Cloud Services mit Hardware-Infrastrukturkomponenten verbinden und verwalten Der Aufstieg des Cloud Brokers

Autor / Redakteur: Peter Leichsenring, Sales Director Zentral Europa bei Cordys / Florian Karlstetter

Cloud Computing liegt weiter im Trend und bietet Unternehmen interessante Chancen für eine effiziente und flexible Gestaltung ihrer IT. Zugleich ist das Thema Cloud Computing so komplex, dass Unternehmen die wichtigsten Cloud-Trends stets im Blick behalten sollten – der Cloud Broker wird damit zum neuen Business-Modell.

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Cloud Broker unterstützen bei der Integration, Auslieferung und Verwaltung von internen wie externen Cloud Services und bei der Anbindung von Infrastrukturkomponenten.
Cloud Broker unterstützen bei der Integration, Auslieferung und Verwaltung von internen wie externen Cloud Services und bei der Anbindung von Infrastrukturkomponenten.
(© peshkova - Fotolia.com)

Laut Gartner ist mit dem Trend zu Cloud Computing als Unter-Trend auch eine verstärkte Nachfrage nach Cloud Brokerage zu beobachten. Die Cloud hat somit das Business-Modell des „Cloud Brokers“ hervorgerufen. Cloud Brokerage bietet neue Möglichkeiten für Unternehmen, die eine leistungsfähige, stabile IT brauchen und gleichzeitig einen großen Bedarf an Anwendungen aus der Cloud haben.

Cloud Brokerage – das Modell

Was ist konkret unter dem Cloud-Broking-Modell zu verstehen? Kurz gesagt ist es ein Ansatz, der den Herausforderungen begegnet, die beim Beziehen und Managen von Software-Lösungen über die Cloud entstehen. Der Cloud Broker verbindet Software-as-a-Service mit Infrastructure-as-a-Service, um Software einzusetzen und zu hosten.

Dies schließt beispielsweise auch die Datenspeicherung und andere Hardware-Komponenten mit ein. Darüber hinaus kann diese Lösung durch Beratung zu den spezifischen Anforderungen des Kunden ergänzt werden. All diese Services werden über den Cloud Broker zur Verfügung gestellt und nach Leistung abgerechnet.

Zwei Anwendungsmethoden

Es gibt zwei Wege, wie das Broker Modell angewendet werden kann. Eine Möglichkeit ist, dass der Cloud Broker als Drittanbieter auftritt, der zwischen den Kunden und die verschiedenen Cloud-Anbieter geschaltet ist. Somit übernimmt der Cloud Broker für den Kunden das Management der Anwendungen aus der Cloud, für die der Kunde nach Verbrauch bezahlt. Dieser Ansatz wird momentan von System-Integratoren genutzt.

Der zweite Ansatz wird von Telekommunikationsdienstleistern bevorzugt. In diesem Fall kombiniert der Dienstleister sein eigenes Angebot mit Software-as-a-Service und bietet dem Kunden beides als Bundle an. Auf diese Weise kann das Telekommunikationsunternehmen, das hier als Cloud Broker auftritt, einen Mehrwert an Service anbieten. Der Telekommunikationsdienstleister kann seinen Kunden somit einen Service bereitstellen, der maßgeschneiderte SaaS-Komponenten enthält, die genau auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt sind. Diese maßgeschneiderten Services können zum Beispiel Dinge wie Google Voice und E-Mail für Call Center beinhalten, die große Datenvolumina für Telefonie benötigen.

Ein Unternehmen, das diesen Ansatz bereits erfolgreich umsetzt, ist der niederländische Telekommunikationsanbieter KPN. Im Rahmen eines innovativen Ansatzes hat KPN drei Elemente zusammengeführt – sein Netzwerk für Sprachtelefonie, sein Datenzentrum und SaaS, um Kunden hiermit einen besseren Service bieten zu können. Dieses neue Angebot ermöglicht es Unternehmen aller Größen und Branchen, vorhandene Enterprise-Systeme mit Anwendungen aus der Cloud je nach Bedarf zusammenzuführen. Somit können Kunden Applikationen in einer Web-basierten Umgebung für die sofortige Nutzung erstellen und es fallen keine zusätzliche Kosten für zeitintensive Entwicklungsprojekte an.

