312 Milliarden Dollar für die Suche nach Fehlern im Softwarecode

Deloitte mit Tipps zum Abbau technischer Schulden

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Fehler gibt es immer, immer

Die Entwicklung einer Software ist kein einmalig anfallender Budgetposten. Sie enthält immer Fehler, die bestenfalls bei Freigabe des Programms noch nicht entdeckt sind. Manchmal wird das erst Jahre später der Fall sein. Manchmal werden erst bei einer späteren Modernisierung oder Erweiterung um moderne Module nicht nur „Böcke“ in der Entwicklung, sondern gravierende Schwächen in der Architektur einer Software entdeckt.

Die Fehler waren keine böse Absicht, vielmehr waren wahrscheinlich die Anforderungen zu komplex oder der Projektzeitplan zu eng gesetzt oder wiederverwendeter proprietärer Code zu kompliziert oder Projektziele „dynamisch“ verändert worden oder... Aber all das hatte damals auch schon gute Gründe.

In vielen Fällen besteht anders als im Curiosity-Fall keine Chance, dies oder jenes alte Programm als „ferner liefen“ der hauseigenen IT-Geschichte zu übergeben. Die Software ist zu wichtig, zumindest scheint sie es zu sein – schließlich wurde mit ihr nicht nur lange gearbeitet.

Rauswurf oder Lebensrettung?

Vielmehr sind an ihr über die Jahre immer wieder Fehler behoben und für sie sogar Erweiterungen geschrieben worden. Ob ein Programm nun gefühlt oder wirklich so notwendig ist, lässt sich mit guten Verfahren durchaus feststellen, so die Deloitte-Studie: Der Military Health Service der US-Streitkräfte identifizierte so dutzende obsolete IT-Systeme und sparte sich durch deren Rauswurf 50 Millionen Dollar laufender Betriebskosten.

Wie in diesem Fall tritt das Ende eines Software-Lebenszyklus häufig erst ein, wenn die Umstände zu radikalen Maßnahmen Anlass geben. Die Regel sind Bug-Fixes, Workarounds und die Ankündigung, dass demnächst ohnehin alles auf den Prüfstand kommt und besser wird.

Das geht so lange weiter, bis die mangelhafte Stabilität des Systems zur Belastung für das eigentliche Business eines Unternehmens wird. Eine Belastung für die IT sind solche Anwendungen ohnehin, denn sie gehen auf deren Budget und Arbeitszeitkonten. Sie blockieren ferner Investitionen in moderne Anwendungen für neue Business-Anforderungen.

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