjahr, in dem rund 60 Prozent der Befragten hier die Priorität setzten.
  • Zwar schreiben alle Umfrageteilnehmer den Mainframes eine sehr hohe Verfügbarkeit zu , dennoch berichteten rund 39 Prozent der befragten von unplanmäßigen Ausfällen. Das lässt Raum für ein besseres Management und Werkzeuge-

Meinung der Experton Group

„Manche Dinge ändern sich nie“, schreibt Cal Braunstein, Analyst der Experton Group. „Bestimmte Sektoren werden nach wie vor von Mainframes beherrscht, und das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern.“

Auch 20 Jahre nachdem man die Mainframes als (aussterbende) Dinosaurier verschrien habe, stellten sie wertvolle Plattformen dar, die immer noch Wachstumspotential haben. Braunstein macht folgende Bereiche aus: für bestimmte Anwendungen und als Datenserver.

Er sagt: „Mainframes sind unter Umständen nach wie vor die beste Wahl, denn sie sind effektiv und effizient, was die Vielzahl, die Geschwindigkeit, den Umfang und die Sicherheitsanfälligkeit von Applikationen und Daten betrifft, und senken gleichzeitig die Komplexität und die Kosten. Wie die jüngste Studie der Experton Group über „System z“ als Datenbank-Server aufzeigt, kann der Einsatz eines Mainframes die Kosten des IT-Betriebs um etwa 50 Prozent senken.

Die Zukunft des Mainframe

So erwarten 59 Prozent der Befragten im Zuge der Modernisierung und des Ausbaus ihrer Applikationslandschaft steigende MIPS-Kapazitäten, um ihre Unternehmensanforderungen adressieren zu können.

Zu den Beweggründen, Mainframe-Computing zu betreiben und gar auszubauen, gehören Nutzeneffekte aufgrund der Plattformverfügbarkeit, die hohe Sicherheit, die Überlegenheit als zentraler Datenserver und Anforderungen im Hinblick auf den Transaktionsdurchsatz.
Zu den Beweggründen, Mainframe-Computing zu betreiben und gar auszubauen, gehören Nutzeneffekte aufgrund der Plattformverfügbarkeit, die hohe Sicherheit, die Überlegenheit als zentraler Datenserver und Anforderungen im Hinblick auf den Transaktionsdurchsatz. (Quelle: BMC Software)

Die vier wichtigsten Faktoren für weitere Investitionen in Mainframes waren die Nutzeneffekte aufgrund der Plattformverfügbarkeit (74 Prozent), die hohe Sicherheit (70 Prozent), die Überlegenheit als zentraler Daten-Server (68 Prozent) und Anforderungen im Hinblick auf den Transaktionsdurchsatz, für die ein Mainframe am besten geeignet ist (65 Prozent).

Nur 29 Prozent fanden die Migrationskosten zu hoch oder sind der Meinung, dass die Nutzung alternativer Lösungen sich nicht wirklich lohnt (ROI), verglichen zu 26 Prozent in den beiden Vorjahren.

Fehlende Fachkräfte

Ein Problem allerdings trübt den Enthusiasmus: Nach wie vor gibt es ein Problem mit dem Mangel an gut ausgebildetem Mainframe-Personal. Nur etwa ein Drittel der Befragten sah darin ein sehr großes Problem, allerdings machen sich über 75 Prozent doch gewisse Sorgen deswegen. Die wichtigsten Maßnahmen, um dem Qualifikationsdefizit entgegenzuwirken, seien laut BMC-Studie und interne Schulungen (53 Prozent), die Neueinstellung von erfahrenen Fachkräften (40 Prozent), Outsourcing (37 Prozent) und Automatisierung (29 Prozent).

Wie die BMC-Studie stellt Experton-Analyst Braunstein jedoch auch fest: Die Personalproblematik stellt nach wie vor eine Herausforderung dar.“ Da jetzt die Generation der „Baby Boome“ so langsam ins Rentenalter komme, müssten IT-Verantwortlich sich verstärkt um automatisierte, selbstlernende Software kümmern und bessere Programme für die Einstellung und Schulung von Personal sowie für Outsourcing-Maßnahmen aufsetzen.

Fachkräftemangel bleibt ein Problem. Können Tools helfen?
Fachkräftemangel bleibt ein Problem. Können Tools helfen? (Quelle: BMC Software)

Es gelte zu evaluieren, ob Mainframes als Ziel-Server-Plattform für Clouds, sichere Datenübermittlung und andere Umgebungen in Frage kommen, wo das heterogene Server-Ökosystem von "zEnterprise" zur gemeinsamen Nutzung von Daten aus einer einzigen Quelle sowie zur Optimierung der Kapazität und Performance bei niedrigen Kosten genutzt werden könne.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 36364150 / Mainframes)