Bereitstellung einer Business IT

Das Cloud-Broker-Modell der Telekommunikationsbranche ist Teil eines größeren Trends in der IT – der einer Business IT. Business IT bedeutet, die IT-Prozesse so zu optimieren, dass die Geschäftsziele optimal unterstützt werden. Das Cloud-Broker-Modell spiegelt diesen Trend wider: Der Cloud Broker Kunde muss sich nicht länger darum kümmern, dass die gesamte Business-Software funktioniert. Alle Services werden jetzt durch einen Dienstleister ausgeführt, der sich auch um Updates und Wartung kümmert. Der Kunde erhält somit alle Vorteile der IT, während sich der Dienstleister um den Rest kümmert.

Bundle von SaaS, Infrastuktur und Datenspeicherung

Diese Art der Business IT kann aus einem Bundle an Applikationen bestehen, wie beispielsweise Salesforce, Google Enterprise oder Office 365 in Kombination mit Möglichkeiten der Datenspeicherung und einer Infrastruktur. Der Kunde kann zu jeder Zeit und von jedem Ort innerhalb einer einheitlichen Umgebung auf diese Dienste zurückgreifen. Zunächst sind die Anbieter dieser Bundles vergleichbar, jedoch werden die Angebote sich mit der Zeit so entwickeln, dass sie optimal auf die Bedürfnisse der Unternehmen abgestimmt sind.

Cloud Broker werden verschiedene Technologien so kombinieren, dass diese dem Endanwender im Unternehmen einen Mehrwert bieten. Der Anwender hat dann nur einen Dienstleister als Kontakt und kann eine Business-Software sehr kostengünstig und schnell nutzen.

Aufgrund des Kostendrucks ist es nur in Ausnahmefällen akzeptabel, eine selbstgestrickte Software-Lösung zu entwickeln oder diese über Outsourcing entwickeln zu lassen. Aus diesem Grund ist das Cloud-Broker-Modell für Unternehmen so attraktiv. Es bietet alle Bestandteile einer maßgeschneiderten Lösung: Es enthält alle wichtigen Features, beinhaltet Storage und Infrastruktur, ohne dass sich der Kunde über die Wartung Gedanken machen muss.

Bei der Brokerauswahl ist jedoch darauf zu achten, wie professionell die Services vom Cloud Broker bereitgestellt werden, aber auch, wie die Leistung gemessen und abgerechnet wird.

Ausblick

2012 könnte das Jahr des Cloud Brokers werden. So wie sich dieses Business-Modell verbreitet, werden Unternehmen verstärkt auf Cloud Services zurückgreifen können, wodurch diese Services noch stärker wachsen werden.

Unternehmen aller Größen werden vom Cloud-Broker-Modell profitieren, da sie hierdurch kostengünstig Services aus der Cloud beziehen können. Unternehmen können ohne Zeitverzögerung die innovativen Services nutzen und bemerken dabei nicht einmal die komplexe, hybride Lösung, die darunter liegt.

Das Cloud-Broker-Modell wird aber auch deshalb Erfolg haben, weil hier die besten Cloud und vor Ort verfügbaren Lösungen kombiniert werden. Unserer Meinung nach ist es so nur eine Frage der Zeit, dass sich dieser Ansatz zum präferierten Modell für Unternehmen entwickeln wird.

Der Autor

Peter Leichsenring, Sales Manager Central & Eastern Europe bei Cordys: "Cloud Broker als neues Business-Modell könnte sich bereits dieses Jahr durchsetzen".
Peter Leichsenring, Sales Manager Central & Eastern Europe bei Cordys: "Cloud Broker als neues Business-Modell könnte sich bereits dieses Jahr durchsetzen".
Peter Leichsenring ist seit Juni 2011 bei Cordys als Sales Manager für Zentral- und Osteuropa tätig. In dieser funktion trägt er dazu bei, die Marktposition von Cordys als führender Anbieter im Bereich Business Process Management (BPM) und Cloud Computing weiter auszubauen.

Bevor Peter Leichsenring zu Cordys kam, verantwortete er für den Cloud Based Document Collaboration-Anbieter Intralinks die Bereiche Sales und Marketing in Zentraleuropa. Zusätzlich hatte er bereits eine Reihe von Senior-Executive-Positionen bei IT-Unternehmen wie SmartStream, TIBCO Software und GoldenSource Corporation sowie bei Banktechnologieanbietern wie Misys Banking Systems inne.

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